Stevens und Schalke sorgen für Frust beim HSV

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Vor heimischem Publikkum musste sich der HSV gegen Schalke am Ende geschlagen geben: Der Hamburger Robert Tesche (li.) und der Schalker Kyriakos Papadopoulos kämpfen um den Ball.

Hamburg - Huub Stevens hat in Hamburg eine gelungene Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne gefeiert. Mit dem FC Schalke 04 kletterte der Niederländer dank des 2:1-Erfolgs beim HSV auf Rang vier.

Die Hamburger sind dagegen wieder Tabellenletzter.

Bei der Bundesliga-Rückkehr von Huub Stevens hat der FC Schalke 04 das Fünkchen Hoffnung auf Besserung beim Hamburger SV zunichtegemacht. Durch den 2:1 (1:1)-Sieg der Schalker am Sonntagabend stürzten die Hanseaten erneut auf den letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Klaas-Jan Huntelaar (13./73. Minute) erzielte vor 54 237 Zuschauern in der Hamburger Arena die Tore für die Knappen. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Mladen Petric (37.) war für die Gastgeber zu wenig. Mit dem fünften Sieg in dieser Saison schoben sich die Gelsenkirchener auf den vierten Tabellenplatz - zwei Ränge vor Meister Borussia Dortmund.

Der HSV ist mit nur vier Zählern wieder Bundesliga-Schlusslicht. “Es ist bitter und frustrierend, dass wir nach so einem Spiel wieder mit leeren Händen dastehen“, sagte Nationalspieler Dennis Agogo. Unklar ist, wie lange Interimstrainer Rodolfo Esteban Cardoso das Team noch hauptverantwortlich betreuen wird. “Das ist eine Sache, die ich nicht beeinflussen kann“, sagte der Argentinier.

Für Trainer Stevens war der Schalker Sieg eine besondere Genugtuung, schließlich hatte er eine Woche zuvor mit dem HSV über ein Engagement verhandelt und anschließend einen Korb erhalten. Anderthalb Tage später war sich der Niederländer mit Schalke einig, erneut zwei Tage danach fuhr er seinen ersten Sieg in der Europa League ein, abermals drei Tage darauf gab es den ersten Liga-Erfolg. “Wir haben zwei Spiele gemacht, zwei Siege - für uns ist das super“, kommentierte Huntelaar die bisherige Bilanz unter dem neuen Trainer. Da konnten Stevens auch die Unmutsbekundungen der Zuschauer nicht beeindrucken, die ihn mit einem Pfeifkonzert empfangen hatten.

“Es tut mir leid für den Verein“, sagte Stevens über seinen Ex-Club aus Hamburg. Zugleich betonte er, er sei sicher, dass der HSV bald wieder “da unten rauskommt“.

Die Gastgeber, die unter dem entlassenen Trainer Michael Oenning in sechs Saisonpartien zuvor verunsichert und ohne Linie gespielt hatten, ließen unter Cardoso wieder Selbstbewusstsein und Spielwitz erkennen. Selbst der frühe Rückstand durch Huntelaar, der nach Flanke von Marco Höger völlig ungedeckt zu seinem sechsten Saisontor einköpfte, brachte die Hausherren nicht aus dem Rhythmus. Zwei Wochen zuvor hätten die Hamburger vermutlich der Mut verlassen.

Die Hanseaten waren die tonangebende Mannschaft in den ersten 45 Minuten, konnten ihre Möglichkeiten aber lange Zeit nicht nutzen. Petric (15./29.) und Jeffrey Bruma mit einem Distanzschuss (30.) hatten die Führung auf dem Fuß. Nach Huntelaars erstem Streich dann aber doch noch der Treffer für den HSV: Eine Vorlage durch den agilen Lam Zhi Gin nutzte Petric mit einem Linksschuss in die kurze Ecke. Torhüter Ralf Fährmann sah dabei nicht gut aus.

Auch im zweiten Durchgang setzten die Hamburger auf Angriff: Paolo Guerrero jagte den Ball aus Nahdistanz am Schalker Tor vorbei (50.), Petric prüfte wenig später Fährmann (71.). Bei zwei Raul-Kopfbällen (56./72.) hatte der HSV dann Glück, ehe die Schalker doch noch einmal jubeln durften. Drei Tage nach dem 3:1-Erfolg in der Europa League gegen Maccabi Haifa netzte Huntelaar eine feine Flanke von Christian Fuchs mit dem Außenrist zur abermaligen Führung ein.

Cardoso wurde für den Mut, erneut den aus seinem Regionalliga-Team in die erste Mannschaft beförderten Deutsch-Chinesen Lam einzusetzen, am Ende nicht belohnt. Der 20-Jährige auf der linken sowie der 19-jährige Gökhan Töre auf der rechten Seite sorgten mit ihren Attacken zwar für Unruhe in der Schalker Hintermannschaft. Nach einer umkämpften Partie standen die Hanseaten aber wieder einmal mit leeren Händen da.

dpa

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