Wiese findet neuen Bundesligaklub

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Tim Wiese kehrt Werder Bremen den Rücken.

Bremen - Am Morgen wurde noch über einen Wechsel von Tim Wiese zu Real Madrid spekuliert, am Abend stand fest: Der Nationaltorhüter geht von Werder Bremen zu einem Bundesligaverein.

Kraichgau statt Millionen-Metropole, 1899 Hoffenheim statt der Königlichen von Real Madrid: Nationaltorhüter Tim Wiese hat sich aus seinen angeblich sechs Angeboten das aus der Bundesliga ausgesucht und wechselt von Werder Bremen zum Retortenklub. Am Morgen war noch über einen möglichen Transfer Wieses nach Madrid spekuliert worden. Angeblich hatte er auch Angebote von Inter und dem AC Mailand, von Juventus Turin sowie Tottenham Hotspur, die er angeblich aber schon frühzeitig ausschloss. Hoffenheim hatte wenige Minuten vor der Verpflichtung Wieses schon die von Stürmer Eren Derdiyok von Bayer Leverkusen bekannt gegeben.

Der 30 Jahre alte Wiese wechselt ablösefrei und erhält in Hoffenheim einen Vierjahresvertrag bis zum 30. Juni 2016. „Die Chance, einen so erfahrenen, erfolgreichen und ehrgeizigen Profi verpflichten zu können, wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen“, sagte Hoffenheims Trainer Markus Babbel: „Dass es jetzt geklappt hat, freut uns sehr. Tim Wiese hat es bis in die Nationalelf geschafft. Das sagt eigentlich alles. Ich bin überzeugt, dass er ein wesentlicher Faktor für die Erreichung unserer Ziele sein wird.“

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Der Torwart mit der Winnetou-Frisur hatte rund 24 Stunden vor der Bekanntgabe seines Transfers erstmals Kontakte zum spanischen Rekordmeister bestätigt. „Wenn so eine Nachricht in Umlauf gerät, ist auch meistens etwas dran“, sagte Wiese der Kreiszeitung Syke, „es gibt Kontakt zwischen Real und meinem Berater.“ Bereits Mitte April waren Spekulationen aufgekommen, Wiese könnte im Sommer zu den Königlichen wechseln und Kollege von Mesut Özil und Sami Khedira werden.

Allerdings steht beim spanischen Renommierklub ein gewisser Iker Casillas im Tor. Zwar befindet sich Spaniens Nationalkeeper mit Real-Trainer Jose Mourinho seit Wochen im Dauerclinch, ein Abschied Casillas' aus Madrid gilt aber als unwahrscheinlich. Im Gegensatz zu Mourinho verehren ihn die Fans als „Heiligen“.

Wiese hatte erklärt, es spielten „viele Faktoren eine Rolle - wie zum Beispiel die Familie. Ich muss mir das genau überlegen.“ Auch den Abschied von Werder hat sich der Paradiesvogel gut überlegt. Mit den Grün-Weißen holte Wiese 2009 den DFB-Pokal, wurde zweimal Vizemeister und spielte mehrfach in der Champions League. Weil der Erfolg in Bremen zuletzt jedoch ausblieb, hat er seinen Vertrag nicht mehr verlängert.

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„Unten rumkrebsen, das wollte ich nicht mehr. Ich will oben mitspielen“, sagte Wiese zu seiner Entscheidung. Oben mitgespielt hätte er in Madrid mit Sicherheit, ob er es auch in Hoffenheim kann, wird sich zeigen. Immerhin verstärkte sich der aktuelle Tabellen-Elfte auch mit dem Schweizer Nationalspielers Derdiyok, der für geschätzte sechs Millionen Euro ebenfalls bis 2016 unterschrieb. „Eren Derdiyok ist ein kompletter, spielstarker Stürmer, er passt hervorragend in unser sportliches Konzept. Ich freue mich, dass wir ihn von uns überzeugen konnten“, sagte Babbel.

Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs fahndet schon seit Wochen nach einem Nachfolger für Wiese. Zuletzt beobachtete Allofs den Bochumer Andreas Luthe. Aber: „Es stehen einige Torhüter auf der Liste“, sagt der Klub-Chef, der vor der Herausforderung steht, trotz Einsparungen und prominenter Abgänge wieder eine schlagkräftige Mannschaft für die kommende Saison zusammenzustellen. Neben Luthe sollen auch Michael Rensing (Köln) und Kevin Trapp (Kaiserslautern) Anwärter für das Werder-Tor sein.

sid

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