Verletzungen und Sperren

U21 geht vor letztem Spiel am Stock

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Trainer Horst Hrubesch

Podgorica - Philipp Hofmann rettete der deutschen U21 zwar ein 1:1 in Montenegro, doch nach Schlusspfiff überwog der Ärger über verpasste Chancen und den Schiedsrichter. Vor der letzten Partie des Jahres gehen zudem die Spieler aus.

Moritz Leitner schimpfte auf den Schiedsrichter, Amin Younes pflegte seine Wunden und „Ersatz-Chef“ Thomas Nörenberg zählte seine verbliebenen Spieler: Wirklich zufrieden wirkten die deutschen U21-Fußballer nach dem 1:1 (0:0) in Montenegro nicht. Auch der späte Ausgleich durch Philipp Hofmann, der in der 87. Minute mit dem Hinterkopf traf und das ehemalige „Kopfball-Ungeheuer“ Horst Hrubesch auf der heimischen Couch ein wenig durchatmen ließ, konnte daran nichts ändern.

„Das Fazit ist leider nicht so positiv, wie wir uns das erträumt hatten. Wir wollten unbedingt gewinnen, hätten drei, vier Tore machen müssen“, sagte Assistent Nörenberg, der Hrubesch nach dessen Bandscheibenoperation vertrat. Fast noch mehr Sorgen als der erste Punktverlust in der EM-Qualifikation bereitet dem 49-Jährigen ohnehin die Personalsituation. Denn zu dem schon großen Lazarett gesellten sich Amin Younes und Erik Durm, zudem sind Ersatzkapitän Leitner und Emre Can nach der zweiten Gelben Karte am Dienstag in Rumänien (18.00 Uhr/Sport 1) gesperrt.

„Wir müssen mal sehen, was das Lazarett hergibt, um eine schlagkräftige Truppe auf den Platz zu bringen und das Spiel mit aller Macht zu gewinnen“, sagte Nörenberg, der am Samstag Mittelfeldspieler Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg und Verteidiger Christopher Avevor von Hannover 96 nachnominierte. „Der Kader war sowieso mehr als ausgedünnt“, so Nörenberg angesichts der schon zuvor ausgefallenen Kevin Volland (1899 Hoffenheim), Leon Goretzka (Schalke 04), Johannes Geis (FSV Mainz 05) und Nico Schulz (Hertha BSC).

Besonders Leitner haderte mit seiner unfreiwilligen Zwangspause. „Die Gelbe Karte war eine Frechheit“, sagte der Stuttgarter, der mit seiner Kritik am Unparteiischen nicht alleine war. „Wir haben auch gegen den Schiedsrichter gespielt“, sagte Leonardo Bittencourt (Hannover 96) und meinte damit nicht nur den umstrittenen Foulelfmeter, den Stefan Mugosa (50.) zur Führung der Gastgeber verwandelte: „Heute ist eigentlich alles gegen uns gelaufen.“

In der Tat hatte gerade Bittencourt Pech: In der 47. Minute hatte der 19-Jährige schon den Torwart umspielt und verzog, später traf er den Pfosten (72.). Und auch Torschütze Hofmann vom FC Ingolstadt, der schon im Hinspiel (2:0) per Kopf erfolgreich gewesen war, hätte den Kopfball-Experten Hrubesch endgültig stolz machen können - doch sein Versuch in der sieben Minuten langen Nachspielzeit landete an der Latte.

Zu dem Zeitpunkt spielte das DFB-Team bereits in Überzahl, da Aleksandar Boljevic nach einem brutalen Foul an Amin Younes die Rote Karte gesehen hatte (84.). Der Gladbacher musste verletzt vom Platz gefahren werden. Er erlitt eine schmerzhafte Sprunggelenkverletzung und bleibt zu weiteren Untersuchungen zunächst beim Team. „Die waren richtig aggressiv, da waren wir ein bisschen überrascht“, sagte Hofmann, der zumindest „froh war, dass ich noch getroffen habe.“

Auch Nörenberg wollte trotz des verpassten Sieges kein „Trübsal blasen“, zumal am Dienstag bei einem Sieg im letzten Spiel des Jahres die Play-off-Teilnahme so gut wie sicher wäre. Die Aufgabe in Giurgiu wird angesichts der vielen Ausfälle allerdings nicht einfacher. „Das wird für die Mannschaft eine richtig schwierige Situation“, sagte Nörenberg. Schwierig, aber auch lösbar.

sid

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