Toni Kroos hat keine Angst vor Konkurrenz

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Toni Kroos hat keine Angst vor Konkurrenz.

Hamburg - Toni Kroos galt lange als "ewiges Talent". Längst hat er den Sprung geschafft. In der Nationalelf ist er inzwischen Stammspieler und stellt jetzt Ansprüche.

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Wenn vor der Saison über die Besetzung des Mittelfelds bei Bayern München oder in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gesprochen wurde, kam der Name Toni Kroos nur selten vor. Der gebürtige Rostocker galt vielerortens als großes Talent, den endgültigen Durchbruch traute ihm so recht aber keiner zu - auch angesichts der scheinbar übermächtigen Konkurrenz. Doch seit einigen Wochen und in seiner fünften Saison als Profi erfüllt der 21-Jährige nun endlich die großen Erwartungen.

Kroos ist derzeit beim Rekordmeister, aber auch in der Nationalmannschaft gesetzt. Bundestrainer Joachim Löw gerät ebenso wie Bayern-Coach Jupp Heynckes ins Schwärmen, wenn es um den Filigran-Fußballer geht. „Toni ist ein absoluter Topspieler. Es ist eine Delikatesse, wie er Fußball spielt“, sagte Heynckes kürzlich.

Beim FC Bayern profitierte Kroos auch von der Verletzung von Superstar Arjen Robben. Doch längst hat er sich mit starken Leistungen als Takt- und Ideengeber unverzichtbar gemacht. Diskussionen, ob man Robben überhaupt noch brauchen würde, waren bei Bayern die Folge. Auch bei Löw hatte Kroos in den letzten Länderspielen seinen Platz sicher - trotz eines Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira, Mario Götze oder Mesut Özil.

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Längst formuliert Kroos auch offen seine Ansprüche. Wenn es um die große Konkurrenz in der Nationalmannschaft geht, sagt er artig, dass es „viele gute Fußballer in der zentralen Mittelfeldposition gibt“ - aber offensiv schiebt er nach: „Ich habe gerade nach der EM viele Spiele gemacht, einen Großteil von Anfang an. Ich habe das Vertrauen des Bundestrainers gerechtfertigt. Ich schaue eher auf mich, nicht auf andere Spieler. Wenn ich meine Leistung abrufe, muss ich mir keine großen Sorgen machen.“

Eigens für Kroos, der sich selbst „in erster Linie als Vorbereiter und Toreinleiter“ sieht, kreierte Löw sogar den Begriff „Zwischenspieler“. Es sei keine Position, „die neu erfunden wurde, es ist nur ein neuer Begriff, den der Bundestrainer gebraucht hat. Es ist eben wichtig, dass man diese Zwischenräume zwischen den Positionen sechs und zehn optimal nutzt“, sagte der 22-malige Nationalspieler dazu.

Dass Kroos sich in dieser Saison derart in den Vordergrund spielt, war nicht abzusehen. Noch in der vergangenen Spielzeit wurde er als „ewiges Talent“ kritisiert, wurde ihm seine elegante Spielweise oft sogar als Arroganz ausgelegt.

„Es war für mich wichtig, noch mal ein Stück draufzupacken, meine Leistung zu verbessern“, erklärte Kroos am Mittwoch nun seinen Aufschwung, der auch eng mit Heynckes verknüpft ist: „Er weiß sehr gut, wie er mit mir umgehen muss. Er weiß, wann ich Lob brauche oder er mir in den Arsch treten muss. Ich spüre das Vertrauen. Er ist ein sehr wichtiger Faktor.“

SID

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