Theater führt Torwart-Schicksal auf

Enke-Drama auf der Bühne - Witwe wehrt sich

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Teresa Enke.

Köln - Robert Enkes Freitod als Theaterstück: Grund genug für Teresa Enke, ihre Anwälte einzuschalten.

Denn ohne Einwilligung der 36 Jahre alten Witwe und Rechteinhaberin wurde das Schicksal des früheren Fußball-Nationaltorwartes, der sich 2009 nach schweren Depressionen das Leben nahm, vom Berliner Maxim-Gorki-Theater aufgeführt. „Demenz, Depression und Revolution“ heißt der Titel des Schauspiels, das im erschütternden Mittelteil (55 Minuten) vom Schicksal des früheren Torhüters von Hannover 96 handelt.

„Das Stück entspricht inhaltlich dem Buch von Ronald Reng. Nur der Name wurde verändert und der Schauplatz Hannover nach Braunschweig verlagert“, sagt Teresa Enkes Berater Jörg Neblung, früherer Manager des Torhüters. Der 45-Jährige macht klar: „Vor Erscheinen des Buches wurden die Rechte für eine mögliche Verfilmung bzw. Theater-Aufführung ausdrücklich ausgeklammert. Sie liegen, entgegen der Darstellung des Maxim-Gorki-Theaters, nicht beim Verlag, sondern bei Teresa Enke, die damit von Anfang an verhindern wollte, dass der Stoff ungefragt inszeniert wird.“ Dies bestätigte der Piper-Verlag, in dem das Buch „Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben“ erschienen ist, auf Anfrage. „Wir besitzen weder die Film- noch die Theater-Rechte“, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens.

Theater gibt keine Stellungnahme ab

Laut Rezensenten des Stückes wurde der Inhalt des Buches 1:1 umgesetzt: „Verlag und Autor wurden nie gefragt, Teresa Enke nicht einmal informiert“, sagt Neblung. Zudem wurde vergangenes Jahr auch noch Teresa Enkes Status als „Person des öffentlichen Lebens“ ausgesetzt um ihre Privatsphäre zu schützen. Neblung: „Dies wurde per Anwalt allen bundesdeutschen Redaktionen mitgeteilt. Teresa Enke äußert sich öffentlich nur zu Themen der Robert-Enke-Stiftung.“

Teresa Enke hat den Kölner Medienanwalt Heiko Klatt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen betraut. Dieser wies das Theater auf die Rechtsverletzungen hin und forderte eine umgehende Stellungnahme. Das Maxim-Gorki-Theater gab am Montag auf SID-Anfrage keine Stellungnahme ab. Hinter dem Pseudonym des Autoren „Fritz Kater“ verbirgt sich Armin Petras (48), Regisseur des Abends und Leiter des Theaters. Eine Theater-Sprecherin erklärte: „Frau Enke laden wir herzlich ein, eine der kommenden Vorstellungen zu besuchen.“

sid

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