Testspiel: Hitzfeld hat "spezielle Gefühle"

+
Ottmar Hitzfeld.

Für Ottmar Hitzfeld ist es das erste Aufeinandertreffen mit seinem Heimatland. Entsprechend ist das Spiel gegen Deutschland für den Nationaltrainer der Schweiz etwas ganz Besonderes.

Ottmar Hitzfeld hat in seiner erfolgreichen Karriere als Fußball-Trainer schon viel erlebt, doch gegen sein Heimatland musste er bisher noch nicht antreten. Für den Nationaltrainer der Schweiz ist das Länderspiel am Samstag (18 Uhr/ZDF) in Basel gegen die deutsche Nationalmannschaft deshalb „etwas ganz Besonderes“. Als Deutscher empfinde er „spezielle Gefühle. Das wird ein emotionales Spiel, ein Highlight“, sagte der 63-Jährige.

Zumal Hitzfeld nach wie vor in Lörrach wohnt und weiterhin enge Kontakte, nicht nur als Experte des deutschen Pay-TV-Senders Sky, zu seinen Ex-Klubs Borussia Dortmund und Bayern München pflegt. Mit beiden Vereinen gewann er sowohl die Meisterschaft als auch die Champions League. Ein mögliches Engagement als Bundestrainer sagte Hitzfeld 2004 jedoch ab.

Ottmar Hitzfelds Trainerkarriere in Bildern

Ottmar Hitzfelds Trainerkarriere in Bildern

Dafür übernahm er am 1. Juli 2008 die Verantwortung bei den Eidgenossen. Nachdem Hitzfeld zuletzt mit den Schweizern in der Qualifikation für die bevorstehende EURO in Polen und der Ukraine gescheitert war, hatte es Gerüchte über einen vorzeitigen Abschied gegeben. Doch Hitzfeld machte schnell deutlich, dass er seinen im März 2011 vorzeitig verlängerten und bis zur WM 2014 in Brasilien laufenden Vertrag definitiv erfüllen will.

„Mir macht die Arbeit mit jungen Spielern sehr viel Spaß. Das ist für mich eine große Motivation und Herausforderung“, sagte er und fügte an: „Wir werden uns in den nächsten Monaten akribisch vorbereiten, um uns für Brasilien zu qualifizieren.“ Gegner in der WM-Qualifikationsrunde für die Schweiz, die bei der EM erstmals seit 2002 bei einem großen Turnier fehlt, sind ab Herbst Norwegen, Slowenien, Zypern und Albanien.

Auf diesem Weg ist das „Prestigeduell“ (Hitzfeld) gegen Deutschland ein wichtiger Schritt - wie etwa auch der Test gegen Argentinien im März (1:3). „Wir werden alles versuchen, den Deutschen ein Bein zu stellen“, sagte der Schweizer Nati-Coach.

Dass bei der von Bundestrainer Joachim Löw betreuten DFB-Auswahl die vom „Drama dahoam“ noch frustrierten Bayern-Profis fehlen werden, sieht Hitzfeld keineswegs als Vorteil für sein Team: „Die Europameisterschaft steht kurz bevor, und da steht jeder Spieler unter Beobachtung. Vor allem die zweite Garde wird hochmotiviert sein, sie wollen sich für die EM aufdrängen.“ Ohnehin ist für Hitzfeld Deutschland neben Spanien „der Topfavorit“ der EM.

Im Aufgebot für Samstag stehen in Diego Benaglio (Wolfsburg), Eren Derdiyok (Leverkusen/künftig Hoffenheim), Francois Affolter (Bremen) und Tranquillo Barnetta (Leverkusen) vier Bundesliga-Profis. Dazu kommen der künftige Münchner Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka, der nach Gladbach wechselt. Ricardo Rodriguez (Wolfsburg) fehlt verletzt.

Am 30. Mai testet „die Nati“, wie die Nationalmannschaft in der Schweiz kurz genannt wird, dann gegen Rumänien. „Das Spiel gegen die Rumänen ist für uns noch einen Tick wichtiger als jenes gegen die Deutschen. In dieser Partie sind wir der Favorit und müssen das Spiel machen“, sagte Hitzfeld, nachdem die Schweiz gegen vermeintlich schwächere Gegner zuletzt immer wieder Probleme gehabt hatte.

Sportlich mag es für Hitzfeld „einen Tick wichtiger“ sein - emotional sicher nicht.

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare