Tiffert deutet Abschied vom FCK an

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Christian Tiffert

Kaiserslautern - Der 1. FC Kaiserslautern kann nach dem 1:3 bei Bayer Leverkusen in Ruhe für die 2. Liga planen. Dazu droht den Pfälzern auch noch der Abgang ihres Kapitäns.

Der glücklose Krassimir Balakow hat offenbar resigniert und redete nach dem nächsten Tiefschlag nicht mehr um den heißen Brei herum. „Wir müssen realistisch bleiben. Wir wissen, dass wir nah an der zweiten Liga sind und müssen uns darauf einstellen“, sagte der ernüchterte Trainer des abgeschlagenen Bundesliga-Schlusslichts 1. FC Kaiserslautern nach dem 1:3 (1:1) bei Vizemeister Bayer Leverkusen.

Bei neun Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz hat der erst vor rund drei Wochen als Heilsbringer verpflichtete Bulgare nach seinem vierten Einsatz auf der FCK-Bank ohne Punkt die Hoffnung auf ein Wunder verloren, auch wenn er sich für einen kurzen Augenblick noch einmal kämpferisch gab: „Theoretische Chancen sind noch da. Wir werden versuchen, die bis zum letzten Spiel zu nutzen.“

Doch daran glaubt bei den Roten Teufeln nach dem 20. Spiel in Serie ohne Sieg ofenbar niemand mehr, zumal das Restprogramm mit dem 1. FC Nürnberg (H), Hertha BSC (A), Borussia Dortmund (H) und Hannover 96 (A) auch nur wenig Hoffnung auf Besserung verspricht. „Die Situation ist jetzt natürlich sehr schwer, da sind wir realistisch, dennoch wollen wir auch in den kommenden Spielen Gas geben“, sagte Ersatzkapitän Mathias Abel, der den verletzten Christian Tiffert vertrat.

Der etatmäßige Spielführer sorgte auch ohne Einsatz für Wirbel, denn trotz seines bis 2013 laufenden Vertrages kokettiert der Mittelfeldspieler öffentlich mit einem Wechsel. „Ich bin 30. Ich kann schon noch Bundesliga spielen“, sagt er dem kicker und deutete damit an, dass er kein Interesse daran hat, mit den Pfälzern im Unterhaus zu spielen.

„Wir werden nach dem letzten Saisonspiel noch zwei, drei Tage zusammenbleiben und dann die Situation besprechen. Bis dahin habe ich mir auch ein Bild gemacht, mit wem wir weiter planen können“, sagte Balakow, der gemeinsam mit Klubchef Stefan Kuntz in den nächsten vier Spielen genau hinschauen wird, wer mit Stolz das FCK-Emblem trägt und sich mit Macht gegen den dritten Bundesligaabstieg nach 1996 und 2006 stemmt.

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Dass Julian Derstroff, der seit der E-Jugend auf dem Betzenberg spielt und mit seinem ersten Bundesligatreffer (42.) die Pfälzer kurzfristig wieder ins Spiel gebracht hatte, das Herz auf dem richtigen Fleck trägt, verdeutlichte der 20-Jährige gleich nach dem Abpfiff. „Jetzt muss in den letzten Spielen jeder beweisen, dass er bereit ist, alles für den Verein zu geben. Wir sind es unseren tollen Fans schuldig, zumindest noch einen Sieg zu holen.“

Das ist auch das vordringliche Ziel von Balakow, der neben Tiffert gegen Leverkusen noch ein halbes Dutzend verletzter Stammspieler ersetzen musste. Aller Voraussicht nach muss der FCK-Coach auch am Samstag gegen Nürnberg wieder mit einer Notelf antreten. „Ich bin davon überzeugt, dass wir gegen Nürnberg eine Chance haben, denn ich habe gegen Leverkusen viele positive Ansätze gesehen“, so der ehemalige Bundesligaprofi.

Viele Lichtblicke bei ihrer Mannschaft hatte auch die neue sportliche Führung der Leverkusener mit Teamchef Sami Hyypiä und Trainer Sascha Lewandoswki bei ihrer erfolgreichen Heimpremiere ausgemacht. „Es hat zwar noch nicht alles geklappt, aber es war eine Trendwende“, resümierte Lewandowski.

Simon Rolfes (57.), der sich ebenso wie Stefan Kießling (1.) und Stefan Reinartz (89.) in die Torschützenliste eintrug, war nach dem Ende der Negativserie mit fünf Spielen ohne Sieg ebenfalls erleichtert. „Wir haben heute einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Aber wir müssen weiter hart arbeiten, wenn wir auch am Samstag gegen Berlin erfolgreich sein wollen“, sagte der Bayer-Kapitän, für den der Weg nach Europa trotz der guten Ausgangsposition „noch sehr weit“ ist.

sid

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