Löw stellt klar: Kein Weg zurück für Ballack

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Das Tischtuch zwischen Joachim Löw und Michael Ballack ist zerschnitten

Stuttgart - Für Joachim Löw gibt es im Fall Michael Ballack kein Zurück. Das stellte der Bundestrainer nun in aller Deutlichkeit klar. Bastian Schweinsteiger findet es "schade, dass es so gelaufen ist."

Er hätte sich ein letztes Mal im Adler-Trikot bejubeln lassen können. Doch es sollte nicht sein; der Graben war am Ende zu tief. Der langjährige Kapitän Michael Ballack geht ohne offizielle Würdigung in den Nationalmannschafts-Ruhestand. “Unser, mein Standpunkt ist klar. Es hat sich nichts geändert und es wird sich auch nichts ändern“, sagte Bundestrainer Joachim Löw am Dienstag einen Tag vor dem Länderspiel gegen Brasilien. Das Aus ist unverrückbar.

Löw plant für die EM-Saison nicht mehr mit dem 98-fachen Nationalspieler Ballack. Dieser hatte seinerseits das Angebot eines Abschiedsspiel in Stuttgart abgelehnt. Danach habe er nicht mehr mit dem Ex-Kapitän gesprochen, so Löw. Der Vizeweltmeister von 2002 und Vizeeuropameister von 2008 hatte nach zwei schweren Verletzungen vergeblich um seine Rückkehr auf sportliches Top-Niveau gekämpft. “Das war von unserer Seite ein ehrliches Angebot. Jetzt stellt sich die Situation anders da. Es gibt von mir auch nichts mehr zu sagen“, betonte Löw.

Der Ärger über die Entwicklung war dem DFB-Chefcoach anzumerken. Nach einem Gespräch Ende März in Düsseldorf war der schon seit Monaten schwelende Streit zwischen Löw und Ballack offen ausgebrochen. Beide hatten die Vier-Augen-Plauderei in einem italienischen Restaurant anders interpretiert. Ballack hatte aus dem Treffen noch eine EM-Chance erkannt; Löw jedoch sah es anders.

“Er hat sehr viel für den DFB geleistet“, sagte Ballacks langjähriger DFB-Weggefährte Bastian Schweinsteiger am Dienstag und bedauerte nochmals die Art und Weise des Abschieds: “Es ist schade, dass es so gelaufen ist.“

Den nun auch offiziellen DFB-Abschied des bald 35-jährigen Leverkuseners nach mehr als zwölf Jahren wollte Löw nach den Querelen der vergangenen Wochen nicht als Einschnitt bewerten. “Das empfinde ich als alles andere als eine Zäsur“, sagte der 51-Jährige und verwies auf die Entwicklung im Team und die Erfolge nach Ballacks schwerer Verletzung vor der WM 2010 in Südafrika. “Es ist ein ständiger Prozess. Die Mannschaft verändert sich in Struktur, Hierarchie, Verantwortungsbewusstsein“, betonte Löw.

Schweinsteiger forderte nun das Ende des gesamten Themas. Die Beteiligten hätten sich “so entschieden, das sollte man akzeptieren und die Tür zumachen“, sagte der Münchner.

dpa

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