Der 23. Spieltag im Überblick

Derby im Norden, Wiedergutmachung im Süden?

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Das Bayern-Team um Kapitän Lahm will den 15. Bundesliga-Spiel in Folge im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 gewinnen.

Berlin - Der FC Bayern ist der Konkurrenz weit enteilt und die Meisterschaft bereits entscheiden. Doch im Kampf um die internationalen Plätze und im Abstiegskampf geht es eng zu. Der 23. Spieltag im Überblick.

Hertha BSC - SC Freiburg

Sechs Siege in Freiburg, zu Hause nur zwei gegen die Breisgauer und der letzte vor neun Jahren - verkehrte Welt bei der Hertha, die ihre letzten beiden Heimspiele gegen den SCF mit insgesamt 1:6 Toren verlor. Ihr Trainer Jos Luhukay gewann noch kein Bundesligaspiel gegen die Freiburger. Der Aufsteiger verbuchte aber zwei Siege in den letzten drei Runden, erzielte zuletzt viermal in Folge das 1:0 und ging in den letzten neun Runden nur einmal mit einem Rückstand in die Pause. Freiburg holte aus den letzten vier Aufgaben insgesamt nur einen Punkt, verlor die letzten vier Gastspiele zu null und ist auswärts seit 398 Minuten torlos. Admir Mehmedi und Jonathan Schmid (3) erzielten sieben der letzten acht Treffer der Freiburger. Das Hinspiel endete 1:1.

Borussia Dortmund - 1. FC Nürnberg

Seit fast acht Jahren warten die Franken auf einen Bundesligatreffer in Dortmund. Den bislang letzten erzielte Marek Nikl bei der 1:2-Niederlage am 22. April 2006. Der letzte Sieg beim BVB gelang dem Club, der die letzten vier Auftritte dort verlor, am 16. November 1990. Die Nürnberger gewannen vier der fünf Partien dieses Jahres und sind drittbestes Team der Rückrunde - mit zwei Zählern mehr als der BVB. In den letzten drei Gastspielen verbuchten die Franken sieben Punkte und sieben Tore. Die Westfalen gewannen nur eins der letzten fünf Heimspiele (4:0 gegen Frankfurt am 15. Februar). Nach nur zwei der sechs Champions-League-Auftritten in der Hinrunde gewannen die Dortmunder das folgende Ligaspiel. Das Hinspiel ging 1:1 Unentschieden aus.

Bayer Leverkusen - FSV Mainz 05

Bei den letzten zwei Auftritten in der BayArena holten die Mainzer trotz vier Toren lediglich einen Punkt. Der FSV blieb zwar in den letzten beiden Saison-Gastspielen torlos, verlor jedoch nur eine der letzten acht Aufgaben (0:3 in Wolfsburg am 8. Februar). Bayer verlor die letzten drei Pflichtspiele zu Hause, wobei der einzige Leverkusener Treffer einem Eigentor des Schalkers Felipe Santana entsprang, und sieben der letzten neun Saisonpartien. Top-Torjäger Stefan Kießling traf nur in einer der letzten zwölf Begegnungen. In der Hinrunde siegte Leverkusen mit 4:1.

FC Augsburg - Hannover 96

Nach dem ersten Sieg in Freiburg nimmt Augsburg die nächste Negativ-Serie in Angriff. Von ihren sieben Pflichtspielen gegen Hannover gewannen sie keins. Die Schwaben verloren nur eine der letzten zehn Aufgaben (0:1 gegen Nürnberg am 16. Februar). Zwölf Runden vor Saisonende hat der FCA schon einen Punkt und ein Tor mehr auf dem Konto als zum Abschluss der vergangenen Saison. Bei den drei Siegen dieses Jahres erzielten Andre Hahn (4) und Tobias Werner (3) sieben der elf Augsburger Treffer. Hannover ist mit zehn Niederlagen sowie nur einem Sieg (3:1 zum Rückrundenstart in Wolfsburg) das erfolgloseste Auswärtsteam der Liga und verlor die letzten drei Partien zu null. Das Hinspiel gewann Hannover zuhause mit 2:1.

Eintracht Braunschweig - Borussia Mönchengladbach

Mit dem harmlosesten Angriff der Liga gewann der Aufsteiger zwei der letzten drei Heimaufgaben, während die Fohlen seit dem 2:0 in Stuttgart vom 22. November in der Fremde sieglos sind. Braunschweig holte mit vier Punkten in der Rückrunde doppelt so viele Zähler wie die Gladbacher, die mit sieben Spielen ohne Sieg ihre schlechteste Serie seit Herbst 2010 (neunmal sieglos) aufweisen. Der Braunschweiger Domi Kumbela erzielte in den letzten beiden Partien vier Treffer - so viele wie das komplette Gladbacher Team in diesem Jahr.

Vor dem Spiel hat Eintracht Braunschweig zudem hat im Kampf gegen den Abstieg ein deutliches Zeichen gesetzt und den Vertrag mit Trainer Torsten Lieberknecht vorzeitig bis 2017 verlängert. Trotz des drohenden direkten Abstiegs nach der Bundesliga-Rückkehr im vergangenen Sommer ist Lieberknecht in Braunschweig unumstritten. „Torsten hat hier in den letzten Jahren eine hervorragende Arbeit geleistet. Er steht für die Werte, die Eintracht ausmachen“, sagte Manager Marc Arnold, der den Traditionsclub zusammen mit Lieberknecht von der dritten Liga zurück in die Bundesliga geführt hatte. „Von den Gremien ist der Beschluss einstimmig getragen worden“, berichtete Arnold.

Das Hinspiel konnte Borussia Mönchengladbach mit 4:1 für sich entscheiden.

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Werder Bremen - Hamburger SV

Nur einen Punkt holte der HSV in den letzten sechs Gastspielen beim Nordrivalen, und von den letzten 18 Auftritten dort gewann er nur zwei. In den letzten fünf Saison-Auswärtspartien verbuchte der HSV 16 Gegentore und nur einen Punkt - 1:1 beim Nord-Derby in Wolfsburg. Für Werder war das 1:0 gegen Leverkusen am 21. Dezember der einzige Sieg in den letzten sechs Heimspielen sowie der einzige Dreier in den letzten elf Runden. Bremens Angriff ist mit nur drei Treffern der harmloseste der Rückrunde. Während Werder-Trainer Robin Dutt zu Hause insgesamt nur einmal gegen Hamburg verlor, holte HSV-Coach Mirko Slomka in seinen letzten vier Auftritten an der Weser nur einen Zähler und 2:11 Tore. Der neue Trainer stoppte mit dem 3:0 gegen Dortmund eine Serie von sieben Niederlagen und bejubelte das erste Hamburger zu null seit dem 27. Oktober. In der Hinrunde gewann Bremen in Hamburg mit 2:0.

Bayern München - Schalke 04

Sechs Siege und 18:1 Tore verbuchten die Bayern in den letzten sechs Duellen mit den Knappen, die allerdings mit nur vier Treffern in den letzten neun Gastspielen in München acht Punkte entführten. Schalke ist seit sieben Saisonspielen ungeschlagen (fünf Siege sowie zwei 0:0). Seit dem 9. November (3:1 in Bremen) gerieten die Königsblauen in elf Ligaspielen nicht mehr mit 0:1 in Rückstand. Den letzten Punkt beim Rekordmeister, der die letzten 19 Heimspiele in Folge gewann, holte Gladbach mit einem 1:1 am 15. Dezember 2012. Die Münchner können ihren 15. Sieg in Folge feiern, was ihnen bislang nur saisonübergreifend im Jahr 2005 gelang. Die letzten sechs Pflichtspiele, davon vier auf fremden Plätzen, gewann das Überteam mit 22:0 (!) Toren. In der Hinrunde gewann der FC Bayern mit 4:0 auf Schalke.

1899 Hoffenheim - VfL Wolfsburg

20 Tore und jedes Mal Treffer hüben wie drüben gab es in den fünf Aufeinandertreffen der beiden Klubs im Kraichgau. Drei der letzten vier Auftritte in Hoffenheim gewannen die Wolfsburger, die in keinem der bisherigen elf Duelle mit 1899 ohne Torerfolg blieben. Wolfsburg gewann die letzten vier Pflichtspiele und triumphierte am 12. Februar im Pokal-Viertelfinale im Kraichgau mit 3:2. In den letzten sieben Liga-Auswärtspartien kassierte der der VfL nur eine Niederlage (1:2 in Schalke am 1. Februar). Die seit vier Runden ungeschlagene TSG gewann die letzten beiden Saison-Heimspiele. Ligarekord sind die sieben Elfmeter, die in Heimspielen für sie gepfiffen wurden. Die Wölfe dagegen sind neben den Bayern das einzige Team, gegen das es noch keinen Strafstoß gab. - Im Hinspiel behielt der VfL Wolfsburg mit 2:1 die Oberhand.

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart

Seit dem 2:1 am 19. Mai 2001 blieb die Eintracht gegen den VfB in acht Heimspielen sieglos, und von den letzten 14 gewann sie nur eins. Dennoch schossen die Hessen gegen kein anderes Team zu Hause (87) und insgesamt (139) so viele Tore wie gegen die Schwaben, die in den letzten sechs Auftritten am Main 16 von 18 möglichen Punkten und 17:4 Tore verbuchten. Die letzten vier Auswärtsspiele verlor der VfB und kassierte erstmals in einer Saison sieben Niederlagen in Folge, kurioserweise jeweils mit genau einem eigenen Treffer. Zudem mussten die Stuttgarter die zweitmeisten Auswärts-Gegentore (27) hinnehmen. Die Frankfurter blieben in drei der letzten vier Pflichtspiele torlos. Sie sind aber auch seit vier Liga-Heimspielen ungeschlagen und zu Hause seit 318 Minuten ohne Gegentor. 

Eintracht Frankfurt bangt zudem um den Einsatz mehrerer Profis. „Wir haben mehrere angeschlagene Spieler, deren Namen ich aber nicht nennen werde“, sagte Eintracht-Trainer Armin Veh am Freitag. Mentale Folgen nach dem bitteren Aus in der Europa League gegen den FC Porto befürchtet Veh dagegen nicht. „Klar waren die Spieler enttäuscht. Aber ich denke, das haben wir schnell wieder aus den Köpfen“, erklärte der 53 Jahre alte Fußball-Lehrer. Seinen Ex-Club, der drei Zähler hinter der Eintracht auf Rang 15 der Tabelle steht, nimmt er nicht auf die leichte Schulter: „Der VfB hat eine gute Mannschaft, die von der Qualität her nicht nach unten gehört.“

Sein Gegenüber, Thomas Schneider, erkennt nach sieben Niederlagen in Folge die prekäre Lage des VfBs. "Das ist eine katastrophale Serie, ich habe mir das auch anders vorgestellt", sagt er, beteuert aber auch: "Ich will jetzt die Situation bereinigen." Dabei könnte ihm helfen, dass der endlich genesene Kapitän Christian Gentner und der von seiner Sperre zurückkehrende Moritz Leitner wieder auf der Doppel-Sechs spielen können und dies wohl auch werden. Angst um seinen Arbeitsplatz hat er nicht. "Ich denke, dass meine Arbeit gesehen wird.

SID/dpa

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