Spinner führt 1. FC Köln

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Werner Spinner ist der neue Präsident des 1. FC Köln.

Köln - Der 1. FC Köln hat nach mehr als fünf Monaten Vakanz einen neuen Vereinschef: Werner Spinner soll den Verein führen. Ihm zur Seite steht unter anderem der ehemalige FC-Keeper und Nationaltorwart Toni Schumacher.

Mit Torhüter-Ikone Toni Schumacher als Vizepräsident und Werner Spinner an der Spitze wagt der 1. FC Köln den Neustart in eine ungewisse Zukunft. Schumacher, der frühere Bayer-Topmanager Spinner und Karnevalsfunktionär Markus Ritterbach als weiterer Spinner-Stellvertreter wurden am Montag bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung mit 3233 Ja-, 304 Nein-Stimmen und 35 Enthaltungen gewählt.

„Ich bin kein Heilsbringer und kann keine Wunder bewirken“, sagte Spinner, der die Unabhängigkeit des Trios betonte: „Wir sind keine Marionetten.“ Sein Interesse und das seiner Vizepräsidenten sei „allein das Wohl des 1. FC Köln“. Spinner: „Man muss es spüren und leben, dass in diesem Club alle zusammenstehen.“ Schumacher ist sein Musterbeispiel dafür, was dem FC fehlt: „Toni lebt den Hunger nach Erfolg vor.“ Mit markigen Worten empfahl Schumacher seinen Nachfolgern auf dem Rasen eines, um erfolgreicher zu werden: „Wenn es sein muss, Dreck fressen.“

Das bisherige Präsidium mit dem ehemaligen Weltmeister Wolfgang Overath an der Spitze war am 13. November zurückgetreten. Versammlungsleiter Werner Wolf, der den Club mit seinen fast 58 000 Mitgliedern seitdem kommissarisch führte, machte es schon zu Beginn klar: „Der Verein gehört Ihnen. Sie haben das Wort“, rief er in den Saal der Kölner Lanxess-Arena.

Im Plenum wurde es schnell deutlich: Schon bei der ersten Erwähnung des Namens Schumachers ließen die Mitglieder mit Applaus erkennen, dass die Oppositionsgruppe um den ehemaligen Vereinsmanager Karl-Heinz Thielen keine Chance haben würde. Thielen monierte in seinem Bewerbungsstatement das, was im FC seiner Ansicht nach jahrelang falsch lief: „Vier Abstiege, ein ständiger Existenzkampf und 30 Millionen Miese“ - das sei die Bilanz. Doch nach Spinners Ausführungen vor der Wahl erhoben sich viele und machten mit regelrechten Ovationen klar: Seine Vorstands-Crew würde die Mitglieder eindrucksvoll hinter sich bringen.

Interimstrainer Frank Schaefer schwor alle auf die Zukunft ein, als er voller Überzeugung sagte: „Ich glaube an den Klassenerhalt.“ Im Kampf gegen den fünften Abstieg der Profis um Lukas Podolski, der seine große Liebe FC mit höchster Wahrscheinlichkeit vorzeitig verlassen wird, versprach Schaefer, „bis zur letzten Minute alles zu geben“.

Schumacher feiert ein ehrenamtliches Comeback, das vor Wochen undenkbar schien. Nach 422 Erstligaspielen für den Geißbock-Club (1972 bis 1987) beginnt für ihn eine zweite Karriere. Schumacher soll eine entscheidende Rolle bei der Neuausrichtung des sportlich notleidenden Vereins spielen. Er war von seinem damaligen Arbeitgeber nach dem Erscheinen des Buchs „Anpfiff“ 1987 geschasst worden - jetzt ist er Vizepräsident des dreimaligen deutschen Meisters.

dpa

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