Rafinha fliegt vom Platz

Bayern und der BVB: Vorspiel mit viel Zoff

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Rafinha (l.) sah Gelb-Rot, Jürgen Klopp und Matthias Sammer legten sich darauf miteinander an

Dortmund - Ein Platzverweis, zwei Tore, hitzige Diskussionen: Borussia Dortmund und der FC Bayern haben sich bereits vor dem Showdown in Wembley einen intensiven Schlagabtausch geliefert.

Drei Wochen vor dem Champions-League-Finale in London ging es beim 1:1 (1:1) im sportlich eigentlich bedeutungslosen Bundesliga-Gipfel zwischen dem Tabellenzweiten und dem Meister hoch her. Vor 80 645 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park hatte Kevin Großkreutz (11.) am Samstag für die Dortmunder Führung gesorgt. Der 11. Saisontreffer von Mario Gomez (23.) zum Ausgleich bewahrte die Gäste vor der ersten Saison-Auswärtsniederlage. Allerdings mussten die Gäste die Partie nach der Gelb-Roten Karte für Rafinha (65.) in Unterzahl beenden.

Für die Bayern war es das erste Remis nach zuletzt 14 Siegen in Serie: Damit verpasste der deutsche Rekordmeister die Einstellung seines Vereinsrekordes aus dem Jahr 2005, als unter Trainer Felix Magath saisonübergreifend 15 Siege nacheinander gelungen waren.

Wie erwartet verzichteten beide Trainer auf diverse Leistungsträger. Allerdings fiel die Rotation beim BVB geringer aus als beim Rekordmeister. Im Vergleich zu den Startformationen in den Halbfinalrückspielen der europäischen Königsklasse pausierten fünf Borussen, beim FC Bayern kamen acht andere Profis zum Einsatz.

Die Umstellungen bereiteten dem BVB zunächst weniger Probleme. Zwar erspielten sich die Gäste die erste Torchance durch Xherdan Shaqiri (9.), lagen aber kurz danach hinten. Eine mustergültige Flanke von Jakub Blaszczykowski beförderte Großkreutz mit einem Volleyschuss aus zehn Metern ins Netz und brachte sein Team mit seinem zweiten Saisontreffer in Führung.

Doch die Antwort der Bayern ließ nicht lange auf sich warten. Der von Rafinha freigespielte Gomez nutzte gleich seine erste Möglichkeit. Der platzierte Kopfball des Torjägers ins lange Eck zum 1:1 sorgte bei den bis dahin forscheren Dortmundern für Ernüchterung. Erschwerend kam für den BVB hinzu, dass Taktgeber Ilkay Gündogan bereits in der 14. Minute verletzt ausgewechselt werden musste.

Von Minute zu Minute fanden die Bayern besser ins Spiel und waren schon vor der Pause der Führung nahe. Doch BVB-Torhüter Roman Weidenfeller rettete in höchster Not gegen Gomez (44.). 13 Minuten zuvor hatte Nationalkeeper Manuel Neuer nach einem Solo von Robert Lewandowski den zweiten Rückstand für die Münchner vereitelt.

Wie schon in der 1. Halbzeit erwischte der BVB auch nach Wiederanpfiff den besseren Start. Nach einem Handspiel von Jerome Boateng im Strafraum entschied Schiedsrichter Peter Gagelmann auf Elfmeter. Doch Lewandowski scheiterte mit seinem Flachschuss am glänzend reagierenden Neuer (60.). In der hektischen Schlussphase sah Rafinha nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Die Hinausstellung sorgte für hitzige Diskussionen zwischen dem Münchner Sportvorstand Matthias Sammer und BVB-Trainer Jürgen Klopp, die sich auf Intervention Gagelmanns anschließend die Hand gaben.

dpa

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