Trainer bei Chelsea? Löw bezieht Stellung

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Jogi Löw.

Freiburg - Bundestrainer Joachim Löw hat nach einem Medienbericht über ein angebliches Treffen mit Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch auf seine langfristig geschlossene Verbindung mit dem DFB verwiesen.

 Der hochdotierte Trainer-Schleudersitz beim FC Chelsea ist für Joachim Löw keine Verlockung. Der Bundestrainer hat auf Gerüchte über ein angebliches Treffen mit Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch in der Schweiz mit dem Verweis auf seine langfristig geschlossene Verbindung mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) reagiert. “Ich habe einen Vertrag als Bundestrainer bis 2014. In drei Monaten beginnt die EM. Jeder kennt meine Zielsetzung. Ich sehe daher keinen Sinn darin, mich zu medialen Spekulationen zu äußern“, ließ Löw am Dienstag über Nationalmannschaftssprecher Harald Stenger ausrichten.

Nach einem Bericht der Schweizer Zeitung “Tribune de Genève“ soll sich Löw am Montag in Genf in einem Nobelhotel mit Roman Abramowitsch getroffen haben. Der russische Milliardär ist nach der Entlassung des Portugiesen André Villas-Boas auf der Suche nach einem neuen Trainer für seinen Club FC Chelsea. Löw könnte das Amt im Sommer nach der Europameisterschaft vom 8. Juni bis 1. Juli in Polen und der Ukraine übernehmen, spekulierte das Schweizer Blatt. Es schrieb allerdings auch fälschlicherweise davon, dass Löws Vertrag mit dem DFB nach dem Turnier enden würde. Er ist jedoch schon im vergangenen Jahr vorzeitig bis zur WM 2014 in Brasilien verlängert worden.

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

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Löw war tatsächlich am Montag in Genf. Am Vorabend des dortigen Autosalons nahm der Bundestrainer als Markenbotschafter für DFB-Sponsor Mercedes gemeinsam mit Teammanager Oliver Bierhoff sowie den Nationalspielern Mario Götze (Borussia Dortmund) und Benedikt Höwedes (Schalke 04) an einer Präsentation teil.

Nach seinen Erfolgen mit der Nationalmannschaft bei der EM 2008 und der WM 2010 wird Löw fast zwangsläufig immer häufiger auch als möglicher Trainer bei europäischen Topclubs gehandelt. Der ehemalige Trainer des VfB Stuttgart hat ein Vereins-Engagement in naher Zukunft jedoch zuletzt immer wieder sehr glaubhaft ausgeschlossen. Zudem ist Löw als ausgesprochen vertragstreu und loyal bekannt. Für den DFB arbeitet er bereits seit Sommer 2004. Zunächst war er zwei Jahre Assistent von Jürgen Klinsmann, dem er 2006 als Chefcoach nachfolgte.

Löw liebt seinen aktuellen Job. “Ich bin Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Das ist für mich mit das Schönste und Beste, was es gibt. Da gibt es nicht viel bessere Jobs auf dieser Welt. Von daher mache ich mir keine Gedanken“, hatte Löw erst Ende Januar bei den Marketingtagen der Nationalmannschaft für die bevorstehende EM-Endrunde zu seinen Plänen geäußert. “Meine Aufgaben sind die EM 2012 und danach die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien.“

Sehr unwahrscheinlich ist es auch, dass Löw direkt nach einem kräfteraubenden Turnier bei einem Verein als Trainer einsteigen würde. So etwas hatte er während der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika kategorisch ausgeschlossen. Damals war seine Zukunft nach der WM offen gewesen, weil eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem DFB vor dem Turnier geplatzt war.

Löws Zielsetzung lautet, mit der von ihm geformten jungen Nationalelf in diesem Jahr bei der EM oder spätestens bei der Weltmeisterschaft 2014 wieder einen Titel nach Deutschland zu holen. Der letzte deutsche Titelgewinn gelang 1996 bei der EM in England.

dpa

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