Die tätowierte Liga: Auch ein Trainer ist bemalt

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Führend in der Liga in Sachen Tattoos ist Schalkes Jermaine Jones.

Berlin - Tätowierungen prägen das Bild der Bundesliga. Namen, Wappen, Sprüche - die Tattoo-Welt in der Liga ist bunt und grenzenlos. Eines der lebenden Kunstwerke ist überraschenderweise ein Trainer.

Thomas, Lucian, Tayler, Liya. Die Unterarme vieler Bundesliga-Profis sind ein durchtrainiertes Namensregister. Verschlungene Schriftzüge und verschnörkelte Geburtsdaten, umringt von Sternen, Wolken oder Blumen. Vergleichsweise niedliche Verzierungen, die durchaus skurrile Züge annehmen. Alexander Esswein vom 1. FC Nürnberg trägt auf seinem Arm einen Liebesbeweis der besonderen Art: „Oma Hildegard“ und das Geburtsdatum der Großmutter zieren großflächig die Innenseite seines Oberarms.

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Doch kommt es erst mal zum Trikot-Tausch, wird es erst so richtig bunt. Ob Jesus am Kreuz auf dem Rücken oder Porträts der Eltern auf der Brust - an ausgefallenen Tätowierungen mangelt es in der Bundesliga nicht. Quer durch die Vereine kann der geneigte Kunstliebhaber viel erblicken. Führend in der Liga ist Schalkes Jermaine Jones. Auf seinen Armen und seinem Oberkörper muss man suchen, um noch ein freies Stück Haut zu finden. Seine Unterarme zieren die Namen und Bilder seiner Kinder, den Oberkörper Drachen, Kreuze und Lebensweisheiten. Und nicht nur Jones liebt Tattoos, angeblich ist mehr als die Hälfte der Bundesliga-Profis tätowiert.

Lebensweisheiten gehören neben Porträts und religiösen Motiven zu den beliebtesten Verzierungen. „Nur Gott kann uns beurteilen“ - Kölns Fabrice Ehret ergibt sich in sein Schicksal, während Hamburgs Eljero Elia und Kölns Christopher Schorch ihren „Traum leben und ihr Leben nicht nur träumen“ wollen. Auch Vereinswappen sind zu finden. Herthas Trainer Markus Babbel trägt die Wappen seiner bisherigen Vereine auf dem linken Oberarm: Hertha BSC, Bayern München, VfB Stuttgart, FC Liverpool, Hamburger SV - sogar sein Jugend-Klub TSV Gilching ist vertreten.

Dass man nicht immer kreativ sein muss, um mit Köperschmuck über den Platz zu grätschen, zeigt Marco Reus von Borussia Mönchengladbach. Sein Unterarm trägt auch einen Namenszug: seinen Vornamen. Fünf Buchstaben sind im Vergleich zum Rest der Tattoo-Liga doch wenig, der 22-Jährige hat also noch sein Geburtsdatum, den 31. Mai 1989, dahinter stechen lassen.

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Dass diese Kunstwerke auch gefährlich werden können, zeigte das Beispiel Elia. Der Linksaußen des Hamburger SV hatte sich im März 2010 seinen Oberkörper tätowieren lassen. Das Körpergemälde entzündete sich, Elia fiel mitten in der Saison aus.

Tätowieren in der laufenden Saison ist seitdem nicht nur beim HSV untersagt, sondern auch bei Werder Bremen. „Ich will die Gefahr nicht dramatisieren, aber wir haben darauf hingewiesen, dass wir Tätowierungen, die während der Spielzeit vorgenommen werden, grundsätzlich verbieten. Das ist ein Risiko, das wir einfach ausschließen müssen“, sagte Bremens Sportdirektor Klaus Allofs dem Hamburger Abendblatt.

sid

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