Torlinien-Technik: FIFA lässt zwei Firmen testen

Köln - Der Fußball-Weltverband FIFA nähert sich einer Entscheidung für die Torlinien-Technik. Die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) fassten am Samstag im englischen  Surrey einen Entschluss.

Sie wollen zwei Firmen mit einer zweiten Testreihe beauftragen, nachdem die erste Testphase (November bis Dezember 2011) mit acht Systemen ausgewertet wurde. „Das sind aufregende Neuigkeiten, dass zwei Unternehmen die Kriterien erfüllt haben“, sagte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter: „Jetzt wird weiter getestet, dann wird eine Entscheidung fallen.“

Das Unternehmen Hawk-Eye setzt auf Torkameras, die Firma GoalRef auf Magnetfelder und einen speziellen Ball, der selbst meldet, wenn er die Linie überschritten hat. Die zweite Testphase (Mai bis Juni 2012) soll nun weitere Erkenntnisse bringen, die endgültige Entscheidung wird das IFAB einen Tag nach dem Finale (1. Juli) der EM 2012 in Polen und der Ukraine auf einer Sondersitzung fällen.

Blatter, lange ein Gegner der Torlinien-Technik, hatte spätestens mit dem nicht gegebenen Treffer des Engländers Frank Lampard im Achtelfinale der WM 2010 in Südafrika gegen Deutschland (1:4) seine Meinung geändert. „Wir wollen keine Wiederholung der letzten WM“, sagte der Schweizer. Sein möglicher Nachfolger, UEFA-Boss Michel Platini, steht der Einführung einer Torlinien-Technik kritisch gegenüber. Der Franzose favorisiert den Einsatz von zwei Torrichtern. „Platini will es nicht, aber möchte nicht noch einmal bei einer WM Zeuge einer solchen Situation sein“, sagte Blatter: „Da würde ich sterben. Wir können es uns nicht erlauben, untätig zu bleiben und abzuwarten, was passiert.“

SID

Rubriklistenbild: © dpa

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