"Tief im Innern auf St. Pauli gewartet"

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Michael Frontzeck im Stadion am Millerntor

Hamburg - Michael Frontzeck hat beim FC St. Pauli seine Aufgabe als Retter angetreten. Der Ex-Nationalspieler wurde am Samstag in Hamburg als Nachfolger des beurlaubten André Schubert vorgestellt.

Hoffnungsträger Michael Frontzeck hat seine Rettungsmission beim kriselnden FC St. Pauli angetreten. Der 48 Jahre alte Ex-Nationalspieler wurde beim unverhofft weit unten in der Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga platzierten Kiez-Club am Samstag offiziell als Nachfolger des vor zehn Tagen beurlaubten Cheftrainers André Schubert vorgestellt. „Der FC St. Pauli ist mir immer positiv durch große Geschlossenheit aufgefallen. Das ist eine gute Voraussetzung, um erfolgreich zu arbeiten “, sagte Frontzeck. Sein neuer Club wartet nach dem mageren 2:2 am Freitagabend gegen den 1. FC Union Berlin nun schon seit fünf Punktspielen auf einen Sieg.

Frontzeck hatte diese Partie bewusst am heimischen Fernsehgerät verfolgt, um nicht selbst in den Mittelpunkt des Interesses zu geraten. „Die Mannschaft hat mir gegen Union gut gefallen. Sie ist nach dem 0:1 gut zurückgekommen und hätte mit ein bisschen Glück das Spiel auch gewinnen können“, meinte der neue Cheftrainer. Das Trio Thomas Meggle, Timo Schultz und Mathias Hain, das den Kiez-Club in den Punktspielen bei Jahn Regensburg (0:3) und gegen Berlin betreut hatte, wird unter ihm wieder im Assistenz-Bereich tätig sein.

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„Ich bin nicht paranoid veranlagt, dass ich ihnen nicht vertraue. Ich mache klare Vorgaben, bin aber sehr teambezogen. Die Co-Trainer sind bei mir nicht nur für das Hütchen-Aufstellen zuständig“, betonte Frontzeck, der seine erste Einheit am Montag (15.00 Uhr) leiten wird. Wichtig sei, zu allererst dafür zu sorgen, dass die verunsicherte Mannschaft „wieder Boden unter die Füße“ bekomme.

Mittelfristig gab er für Kapitän Fabian Boll & Co. jedoch das Ziel aus, „wieder in den Kampf oben einzugreifen“, sagte der bisher für Alemannia Aachen, Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach nur in der 1. Liga tätige Coach. In seinen 30 Jahren als Profi, Co- und Cheftrainer habe er immer schon Sympathien für den Kiez-Club und dessen tolle Fans gehegt, merkte der 19-malige Nationalspieler an. Sinnigerweise hatte er am 13. Februar 2011 nach der Gladbacher 1:3-Pleite auf St. Pauli seinen bis dato letzten Trainerjob verloren.

„Der Kreis schließt sich“, meinte der seither arbeitslose Fußball-Lehrer. „Im Grunde habe ich tief im Innern auf St. Pauli gewartet und bin froh, dass es jetzt so gekommen ist“, ergänzte Frontzeck grinsend. Ob sein Vertrag bis 2014, der laut Clubchef Stefan Orth zeitnah unterschrieben werden soll, auch für die 3. Liga gelte, wurde er gefragt. „Ich habe an viele Dinge gedacht, daran nicht“, bekannte Frontzeck. Die aktuelle sportliche Lage sei „nicht zu verniedlichen, aber wir haben Zeit genug, sie zu korrigieren.“

dpa

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