Torreiches Duell

BVB stoppt Triple-Bayern und holt den Supercup

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In einem packenden Duell hatte Dortmund das bessere Ende für sich.

Dortmund - Dämpfer für die Über-Bayern und ihren neuen Startrainer: 63 Tage nach dem CL-Finale unterlag Triple-Sieger FC Bayern in der Revanche von London Borussia Dortmund mit 2:4 (0:1) im Supercup.

Damit verpassten die Münchner den angestrebten ersten Titel unter dem neuen Coach Pep Guardiola. Allen Unkenrufen zum Trotz könnte die neuen Saison doch ziemlich spannend werden. Ein echtes Fußballfest war die Saison-Ouvertüre schon einmal. Zwei Bayern-Patzer und ein wundervoll herausgespieltes Tor von Ilkay Gündogan (57. Minute) sorgten für die Entscheidung zu Gunsten der Dortmunder.

Nationalspieler Marco Reus (6.) hatte vor 80 645 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park die Führung erzielt - nach einem Fehler von Bayern-Ersatztorhüter Tom Starke. Danach war es der Niederländer Arjen Robben, der in der 54. Minute für den zwischenzeitlichen Ausgleich und in der 64. Minute für den Anschlusstreffer und neue Hoffnung sorgte. In der 56. Minute hatte der Bayern-Belgier Daniel van Buyten nach Gündogan-Flanke ins eigene Tor geköpft, ehe der Nationalspieler nur eine Minute später die Bayern-Abwehr narrte und den Ball traumhaft schön ins lange Eck schlenzte. Kurz vor Schluss machte Reus mit seinem zweiten Treffer alles klar (86.) Im Vorjahr hatten die Bayern den Supercup in München durch ein 2:1 gewonnen und damit die schwarze Serie von zuvor fünf Pleiten in Serie beendet. Es war seinerzeit ein Signal für eine Traumsaison. Ob dies nun für Dortmund ähnlich sein könnte, wird sich zeigen: Die Borussia hatte in der vergangenen Saison fünf Spiele nacheinander gegen die Bayern nicht gewinnen können.

Klopp: "Bayern spielt geilen Fußball"

Im ersten Aufeinandertreffen von Dortmund-Trainer Jürgen Klopp und Guardiola war der Dortmunder Coach schon vor dem Anpfiff gut gelaunt. „Er sieht gut aus, hat eine Superfigur“, witzelte Klopp vor der ZDF-Kamera. Viel bekomme er nicht mit über das Geschehen in München, meinte Klopp, aber „die Bayern spielen geilen Fußball“.

In 195 Länder wurde das erste Pflichtspiel zweier Bundesligamannschaften übertragen - rund zwei Monate nach dem 2:1-Sieg der Münchner im Champions-League-Finale von London hatten die Bayern ihre Startelf auf fünf Positionen verändert. Nationaltorhüter Manuel Neuer und der Franzose Franck Ribéry waren mit leichten Blessuren daheim geblieben. Bastian Schweinsteiger saß nur auf der Bank. Außerdem fehlten die ganz spät ins Training eingestiegenen Confed-Cup-Teilnehmer Xavier Martinez und Dante, der zumindest noch wenige Minuten zum Einsatz kam.

Auch der für 37 Millionen Euro von Dortmund gekommene Mario Götze nach seiner Verletzung noch immer nicht am Ball. Deshalb gab es bi den Dortmundern gegenüber dem ersten deutschen Champions-League-Finale nur eine einzige Änderung. Statt dem verletzten Polen Lukasz Piszczek war Nuri Sahin dabei. Wie schon in London setzte die Borussia auch im ersten Pflichtspiel der neuen Saison die Akzente mit bärenstarkem Pressing bei noch immer brütender Hitze - nach 25 Minuten gab es die erste von zwei Trinkpausen.

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Da war der erste Borussen-Treffer schon lange gefallen. Die abgefälschte Flanke des von den Münchnern umworbenen Robert Lewandowski kam zu Sven Bender, der es mit einem Aufsetzer versuchte. Starke griff daneben, Reus staubte mit einem Kopfballtreffer ab. Im Stadion sangen die Fans: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“.

Danach kamen die Gäste besser ins Spiel, auch wenn immer wieder zu erkennen war, dass noch nicht alles Gold ist, was Guardiola beim Triple-Sieger so verändert hat. Vor allem das Umschalten auf die Abwehrarbeit klappte noch nicht so richtig. Lewandowski hätte nach Reus-Flanke in der 19. Minute für das 2:0 sorgen können, doch das verhinderte Starke mit einer Glanzparade. Auf der Gegenseite war es Roman Weidenfeller, der zweimal gegen den Schweizer Xherdan Shaqiri (10./14.) klärte. Neuzugang Thiago, der Wunschspieler von Guardiola, setzte im ersten Pflichtspiel keine Akzente.

Bei Dortmund kam nach der Pause Kapitän Sebastian Kehl, Bender blieb in der Kabine. Die Bayern blieben dank Robben, der von den Borussen-Fans andauernd ausgepfiffen wurde, im Spiel. In der 66. Minute kam Schweinsteiger für Shaqiri, später Claudio Pizzaro für Mario Mandzukic. Bei Dortmund versuchte sich der aus Frankreich gekommene Pierre-Emerick Aubameyang für Blaszczykowski. Auch Sokrates kam noch ins Spiel.

dpa

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