Spekulationen: Raúl gibt Rätsel auf

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Ein Wechsel von Raúl steht auf Schalke weiterhin zur Debatte.

Gelsenkirchen - Geht er oder bleibt er? Mit seinem Tor gegen Bukarest stellte Raúl wieder Mal unter Beweis, wie wichtig er für Schalke ist. Doch schon am Tag danach gingen die Spekulationen über eine Trennung weiter.

Der gefeierte Matchwinner hatte es auffällig eilig. Die vielen Kameras und Mikrofone in der Interviewzone umkurvte Raúl fast ebenso schnell wie zuvor die Gegenspieler auf dem Platz. Über seinen Siegtreffer zum 2:1 (1:1) gegen Steaua Bukarest und den vorzeitigen Einzug seiner Mannschaft in die K.o.-Runde der Europa League verlor der Star des FC Schalke 04 kein Wort. Die Schweigsamkeit des Spaniers schürte neue Spekulationen über eine Trennung zum Saisonende.

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Selbst die lobenden Worte des Trainers, der ihn zuvor wegen schwankender Leistungen kritisiert hatte, lockten Raúl nicht aus der Reserve. “Er ist ehrgeizig, ein absoluter Profi und wollte zeigen, was er im letzten Spiel nicht gezeigt hat“, kommentierte Fußball-Lehrer Huub Stevens die Trotzreaktion des Routiniers, der sein Team nach dem mäßigen Auftritt fünf Tage zuvor beim 0:2 im Revierderby bei Borussia Dortmund gegen Bukarest zum Sieg führte.

Die schöne Anekdote, dass dem Rekordtorschützen der Champions League (71) der erste Europa-League-Treffer in seiner langen und ruhmreichen Karriere gelungen war, wurde angesichts der Gerüchte über dessen nahen Abschied nur als Randnotiz wahrgenommen. Das konnte die Freude von Horst Heldt jedoch nicht schmälern: “Schön für ihn, dass es ein wichtiges Tor war und nicht zu einem 4:1 oder 5:1. Meinetwegen kann er so weitermachen.“

Allerdings blieb unklar, welchen Zeitraum der Schalker Manager damit gemeint haben könnte. Schon am Tag nach dem mühsamen Sieg gab es neue Schlagzeilen über angebliche Angebote für den 34 Jahre alten Weltstar, dessen Vertrag “auf“ Schalke Ende der Saison ausläuft. “Raúl in die Wüste?“ titelte “Bild“ und berichtete von einer verlockenden Offerte aus Katar.

Auch der erste große öffentliche Auftritt von Raúl am Tag vor dem Bukarest-Spiel hatte nicht zur Aufklärung beigetragen. Antworten auf die vielen Fragen nach seiner Zukunft war er bei einer Pressekonferenz schuldig geblieben: “Ich fühle mich auf Schalke wohl. Aber das ist nicht der Zeitpunkt, um über vertragliche Dinge zu sprechen.“ Ähnlich nebulös äußerte sich Manager Heldt, der mit dem Schalker Publikumsliebling im Januar ein klärendes Gespräch führen will: “Aber über Tendenzen möchte ich mich vorher nicht äußern.“

Zweifel an der großen Bedeutung von Raúl für die junge Mannschaft hegt in Gelsenkirchen niemand. Sein Siegtreffer machte den Gruppensieg perfekt und ersparte dem Team einen weiteren Kraftakt im letzten Gruppenspiel am 14. Dezember bei Maccabi Haifa. Schließlich wird der FC Schalke bis Weihnachten so viele Pflichtspiele wie kein anderer Bundesligist bestritten haben.

Nicht zuletzt deshalb kündigte Stevens an, in Israel vielen Reservespielern eine Chance geben zu wollen. Auch Raul soll mit Blick auf die Aufgaben in der Bundesliga und im DFB-Pokal geschont werden. “Ich glaube nicht, dass er mit nach Haifa fliegen will“, sagte der Coach. Auf die bange Fragen der rumänischen Journalisten, die im Fernduell von Steaua mit Haifa um den zweiten Gruppenplatz auf Schützenhilfe des Revierclubs hoffen, antwortete der Niederländer schroff: “Mir geht es um Schalke und nicht darum, was andere tun.“

dpa

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