Stanislawski mächtig angefressen

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Holger Stanislawski

Sinsheim - Abgang des Torjägers, Brandrede des Trainers und Gastspiel beim Meister: 1899 Hoffenheim hat in der Bundesliga schon ruhigere Tage erlebt.

Aber vor Duell am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) bei Titelverteidiger Borussia Dortmund hat Milliardär und 1899-Mäzen Dietmar Hopp wenigstens die Hoffnung, dass es mittelfristig zu einer Versöhnung mit dem Dortmunder Anhang kommt.

„Wir stehen in Kontakt und werden einen Weg für den geplanten Dialog finden. Wann und wo das sein wird, werden wir sehen. Ich hoffe auf eine fruchtbare Diskussion“, sagte Hopp im Interview mit der WAZ. Schon seit drei Jahren sorgt die Beziehung zwischen Hopp und den BVB-Fans für Schlagzeilen. So wurde unter anderem auf einem Plakat zu Gewalt gegen den Milliardär aufgerufen. Es gab bundesweit harsche Kritik am Verhalten der Dortmunder Anhänger.

Zuletzt hatten allerdings zwei 1899-Mitarbeiter während der Partie des 2. Spieltags zwischen Hoffenheim und Dortmund (1:0) mit einem Beschallungsgerät die Schmäh-Gesänge aus dem Dortmunder Fanblock gegen Hopp zu übertönen versucht. Danach stellten elf BVB-Anhänger bei der Polizei in Heidelberg Strafanzeige wegen Körperverletzung. „Diese Aktion ist schwer erklärbar und hätte nie und nimmer passieren dürfen. Für unseren Verein führte diese Aktion zu einem gewaltigen Imageschaden“, sagte Hopp, der am Samstag nicht nach Dortmund reisen wird.

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Für Aufregung sorgte indes am Donnerstag Coach Holger Stanislawski, der sich über die miese Stimmung im Umfeld beklagte. „Ich habe das Gefühl, dieser Klub ist jetzt schon untergegangen. So, wie hier die Stimmung ist, könnte man denken, dass wir schon abgestiegen sind und null Chancen haben. Es ist einfach eine Katastrophe, was hier passiert“, sagte Stanislawski bei der Pressekonferenz vor dem Gastspiel in Dortmund.

Stanislawski nervt vor allem, dass die Vorbereitung auf wichtige Spiele immer wieder von Störfaktoren wie der Akustik-Affäre nach dem Hinspiel gegen Dortmund oder zuletzt dem Transfer des Angreifers Vedad Ibisevic zum VfB Stuttgart begleitet wird. „Ich bin zwar Bundesligatrainer, aber ich kann nicht zaubern. Draußen leiden einige an Realitätsverlust“, sagte Stanislawski, der zu seiner eigenen Zukunft in Hoffenheim meinte: „Meistens bekommt man diese Zeit nicht, eine Mannschaft umzubauen. Einen Umbruch macht man nicht, indem man einmal durch den Kader fliegt. Es ist ein Prozess, der dauert.“

Hopp verteidigt indes den Transfer von Ibisevic zum Rivalen VfB trotz der Torflaute im Angriff als wirtschaftlich sinnvoll. „Er gehört zu den früheren Stars, die in völliger Überschätzung der Möglichkeiten unseres Klubs sehr hohe Gehälter erhalten haben. Wir wollen unseren Personaletat bis auf 30 Millionen Euro senken“, sagte Hopp.

Ibisevic, der seit Sommer 2007 für die TSG in 123 Erst- und Zweitligaspielen 48 Tore erzielt hatte, war am Mittwoch für rund fünf Millionen Euro nach Stuttgart gewechselt und hatte dort einen Vertrag bis Sommer 2016 unterzeichnet. Dass sich der bosnische Torjäger gegen einen Verbleib in Hoffenheim entschieden hat, nahm Hopp ihm nicht übel: „Vedad hat sich immer korrekt verhalten, wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen.“

Die Kraichgauer, die mit nur 19 Treffern den drittschwächsten Angriff der Liga stellen, hatten sich in der Winterpause von den Offensivspielern Ibisevic, Chinedu Obasi (Schalke 04) und Gylfi Sigurdsson (Swansea City) getrennt.

sid

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