Debatte wird immer schärfer

Zwanziger: Hoeneß eine "kleinkarierte Seele"?

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Theo Zwanziger erregt mit seiner Autobiografie "Die Zwanziger Jahre" die Gemüter

Berlin - Um das am Montag erschienene Buch des ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger wird weiter heftig gestritten. Jetzt kontert auch der amtierende Verbandschef Niersbach.

Der ehemalige DFB-Chef Theo Zwanziger hat im Konflikt mit Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß nochmals nachgelegt. „Wenn Uli Hoeneß als Meinungsbildner in unserer Gesellschaft sich zum Beispiel über Frauen-Fußball so despektierlich äußert wie mit einer Bemerkung “Wir reden jetzt mal über Fußball', muss er erwarten, dass das auch einmal thematisiert wird. Wenn er sich deshalb so aufregt, tut er mir leid. Dann ist Hoeneß eine kleinkarierte Seele„, sagte der 67-Jährige dem kicker: `Über die Qualität von Meinung entscheidet in einer Streitkultur nicht allein Uli Hoeneß. Das lässt mich eiskalt.“

Hoeneß hatte am Samstag auf die Zwanziger-Kritik in dessen Buch reagiert und erklärt: „Dass Theo Zwanziger kein guter Präsident war, wusste ich schon lange. Dieses Buch wird ihn nach seinem mehr als peinlichen Rücktritt endgültig in die Isolation treiben.“

Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach („Eigentlich ist jedes Wort zuviel, aber ich würde Uli Hoeneß nicht widersprechen“), der in einem WamS-Interview von seinem Vorgänger harsch kritisiert wurde, reagierte nochmals auf die Zwanziger-Vorwürfe, wonach er nur halbherzig das soziale Engagement betreibe. So sei der Besuch der Gedenkstätte in Auschwitz vor der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine „zu schnell abgetan“ worden sei.

Dazu Niersbach in der Bild: „Wichtiger als die exklusive Wahrnehmung meines Vorgängers ist mir in diesem Zusammenhang das Dankesschreiben des Internationalen Auschwitz-Komitees an den DFB.“ Zwanziger hatte geäußert: „Wer etwas Soziales macht, sollte das tun, weil er sich wirklich verpflichtet fühlt. Das muss man sichtbar machen. Das ist vor allem Sache des Präsidenten.“

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff betonte am Montag in Amsterdam, Zwanzigers Zeilen hätten ihn „nicht groß getroffen. Man braucht es nicht mehr groß kommentieren, es steht für sich. Wichtig für uns ist, nach vorne, nicht zurückzuschauen“. Bierhoff war selbst kürzlich unter die Autoren gegangen. „Jeder muss es für sich selbst ausmachen, wie er ein Buch schreibt. Für mich war es wichtig, dass es keine Abrechnung wird, keiner beleidigt sein muss“, sagte er.

Kein Verständnis für Buchautor Zwanziger brachte Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh auf. „Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wieso der ein Buch schreibt. Er ist Präsident des DFB gewesen. Jetzt bringt er Dinge daher, die geheim bleiben müssen. Wo kommen wir da hin?“, sagte Veh bei Sky90, „man sollte schon fähige Leute da vorne haben. Man sollte die Klasse und Größe haben, dass sie nicht nachtreten, wenn sie aufhören. Das verlange ich von jemandem, der diese Position und dieses Alter hat. Was er hier macht, finde ich ganz, ganz schwach.“

sid

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