Streiken jetzt auch die Italiener?

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Mark van Bommel im Milan-Dress

Mailand - Nachdem der spanische Saisonstart bereits verschoben wurde, droht ein Spielerstreik nun auch den italienischen Fußball lahmzulegen.

 Die Fußballprofis der Serie A bleiben bei ihrer Streikandrohung, falls es vor dem Wochenende nicht zu einer Einigung auf einen Vertrag mit der Liga kommt. “Es ist ein Fakt, dass die Saison nicht ohne einen kollektiven Vertrag starten kann“, sagte der Präsident der Spielervereinigung, Damiano Tommasi, nach einem Treffen mit allen 20 Vereinen am Montag.

Im Zentrum der Debatte steht Artikel 7 des Vertrags, der es den Klubs erlauben würde, nicht mehr erwünschte Spieler vom Training der ersten Mannschaft auszuschließen oder zu einem Wechsel zu zwingen. Die Präsidenten der italienischen Erstligaklubs wollen die Streikandrohung bei einer Sitzung am Mittwoch diskutieren.

Auf Ligaseite wird dagegen einen vorgeschobenen Grund vermutet: “Wenn der Vertrag nur wegen einer Interpretation von Artikel 7 nicht unterzeichnet wird, bedeutet das, dass es andere Motive gibt“, wird der Präsident des italienischen Fußballverbands, Giancarlo Abete, von der Nachrichtenagentur ANSA zitiert. Abete forderte die Spieler demnach auf, die wahren Gründe zu nennen.

Wahrer Grund Luxussteuer?

Dass es den Spielern darum geht, die neue Luxussteuer zu umgehen, wie ihnen unterstellt wird, bestritt Tommasi: “Kein Spieler hat je gesagt, dass er die Solidaritätssteuer nicht zahlen würde“, sagte der Spielervertreter. “Wenn sie wirksam wird, werden die Spieler kein Problem damit haben, sie zu zahlen, genau wie sie es immer getan haben.“

Die Bürger Italiens sollen fortan für Einkommen über 90.000 Euro zusätzlich 5 Prozent Steuern zahlen sowie 10 Prozent für Einkommen über 150.000 Euro. In der vergangen Woche hatte Roberto Calderoli, Minister im Kabinett Berlusconi, moniert, die Spieler seien verwöhnt und sollten doppelt so hohe Steuern zahlen als bisher.

Der Vertragskonflikt zwischen Serie A und den Profis schwelt, seit der letzte Kontrakt im Juni 2010 ausgelaufen ist. Bereits in der Hinrunde der vergangenen Saison hatten die Spieler zweimal zum Streik aufgerufen - Spielausfälle waren aber jeweils durch mündliche Zusagen in letzter Minute abgewendet worden.

dapd

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