Träsch rechnet mit Teamkollegen ab

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Christian Träsch

Freiburg - Wolfsburg-Kapitän Christian Träsch redete unmittelbar nach dem 0:3 seines Teams Klartext und rechnete schonungslos mit seinen Kollegen ab.

Planlos, mutlos, chancenlos: Nach dem desolaten Auftritt in Freiburg herrscht beim VfL Wolfsburg Alarmstimmung. Kapitän Christian Träsch redete unmittelbar nach dem 0:3 am 4. Bundesliga-Spieltag Klartext und rechnete schonungslos mit seinen Teamkollegen ab. “Wir sind nicht als Mannschaft aufgetreten, jeder hat sein eigenes Süppchen gekocht. Jeder muss dem anderen helfen, das fehlt einfach. Jeder denkt zu sehr an sich“, sagte der deutsche Fußball-Nationalspieler.

Der Meister von 2009 hatte im Breisgau zuvor einen spielerischen Offenbarungseid abgelegt. Eine indiskutable Fehlpassquote, keine Fantasie im Spiel nach vorn und katastrophale Abwehrfehler hatten den Auftritt beim zuvor sieglosen SC Freiburg geprägt. Patrick Ochs fand sogar, dass Freiburg locker hätte sechs Tore erzielen können: “Wir wurden mit einfachen Mitteln ausgespielt.“

Noch bevor die diversen Nationalspieler sich in die Länderspielpause verabschieden, soll es aufgrund der eklatanten Probleme offenbar zu einer Aussprache im Team kommen. “Die Mannschaft muss sich zusammensetzen und die Fehler ansprechen. Wir müssen endlich als Team auftreten“, sagte Träsch. Trainer Felix Magath war selbstredend ebenfalls sauer. Es habe an mannschaftlicher Geschlossenheit gefehlt. Man habe fast chancenlos verloren.

Neue Abwehr alarmierend schwach

Magath darf sich dabei nicht frei von Schuld sprechen, schließlich hat der mächtige Trainer und Geschäftsführer mit einer völlig neu zusammengestellten Abwehr ein großes Risiko gewählt. Neuzugang Sotirios Kyrgiakos bildete mit Alexander Madlung das neue Gespann in der Innenverteidigung. Die Position rechts in der Abwehr übernahmen während des Spiels in Ochs, Makoto Hasebe und Träsch gleich drei Spieler.

Freiburg hat in der Bundesliga noch nie ein Heimspiel gegen Wolfsburg verloren, doch so leicht wie an diesem Samstagnachmittag wurde es dem SC wohl noch nie gemacht. Beim 1:0 durch Oliver Barth rannten sich Kyrgiakos und der in den vergangenen Jahren selten mit Spielpraxis bedachte Madlung gegenseitig über den Haufen. Erik Jendrisek konnte das 2:0 nur erzielen, weil Marcel Schäfer erst Flankengeber Papiss Demba Cisse entwischen ließ und schließlich Hasebe dem Torschützen viel Raum und Zeit ließ.

Vor Cedrick Makiadis Schlusspunkt köpfte Träsch dem Ex-Wolfsburger den Ball im Strafraum direkt vor die Füße. “Wir sind ohne Selbstvertrauen und hatten keinen Mut, nach vorne zu spielen. Da werden Fehler leicht bestraft“, sagte Magath. Der 58-Jährige vermutete, dass die Unsicherheit vieler Spieler an seiner Einkaufspolitik liegt und hofft auf eine Besserung nach dem Ende der Transferperiode. Für viele Spieler sei dann die Unsicherheit raus, sie bräuchten keine Angst mehr vor Neuzugängen zu haben.

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Noch keine Rede vom erneuten Abstiegskampf

Bis die Frist am Mittwoch endet, wird Magath dennoch kaum eine andere Wahl haben, als noch einmal aktiv zu werden. Ein Spielgestalter fehlt dem Team an allen Ecken und Enden. Diego spielt definitiv keine Rolle mehr, die Gerüchte um den früheren Dortmunder Tomas Rosicky halten sich trotz des Dementis seines Beraters. Magath äußerte sich zu seinen Planspielen nicht, betonte jedoch, dass er keinen Spieler verpflichtet, nur weil er ein Spiel verloren habe.

Dennoch muss man sich in Wolfsburg nach nur einem Sieg aus den ersten vier Spielen und dazu noch acht Gegentoren Gedanken machen. In der vergangenen Saison hatte man die brisante Lage erst spät erkannt und war nur knapp dem Abstieg entgangen. “Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir nicht wieder gegen den Abstieg spielen müssen“, betonte Magath.

Die fehlenden Punkte müssten jedoch erst einmal aufgeholt werden. An der Zielsetzung, in diesem Jahr das internationale Geschäft zu erreichen, soll sich vorerst nichts ändern.

dapd

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