Staatsanwalt nimmt Rücksicht auf Buffon

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Gianluigi Buffon

Florenz - Italiens Nationaltorhüter Gianluigi Buffon muss im Wettskandal keine Vorladung der Staatsanwaltschaft vor der Europameisterschaft befürchten.

“Ich werde ihn nicht einbestellen. Das würde Italiens EM-Vorbereitung stören“, sagte Cremonas Staatsanwalt Roberto Di Martino, der sich selbst als Fan des Teams bezeichnete.

Sollte der Torwart von Juventus Turin jedoch eine Aussage zu Ergebnis- und Wettmanipulationen machen wollen, werde er ihn “gerne anhören“, wurde Di Martino am Donnerstag in der “Gazzetta dello Sport“ zitiert.

Buffon hatte in der vergangenen Woche in Bezug auf eine angebliche Ergebnisabsprache in der vergangenen Saison gesagt: “Wenn zwei Mannschaften unentschieden spielen wollen, ist das ihre Sache. Manchmal sagt man: Zwei Verletzte sind besser als ein Toter.“

Am Mittwoch betonte der Kapitän der Azzurri, dass er damit keine Ergebnisabsprachen rechtfertigen wollte. Er habe lediglich die Situation beschrieben, in der zwei Mannschaften mit einem Unentschieden zufrieden sind. Dass die Medien über die Aktionen der Staatsanwaltschaft früher Bescheid wissen als die Betroffenen, bezeichnete Buffon als Schande.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Cremona waren am Montag 19 Menschen, darunter viele Fußballer wegen des Verdachts des Sportbetrugs festgenommen worden. Polizisten durchsuchten im Trainingslager der Azzurri das Zimmer von Nationalspieler Domenico Criscito. Gegen den Verteidiger wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts von Spielmanipulationen eingeleitet. Nationaltrainer Cesare Prandelli strich ihn daraufhin aus dem EM-Aufgebot.

“Von mir aus hätte er zur EM fahren können“, sagte Staatsanwalt Di Martino. Ein Reiseverbot sei nicht ausgesprochen worden. Criscitos ebenfalls belasteter Teamkollege Leonardo Bonucci steht hingegen im EM-Kader. Medienberichten zufolge muss der Verteidiger von Juventus Turin aber mit einem Ermittlungsbescheid der Staatsanwaltschaft Bari rechnen.

dpa

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