Ein Profi verletzt

Prügelei im HSV-Training - Spieler suspendiert

+
Im HSV-Training (Archivfoto) gab's Prügel

Hamburg - Beim Freitagstraining des Hamburger SV ist es zu einem Eklat gekommen. Drei Spieler waren in eine Prügelei verwickelt. Einer trug eine Verletzung davon.

Schlägerei im Training, Absage von Rafael van der Vaart: Bei Fußball-Bundesligist Hamburger SV lief am Freitag dem 13. einiges schief. Erst schloss der verlorene Sohn aus den Niederlanden eine Rückkehr im Sommer zum HSV aus, dann lieferten sich Verteidiger Slobodan Rajkovic und Angreifer Son Heung-Min beim Training einen Schlagabtausch, an dessen Ende Tolgay Arslan benommen mit einer Platzwunde auf dem Rasen lag. Son war der Faust von Rajkovic ausgewichen und mit Arslan zusammengestoßen.

Trainer Thorsten Fink schickte die Streithähne erbost in die Kabine. „So etwas geht gar nicht. Das dürfen wir uns nicht bieten lassen“, sagte Fink und ließ Taten folgen. Rajkovic trainiert künftig mit der U23 und darf nicht am Trainingslager in Südkorea teilnehmen. Son kommt wohl zunächst mit einer Geldstrafe davon, obwohl er mit einem Kung Fu-Tritt auf die Attacke von Rajkovic reagiert hatte.

Aber nicht nur auf dem Trainingsplatz geht es an der Elbe stürmisch zu. Wunschspieler van der Vaart sagte gegenüber der Bild-Zeitung: „Das sind alles Gerüchte. Ich werde wohl auch in der kommenden Saison für Tottenham spielen.“ Doch dieses Nein will Milliardär und HSV-Gönner Klaus-Michael Kühne nicht akzeptieren.

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

Erst schickte Kühne eine Pressemitteilung unter dem Motto „mit van der Vaart an die Spitze“ an die Medien, dann legte er in einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz nach: „Ich möchte stimulieren, dass das Thema van der Vaart ernst genommen wird“, sagte Kühne, „ich wünsche mir einen aktiveren, schneller reagierenden Vorstand.“ Er forderte Sportdirektor Frank Arnesen auf, das Rennen um den Mittelfeldspieler der Spurs noch lange nicht aufzugeben.

Arnesen hatte immer wieder betont, dass der HSV auf ein Signal des Niederländers warte und dass der HSV das Gesamtpaket aus Ablösesumme und Gehalt für einen Spieler dieser Kategorie nicht alleine stemmen könne. Für Kühne kein Problem. Sollte sich der Bundesliga-Dino intensiv um neue Finanzierungsmöglichkeiten bemühen, etwa in Form weiterer privater Investoren oder über eine Stadion-Umschuldung, so stünde auch Kühne mit einem „substanziellen Beitrag“ parat. Einem Millionen-Beitrag.

„Da ich an der Lösung mit van der Vaart sehr interessiert bin, werde ich über das hinausgehen, was bisher intern zur Diskussion stand“, sagte Kühne: „Mit van der Vaart hätte der HSV nach einigen bitteren Jahren endlich die Perspektive, zu einem Spitzenklub heranzureifen und an den Wettbewerben im europäischen Fußball teilzunehmen.“

Vom medialen Vorstoß des großzügigen HSV-Fans sind Arnesen und der Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow wohl ebensowenig begeistert wie vom Faustkampf auf dem Trainingsplatz. Ob der Bundesliga-Dino aber angesichts des offenen Portemonnaies von Kühne Rafael van der Vaart schon endgültig aus den Köpfen gestrichen hat? Der Niederländer verbreitet jedenfalls ein wenig Hoffnung. „Wer weiß, vielleicht kann das irgendwann in der Zukunft mal klappen“, sagte van der Vaart.

dpa/SID

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare