Staudt will Zwanziger-Nachfolger werden

+
Erwin Staudt war Präsident des VfB Stuttgart

Stuttgart - Erwin Staudt hat im Machtkampf um die Nachfolge von DFB-Präsident Theo Zwanziger seinen Hut mit Vehemenz in den Ring geworfen. Favorit ist ein anderer Fußball-Funktionär.

Showdown in der DFB-Zentrale: Im Machtkampf um die Nachfolge des spätestens im Oktober 2012 scheidenden Verbands-Chefs Theo Zwanziger werden das Präsidium des DFB und die Vorsitzenden der Regional- und Landesverbände am Mittwochmorgen eine Entscheidung über die Nachfolge von Theo Zwanziger forcieren. „Es kommt bei dem Treffen am Mittwoch in erster Linie darauf an, was Wolfgang Niersbach will. Er muss sich erklären, ob er für das Amt des DFB-Präsidenten bereit steht“, sagte DFB-Vizepräsident Hans-Dieter Drewitz am Montag.

Die finanzielle Seite will Drewitz dabei aber nicht überbewerten. Niersbach erhält als hauptamtlicher DFB-Generalsekretär ein deutlich sechsstelliges Jahressalär. Als ehrenamtlicher Präsident bekäme er nach aktuellem Stand „nur“ eine Aufwandsentschädigung. „Niersbach hat zwar noch einen Vertrag als Generalsekretär bis 2016, aber es ist ja heute nicht mehr so, dass das Ehrenamt Präsident wie noch zu Zeiten von Egidius Braun Hartz IV gleichkommt. Der hat ja damals nur 20 D-Mark erhalten“, sagte Drewitz.

In die gleiche Kerbe schlug auch Lichtgestalt Franz Beckenbauer, der sich wie auch Drewitz und DFB-Vizepräsident Rainer Koch eindeutig auf die Seite von Niersbach geschlagen hat. Laut Beckenbauer soll Niersbach den Posten dann als bezahlter und nicht als ehrenamtlicher DFB-Präsident antreten: „Ich denke, dass es für Niersbach kein finanzielles Problem wäre. Aber es wäre gar nicht mal so schlecht, mit der Zeit zu gehen. Die ehrenamtlichen Präsidenten-Jobs sind mittlerweile Fulltime-Jobs geworden. Warum soll der DFB-Präsident in der Zukunft kein bezahlter Job sein?“

Niersbach gilt als Top-Kandidat für die Nachfolge von DFB-Boss Zwanziger, der spätestens im Oktober 2012 zurücktreten wird. Allerdings scheint auch der „Kaiser“ nicht ganz sicher zu sein, ob Niersbach sich den Job des Präsidenten überhaupt in den aktuell für den Verband äußerst stürmischen Zeiten antun will. „Ich weiß nicht, wie er darüber denkt. Wir müssen ihn selbst fragen, ob er denn Interesse hat. Aber in meinen Augen wäre er der Kompetenteste!“.

Zwanziger selbst brachte Erwin Staudt, den ehemaligen Präsidenten des VfB Stuttgart, ins Gespräch. Zudem gilt Liga-Präsident Reinhard Rauball als einer der Kandidaten. Während Rauball eine Kompromisslösung darstellen könnte, scheinen die Chancen von Staudt eher gering zu sein. „Keine Frage, Erwin Staudt ist ein hervorragender Mann und ein sympathischer Mensch dazu. Aber er kommt aus der Liga. Er wird nicht von der Liga gewählt - er wird von den Verbänden gewählt und da hat er wenig Chancen“, sagte Beckenbauer bei Sky90.

Die Zwanziger nahestehenden Vizepräsidenten wie Karl Rothmund sprechen sich für Staudt aus. Und auch Staudt selbst scheint großes Interesse an dem Amt des DFB-Präsidenten zu haben und warf seinen Hut mit Vehemenz in den Ring. „Es ist für mich eine große Ehre, zu dem Kandidatenkreis zu gehören. Ich bin bereit“, sagte Staudt der Bild-Zeitung. Der ehemalige Chef von IBM-Deutschland bezeichnete die Aufgabe als DFB-Boss in den Stuttgarter Nachrichten als „größten Job, den der deutsche Fußball zu vergeben hat. Und ich traue mir diese Aufgabe zu“.

Laut "Bild" gab es am Sonntag bereits ein Gespräch zwischen Staudt und Top-Kandidat Niersbach. Staudt erklärte, dass er auf eine Nachfolgeregelung „ohne Grabenkämpfe“ hoffe. Seine eigene Kandidatur begründete 63-Jährige damit, dass es ein Bereich sei, „in dem ich schon mein ganzes Leben arbeite. Die Schnittstelle von Sport, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist das Gebiet, in dem ich mich am wohlsten fühle.“

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare