Stuttgart beweist aber Moral

Remis gegen Bayer: VfB kriselt weiter

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Viel Kampf und vier gerecht verteilte Tore sahen die Zuschauer der Partie Stuttgart und Leverkusen.

Stuttgart - Der kriselnde VfB Stuttgart hat auch gegen Bayer Leverkusen die Wende verpasst: Durch das Unentschieden gegen die Werkself bleiben die Schwaben im Tabellenkeller.

Die Schwaben verhinderten durch das 2:2 (1:1) am Sonntag gegen Bayer Leverkusen zwar das Abrutschen auf den Relegationsplatz, müssen aber weiter auf den ersten Heimsieg in dieser Bundesliga-Saison warten. Vor 47 400 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena traf Vedad Ibisevic (19./Foulfelfmeter, 55.) zweimal für die Stuttgarter, Stefan Kießling war ebenfalls mit einem Doppelpack (12./59.) auffälligster Bayer-Spieler. Der Druck auf VfB-Coach Bruno Labbadia wird durch das Remis gegen seinen Ex-Club mit Sicherheit nicht geringer werden.

Nur 67 Stunden nach dem peinlichen 0:2 beim Molde FK in der Europa League war dem nervösen VfB der Druck des Gewinnenmüssens deutlich anzumerken. In vielen Einzelgesprächen hatte Labbadia versucht, seine verunsicherten Akteure aufzubauen. Sehr engagiert, wirkten die Schwaben in zahlreichen Situationen aber zu überhastet, ungeordnet und fantasielos. Vor allem der verletzte Kapitän Serdar Tasci (Achillessehnenproblemen), im Abwehrzentrum von Maza vertreten, wurde in der Defensive schmerzlich vermisst. Bei Bayer fehlte Nationalspieler Lars Bender wegen einer Knieblessur.

Die Werkself, zuletzt ebenfalls auf der verzweifelten Suche nach Spiellaune, setzte von Beginn an nur auf Konter - Initiative Fehlanzeige. Die Gastgeber mussten das Spiel machen und waren damit ganz offensichtlich überfordert. So entwickelte sich in den ersten 45 Minuten eine höhepunktarme Partie mit vielen Abspielfehlern auf beiden Seiten. Einer der wenigen gefährlichen Tempogegenstöße der Leverkusener führte in der 12. Minute zum 0:1. Karim Bellarabi konnte sich auf der rechten Seite ungehindert durchsetzen, seine flache Hereingabe klatschte VfB-Keeper Sven Ulreich direkt in die Füße von Kießling, und von dort ging der Ball ins Tor.

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Immerhin zeigten die Schwaben nur kurz Wirkung. Nach einer schönen Einzelleistung wurde Ibrahima Traoré im Strafraum von Bayer-Kapitän Simon Rolfes gelegt. Ibisevic, der am ersten Spieltag gegen Wolfsburg vom Punkt noch gescheitert war, verwandelte den fälligen Elfmeter diesmal sicher - das erste Heimtor des VfB in dieser Spielzeit. Wesentlich unterhaltsamer wurde das Spiel dadurch allerdings nicht. Nur der gefährliche Freistoß von Gonzalo Castro, den Ulreich über die Latte lenkte (35.), war vor der Pause noch erwähnenswert.

Mit deutlich mehr Dringlichkeit kam Bayer aus der Kabine. Bellarabi vergab gleich drei gute Chancen (48.(51./52.). Bezeichnenderweise war es der 19 Jahre junge Raphael Holzhauser, der versuchte, seine Kollegen aus der Lethargie zu erwecken - mit Erfolg. Nach einem ansehnlichen Solo auf links setzte der starke Österreicher Ibisevic in Szene und der hatte keine Mühe, das 2:1 zu machen.

Diesmal schlug Bayer schnell zurück. Nach einem Freistoß von Ömer Toprak durfte Kießling ungehindert zum Ausgleich einköpfen. Es war das zwölfte Tor für Kießling im 14. Spiel gegen den VfB, dem jetzt merklich die Kräfte schwanden. Bayer drängte auf den Sieg. VfB-Verteidiger Georg Niedermeier musste sogar auf der Linie klären (72.) und rettete so wenigstens einen Punkt.

dpa

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