Nationalspieler hatten früher kürzeres Leben

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Fritz Walter nach dem WM-Triumph 1954.

Heidelberg - Die deutschen Nationalspieler lebten einer Studie zufolge früher kürzer als der Durchschnitt der Bevölkerung - heute ist das nicht mehr so. Und je jünger ein Nationalspieler bei seinem ersten Länderspiel war, desto jünger starb er.

 Das fanden Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg heraus. Dr. Oliver Kuß erfasste von allen 847 Nationalspielern, die von 1908 bis 2006 ein Länderspiel für den Deutschen Fußball-Bund absolvierten, die Geburts- und Sterbedaten sowie das Datum des ersten und letzten Länderspiels, wie die Universität am Dienstag mitteilte.

Von 35 Sportlern konnte das Todesdatum nicht festgestellt werden, so dass 812 Nationalspieler in die Bewertung einflossen. Die erhobenen Daten wurden dann mit den Werten aus der Normalbevölkerung verglichen. „Die Lebenserwartung der Nationalspieler lag um 1,9 Jahre unter dem erwarteten Wert der Bevölkerung“, stellte Kuß fest. Selbst 25 Jahre nach dem letzten Länderspiel lag die Lebenserwartung noch um etwa ein halbes Jahr niedriger.

Doch Schweinsteiger und Co. können beruhigt sein: Wie aus der Studie weiter hervorgeht, lag die Lebenserwartung der Sportler vor allem zu Beginn des Untersuchungszeitraumes niedriger. Eine Ursache könnte die schlechtere medizinische Versorgung sein. Gegen Ende des Beobachtungszeitraumes verringerte sich der Unterschied bei der Lebenserwartung von Nationalspielern und Normalbevölkerung deutlich. So ist zu erwarten, dass die aktuellen Nationalspieler etwa genau so lange leben wie ein Normalbürger, geht aus der Studie weiter hervor.

dpa

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