EM: Twitter-Ärger bei den Dänen

+
Dänemarks Nationaltrainer Morten Olsen.

Kopenhagen - Ein Twitter- und Facebook-Verbot sorgt im Lager der dänischen Fußball-Nationalmannschaft, Gegner der deutschen Auswahl bei der EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli), für Ärger bis hinein in die Politik.

Kulturminister Uffe Elbæk fordert von der dänischen Fußball-Union DBU eine Erklärung für das, was er einen „Eingriff in die Meinungsfreiheit“ nennt. Die DBU hatte am Montag betont, dass es den Spielern um Stürmer Nicklas Bendtner bei der Endrunde verboten sei, soziale Internetdienste zu nutzen. „Während der EM wird so viel kommuniziert, dass wir den Zeitpunkt dieser Unterhaltungen auf die Treffen mit den Medien begrenzen“, sagte Lars Berendt, Kommunikationschef der DBU.

Kapitän Thomas Sörensen äußerte sich zunächst kritisch über das Verbot, schrieb dann aber bei Twitter: „Es gab eine Zeit, in der wir ohne Twitter lebten - und das können wir auch während der EM.“ Die DBU betonte, dass das Verbot bereits bei allen Länderspielen in der Vergangenheit bestande habe - daran gehalten hat sich aber kaum ein Spieler. Deshalb spricht das Ekstrabladet von „Twitter-Gate“ und „totaler Farce“.

Die Buchmacher indes bieten schon Wetten darauf an, wer das Verbot als erster bricht. Die schlechteste Quote gibt es für Bendtner (7,5:1), der nicht nur als meinungsfreudigster Däne sondern auch als reger „Zwitscherer“ gilt. Sollten sich alle Spieler des Europameisters von 1992 an das Verbot halten, bekommt man für einen Euro Einsatz übrigens nur 1,10 Euro zurück.

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare