Prominente Namen mit bekannten Problemen

Startschuss für "stärkste 2. Liga der Welt"

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Der 1 FCK geht als Aufstiegsfavorit ins Rennen.

Berlin - Wenn am Freitag die 2. Fußball-Bundesliga in ihre neue Saison startet, will gleich ein halbes Dutzend Mannschaften um den Aufstieg mitspielen. Die „stärkste 2. Liga der Welt“ hat aber auch mit Problemen zu kämpfen.

Elf ehemalige Bundesligisten, sechs deutsche Fußball-Meister vergangener Jahre: Die am Freitag startende 2. Liga strotzt nur so vor prominenten Namen. Doch die Traditionsklubs wie der 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Köln, Fortuna Düsseldorf oder 1860 München haben ihre großen Zeiten längst hinter sich. Aus finanzieller Sicht sind sie zumeist fast schon zum Aufstieg verdammt.

„Ein Abbau der Verbindlichkeiten ist für uns in der 2. Liga praktisch nicht möglich“, sagte Kölns Präsident Werner Spinner dem Bonner General-Anzeiger. Geschätzte 32 Millionen Euro Schulden drücken den rheinischen Klub, doch immerhin gelang den Verantwortlichen ein wichtiger Deal mit der Stadt: Statt 3,5 Millionen Euro Stadionmiete muss der FC in dieser Saison nur knapp zwei Millionen zahlen. Zumindest kurzfristig verschaffte er sich etwas Luft, bei einem möglichen Aufstieg wären dann allerdings acht Millionen jährlich fällig.

Doch mit ihren finanziellen Problemen stehen die Kölner nicht alleine da. Unter anderem kämpfen auch Topfavorit Kaiserslautern und 1860 München um wirtschaftliche Stabilität. Während die Lauterer allerdings seit Jahren mit Problemen zu kämpfen haben, dürfte für die Bayern die kommende Saison aus einem weiteren Grund richtungsweisend sein.

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Nur mit einem Aufstieg in die Bundesliga könnte sich der Verein im schwelenden Konflikt mit seinem arabischen Investor Hasan Ismaik in eine bessere Ausgangsposition bringen. Um auch ohne den ungeliebten Geldgeber weiter im Profifußball existieren zu können, ist der Aufstieg fast unumgänglich.

Zumindest von den reinen Zahlen her scheinen sich die Zweitligisten allerdings auf dem Weg der Besserung zu befinden. Laut der letzten von der Deutschen Fußball Liga (DFL) veröffentlichten Statsistik für die Saison 2011/2012 schrieben damals zehn Vereine schwarze Zahlen. Zusammen standen für die 18 Klubs allerdings knappp 19 Millionen Euro Miese zu Buche. Immerhin: 2008/2009 gelang nur fünf Vereinen ein positiver Jahresabschluss.

Ungeachtet der finanziellen Bedeutung verspricht die Saison allerdings sportliche Hochspannung. Nach Ansicht der Zweitligatrainer wird das Rennen um den Aufstieg ausgeglichener sein als im vergangenen Jahr. Ein Durchmarsch wie zuletzt von Hertha BSC und Eintracht Braunschweig erscheint unwahrscheinlich.

„Es spielen etliche Mannschaften um den Aufstieg. Wir gehören dazu“, sagte der Lauterer Coach Franco Foda. Die Favoritenrolle hat die Konkurrenz dem Vorjahresdritten schon zugeschoben, als Geheimtipp hat sich allerdings Union Berlin herauskristallisiert. Mit Konstanz scheint das Team aus Köpenick womöglich schon in diesem Jahr bereit für eine Überraschung.

Ähnlich knapp wie im Aufstiegsrennen wird es wohl auch im Tabellenkeller zugehen. Für Sandhausen, Aalen, Aue und die beiden Aufsteiger Karlsruhe und Bielefeld dürfte es von Beginn an nur um den Klassenerhalt gehen. Auch Dynamo Dresden, in der vergangenen Spielzeit erst in der Relegation gerettet, peilt möglichst schnell die 40-Punkte-Marke an.

SID

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