Schmerzen im Oberschenkel?

Götze muss Teamtraining abbrechen

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Mario Götze

Dortmund - Erst war die Freude groß, als Mario Götze am Dienstag wieder trainierte. Doch schon kurze Zeit später musste er die Übungseinheit abbrechen. Sein Einsatz beim CL-Finale ist weiter ungewiss.

Mario Götze erschien am Dienstagmorgen als erster Borussia-Profi auf dem Rasen des Trainingsgeländes in Dortmund-Brackel. Wenige Augenblicke später verschwand der 20-Jährige auf einem Nebenplatz. Hinter einem Sichtschutz mit der Aufschrift des Ausrüsters war nur zu erahnen, welches Programm Götze drei Wochen nach seinem Muskelfaserriss zusammen mit Fitness-Trainer Andreas Schlumberger abspulte.

Kann er oder kann er nicht? Die Hoffnung auf einen Einsatz im Champions-League-Finale am Samstag (20.45 Uhr/Sky und ZDF) gegen seinen künftigen Arbeitgeber Bayern München erhielt neue Nahrung, als Götze am Dienstagnachmittag erstmals wieder mit den Mannschaftskollegen trainierte. Allerdings verließ der Nationalspieler den Platz nach einer Stunde wieder. „Mario hat wieder etwas gespürt am Oberschenkel. Deshalb hat er abgebrochen. Wir wissen nicht, wie schlimm es ist und ob er es noch packt“, wird BVB-Sportdirektor Michael Zorc auf bild.de zitiert. Eine Untersuchung am Mittwoch soll nähere Aufschlüsse ergeben. Der künftige Bayern-Profi hatte sich im Halbfinal-Rückspiel der europäischen Fußball-Königsklasse bei Real Madrid am 30. April einen Muskelfaserriss an der Oberschenkelrückseite zugezogen.

Götze zog sich auf dem Weg in die Kabine Trikot über den Kopf

Nach seinen einsamen Laufrunden am Vormittag war der Fußball-Nationalspieler auf Tauchstation zunächst auf Tauchstation gegangen. Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen - um dem Blitzlichtgewitter der Fotografen zu entkommen, zog sich der Noch-Dortmunder auf dem Weg in die Kabine sogar das Trikot über den Kopf.

In den letzten Tagen hatte Götze mit einer kurzen Trendmeldung noch für Optimismus gesorgt: „Es geht mir schon viel besser.“ Er wolle in London unbedingt dabei sein, er werde alles für die Borussia geben und helfen, damit man am Ende den „Pott“ nach Hause mitnehmen könne, sagte der 37 Millionen Euro teure Mittelfeldspieler vor seinem Abschiedsspiel im schwarz-gelben Trikot.

Anders als bei Götze scheint der Einsatz des ebenfalls angeschlagenen Mats Hummels sehr wahrscheinlich zu sein. „Ich wünsche jedem Spieler, dass er an diesem Finale teilnehmen kann“, erklärte Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer. Faire Wünsche vonseiten des Fußball-Rekordmeisters, aber sie unterstreichen auch das, was Sammer & Co. in dieser Saison vorleben: Angst hat der FC Bayern vor nichts und niemandem.

"Wollen unseren Weg gehen, wie wir ihn für richtig halten"

Große Vorfreude strahlten Arjen Robben und Sammer am Dienstag aus, der Sportvorstand hob zudem den Botschaftscharakter der fieberhaft erwarteten Begegnung hervor. „Der deutsche Fußball sollte stolz sein, dass zwei Mannschaften aus Deutschland das Finale bestreiten können“, erklärte Sammer.

Dass Dortmunds Trainer Jürgen Klopp in englischen Medien die Bayern derweil mit einem James-Bond-Bösewicht verglich, ließ Sammer nicht an sich ran. „Ich kann nicht für andere antworten oder auch denken“, sagte er. „Wir wollen unseren Weg gehen, wie wir ihn für richtig halten.“

Sorgenkind Götze begnügte sich mit individuellen Laufeinheiten

Der Dortmunder Weg vom Dienstag hieß vor allem Schweigen. Anders als geplant, schwitzte das Dortmunder Sorgenkind Götze zumindest am Morgen nicht im Kreis der Mannschaft, sondern begnügte sich - abgeschirmt von einem Sichtschutz - mit individuellen Laufeinheiten. „Es wäre sehr hilfreich, wenn wir auf ihn zählen könnten“, sagte Hummels dem „Kicker“ (Dienstag). Der nahe Abschied aus Dortmund und das anstehende Duell mit seinen künftigen Bayern-Mitstreitern wird Götze in den kommenden Tagen einen Medienrummel in bisher nicht gekanntem Ausmaß bescheren.

Auch bei den Münchnern ist das Reporter-Interesse riesengroß, einen Blick auf die Trainingseinheit von Trainer Jupp Heynckes gab es aber nicht zu erhaschen. Am ersten von drei Übungstagen hinter verschlossener Tür habe man gut trainiert, verriet Robben immerhin. Sammer berichtete in einer Pressekonferenz von einer „sehr fokussierten“ Mannschaft, bei der „eigentlich alle zur Verfügung“ stünden.

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Sichtlich zufrieden hob Robben hervor, dass man nun keine Bundesligaspiele mehr vor sich habe, sondern nur noch das ganz große Endspiel am Samstag im Wembleystadion. „Am Ende zählt nur das Finale“, erklärte der Niederländer. Man wolle eine großartige Saison fantastisch beenden, sagte der strahlende Robben und will vor dem Jahrhundertfinale auf die bewährte Vorbereitung bauen.

„Das, was wir das ganze Jahr gemacht haben, war erfolgreich, und dann musst du auch nichts anderes machen“, sagte Robben. Auch Sammer hofft auf eine „gewisse Normalität“ im Ablauf. „Die wichtigste Botschaft ist es, eine gewisse Gelassenheit zum Spiel zu entwickeln, langsam Spannung aufzubauen und natürlich in diesem Spiel zu explodieren“, erklärte der Sportvorstand.

Voller Vorfreude auf Wembley stellte auch der einstige Bayern-Profi Hummels den Fußballfans ein Spektakel in Aussicht: „Ich denke, dass dieses Spiel eines der am meisten umkämpften sein wird, das es je zwischen zwei deutschen Teams gab.“

dpa/sid

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