Sperren im Finale: DFB will neue Regeln

+
Hier handelt sich Holger Badstuber seine Sperre fürs Finale ein

Hamburg/Frankfurt - Der DFB will sich bei der UEFA für eine Aufhebung von Sperren in Europapokal-Endspielen stark machen - und plädiert für mehr Tor-Sicherheit.

Jobgarantie für Joachim Löw und die Einführung von technischen Hilfsmitteln vielleicht schon zur neuen Bundesliga-Saison: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat sich knapp einen Monat vor Beginn der EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) klar positioniert.

Der neue Verbands-Boss beteuerte, dass er auch im Fall eines Vorrunden-Ausscheidens an Bundestrainer Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff festhalten wolle. „Das gesamte Präsidium ist überzeugt, dass wir mit Löw und Bierhoff eine optimale Konstruktion und personelle Aufstellung haben. Die beiden machen glänzende Arbeit, es gibt überhaupt keinen Grund, etwas zu ändern. Da sind wir auch stark genug beim DFB, Enttäuschungen zu verkraften, wenn sie denn eintreten sollten“, sagte Niersbach in einem Interview mit der Sport Bild.

Auf die Frage, ob Löw und Bierhoff ihre bis zur WM 2014 laufenden Verträge auch bei einem EM-Misserfolg erfüllen werden, antwortete der 61-Jährige: „Was den DFB angeht: Ja - ohne Wenn und Aber.“

Niersbach sprach sich zudem für die Einführung von technischen Hilfsmitteln zur Entlastung der Schiedsrichter aus und schloss eine rasche Umsetzung nicht aus. „Ich könnte mir das in Deutschland sehr gut vorstellen. Die Frage ist, ob das bereits zur neuen Saison, die im August startet, umgesetzt werden kann. Und dann stellen sich weitere Fragen: In wie vielen Ligen wird die Technologie eingeführt? Nur in der Bundesliga, auch in der 2. Liga oder noch tiefer?“, sagte Niersbach.

Einen Tag nach dem EM-Finale fällt am 2. Juli in Kiew die Entscheidung, ob die Torlinien-Technologie und der Chip im Ball flächendeckend eingeführt werden dürfen. „Man rechnet mit einem klaren Ja, dass die beiden Systeme, die gerade getestet werden, den Zuschlag erhalten“, sagte Niersbach. Und dann müsse „jedes Land für sich entscheiden, ob und wie schnell dieses Technologie eingesetzt wird.“

Außerdem erklärte Niersbach, dass sich der DFB bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) für eine Aufhebung von Sperren in Europapokal-Endspielen stark machen wolle. „Ja, wir werden uns für eine Änderung einsetzen. Das Reglement ist gerade erst bis 2015 verabschiedet worden, aber da kann man vermutlich jetzt noch eingreifen“, sagte der frühere DFB-Generalsekretär, der am 2. März zum Präsidenten gewählt worden war.

Allerdings werde der DFB bezüglich der im Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea (19. Mai) gesperrten Bayern-Profis Holger Badstuber, David Alaba und Luiz Gustavo keinen offiziellen Antrag stellen. „Weil er keine Aussicht auf Erfolg hätte“, sagte Niersbach: „Die UEFA kann nicht im laufenden Wettbewerb das Reglement ändern. In der Klub-Kommission der UEFA hätte das geändert werden müssen, so wie es bei den Nationalmannschaften geregelt wurde.“

Der 61-Jährige räumte ein, in Sachen Begnadigung der insgesamt sechs Gelbsünder mit den Bayern versucht zu haben, „hinter den Kulissen zu agieren“. Ohne Erfolg. Die UEFA machte deutlich, an den Final-Sperren festhalten zu wollen.

Im Endspiel in München sind neben dem Trio des FC Bayern auch die drei Blues-Spieler Raul Meireles, Branislav Ivanovic und Ramires gelb-gesperrt. Zudem darf Chelseas Kapitän John Terry wegen einer Roten Karte nicht auflaufen. Auch Franz Beckenbauer und Bayern-Trainer Jupp Heynckes hatten den Status quo kritisiert und eine Anpassung an die WM- und EM-Regeln gefordert.

sid

Harte Kerle, böse Buben & Rumpelfüßler: Wahre Helden des Fußballs

Harte Kerle, böse Buben & Rumpelfüßler: Wahre Helden des Fußballs

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare