Schiedsrichter Stark zeigt Hertha-Spieler an

+
Wolfgang Stark hat einen Spieler von Hertha BSC angezeigt.

Düsseldorf - Schiedsrichter Wolfgang Stark hat nach den Vorfällen beim 2:2 im Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC am Mittwochabend Anzeige gegen einen Spieler der Berliner erstattet.

Vor wenigen Wochen bezeichnete Otto Rehhagel ihn noch als „fairsten Spieler seit dem Zweiten Weltkrieg“ - nun aber könnte Lewan Kobiaschwili wegen eines vermeintlichen tätlichen Angriffs auf Schiedsrichter Wolfgang Stark ein juristisches Nachspiel drohen. Nach den Tumulten im Anschluss an das Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2: 2) soll Stark laut übereinstimmender Medienberichte den Berliner Spieler noch in der Kabine wegen Körperverletzung angezeigt haben.

„Wir können bestätigen, dass uns eine Anzeige wegen Körperverletzung vorliegt“, sagte der Düsseldorfer Polizei-Pressesprecher Michael Baum dem SID. Namen und Details gab die Polizei allerdings nicht bekannt. Kobiaschwili soll Stark nach dem Abpfiff in den Nacken geschlagen haben, der Unparteiische musste vom Düsseldorfer Mannschaftsarzt untersucht werden. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ermittelt gegen den Georgier Kobiaschwili, dem eine Sperre von bis zu zwei Jahren droht.

„Zu den Vorwürfen, die da im Raum stehen, kann ich aktuell nichts sagen, weil bei uns noch nichts vorliegt“, hatte Hertha-Manager Preetz am Donnerstag erklärt, nachdem erste Meldungen über einen tätlichen Angriff bekannt geworden waren. Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt auch gegen die Hertha-Profis Thomas Kraft, Christian Lell und Andre Mijatovic. Sie sollen Stark auf dem Weg in die Kabine beleidigt haben. Auch ihnen drohen massive Sanktionen. Änis Ben-Hatira, der die Gelb-Rote Karte sah, wäre im Fall eines Wiederholungsspiels ohnehin gesperrt.

Bei der Partie war es in der Nachspielzeit zu einem verfrühten Platzsturm der Düsseldorfer Fans gekommen, die Begegnung musste für rund 20 Minuten unterbrochen werden. Nachdem Stark die Partie wieder angepfiffen, aber rund 30 Sekunden zu früh beendet hatte, sollen die Berliner Spieler dann auf den FIFA-Referee losgegangen sein. Nach dem 1:2 im Hinspiel in Berlin wäre die Hertha abgestiegen.

Für Kobiaschwili wäre es das unrühmliche Ende einer Saison mit Höhen und Tiefen. Der „Rekord-Ausländer“ der Bundesliga (336 Spiele, gemeinsam mit Ze Roberto) war einer der wenigen konstanten Spieler des Hauptstadtklubs. Von Trainer Otto Rehhagel wurde er zum Führungsspieler erklärt und von seiner angestammten Position auf der linken Abwehrseite ins defensive Mittelfeld gezogen.

Gleichzeitig vertrat er den in der Schlussphase fast nicht mehr eingesetzten Mijatovic als Kapitän, leistete sich allerdings auch einge Aussetzer. Beim 0:1 beim 1. FC Köln sah er nach einer Rudelbildung mit Lukas Podolski die Gelb-Rote Karte, beim 3:3 bei Bayer Leverkusen verursachte Kobiaschwili einen Foulelfmeter und musste mit Rot zum zweiten Mal in dieser Saison vorzeitig vom Platz.

sid

Die Berufe unserer FIFA-Schiedsrichter

Die Berufe unserer FIFA-Schiedsrichter

SID

Kommentare