Allofs-Nachfolge

Eishockey-Boss wird Werder-Manager

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Thomas Eichin bei der Präsentation

Bremen - Thomas Eichin wird Nachfolger von Manager Klaus Allofs bei Werder Bremen. Eichin ist momentan allerdings nicht im Fußball, sondern im Eishockey tätig.

Die wochenlange Suche nach einem Nachfolger für Klaus Allofs ist beendet: Eishockey-Manager Thomas Eichin übernimmt ab dem Frühjahr bei Werder Bremen die vakante Stelle als Geschäftsführer Sport. Damit geht beim Fußball-Bundesligisten die „Fahndung“ nach einer neuen sportlichen Führungskraft zu Ende, die mit dem Abschied von Allofs zum Konkurrenten VfL Wolfsburg am 14. November begonnen hatte.

„Wir haben für die Nachfolge von Klaus Allofs eine smarte Lösung angekündigt und sie mit Thomas Eichin gefunden“, sagte Werders Aufsichtsratschef Willi Lemke am Mittwoch. Lemke kündigte eine enge Kooperation Eichins mit Trainer Thomas Schaaf und Frank Baumann an, der den neuen Mann als Direktor Profifußball unterstützen wird: „Wir haben immer gesagt, wir wollen keine 1:1-Lösung, sondern ein Dreier-Modell. Das ist besser für das gesamte System bei Werder, das erleichtert den Nachfolgern das Arbeiten. Wir sind sehr glücklich damit.“

Bei Werder erhält Eichin (46), der zwei Jahre als Marketingleiter und seit 2001 als Geschäftsführer beim Eishockey-Klub Kölner Haie arbeitete, einen Vertrag bis 2016. Er wird die Saison am Rhein inklusive der Play-offs abwickeln, bevor er komplett nach Bremen zieht. Werder hatte sich bei der Suche zunächst Absagen von Dietmar Beiersdorfer und Marc Kosicke abgeholt. „Das ist die einmalige Chance für mich, in einer sehr interessanten Position bei einem so renommierten Verein in den Fußball zurückzukehren“, sagte Eichin: „Ich bin sehr froh über das Vertrauen, das mir alle handelnden Personen beim SV Werder ausgesprochen haben.“

Der langjährige Bundesliga-Profi vollzieht damit nach einer erfolgreichen Ära im Rheinland die Rückkehr vom Puck zum Ball. Aus den finanziell angeschlagenen Haien formte Eichin ein Spitzenteam, das derzeit auf dem zweiten Platz in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) liegt und in seiner Amtszeit Meister (2002) und Pokalsieger wurde (2004). Erst in diesem Jahr hatte Eichin seinen Vertrag in Köln bis 2016 verlängert, die Haie legten ihm nun aber keine Steine in den Weg.

„Er ist verhandlungserfahren, kennt sich in der Bundesliga aus und hat im Eishockey bewiesen, dass er an der Spitze eines Traditionsvereins alle Höhen und Tiefen erfolgreich bestehen kann“, sagte Lemke über den neuen Geschäftsführer, der aber „nicht alleine auf die Pirsch“ gehen soll. In Transferfragen werde Eichin eng mit Schaaf und Baumann kommunizieren.

Eichin wurde am Donnerstag offiziell als Nachfolger von Klaus Allofs vorgestellt. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Trainer Thomas Schaaf und Frank Baumann, den ich noch aus meiner Nürnberger Zeit kenne“, sagte Eichin. Der 46-Jährige tritt seinen neuen Job im Frühjahr 2013 an. „Ich musste nicht lange überlegen, als Werder mich kontaktiert hat. Es war immer klar, dass ich in den Fußball zurückkehren möchte“, sagte Eichin.

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Eichin hat einige Fußball-Erfahrung vorzuweisen. 15 Jahre lang spielte er in der Bundesliga für Borussia Mönchengladbach (180 Einsätze), unterbrochen nur von einem kurzen Engagement als Leihspieler beim 1. FC Nürnberg. Sein größter Erfolg war der Einzug ins DFB-Pokal-Finale 1992, das die Gladbacher gegen Hannover 96 verloren. Wegen seiner Ausleihe nach Nürnberg verpasste Eichin den Pokalsieg der Borussia 1995.

Sein Vorgänger Allofs hält es für sinnvoll, dass Werder noch vor dem Jahreswechsel einen neuen Mann an der sportlichen Spitze präsentiert. „Es entsteht natürlich öffentlicher Druck, aber es gab keinen Grund zur Panik“, sagte der Geschäftsführer des VfL Wolfsburg. Bei seinem Abschied sei „alles geregelt“ gewesen.

sid

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