Bleibt er? Oder kommt Guardiola?

Heynckes: "Gedulden Sie sich bis März"

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Jupp Heynckes lässt sich bei seiner Zukunft nicht in die Karten schauen.

München - Am Saisonende läuft der Vertrag von Bayern Münchens Trainer Jupp Heynckes aus. Erste Gespräche sind für das Frühjahr anberaumt. Doch schon jetzt gibt es viele Spekulationen.

Normalerweise ist Uli Hoeneß immer für einen Spruch zu haben. Doch bei Fragen zur Zukunft von Trainer Jupp Heynckes lässt sich derzeit selbst der Präsident von Bayern München nicht aus der Reserve locken. Man werde im Frühjahr reden, „vorher werden wir die Personaldiskussionen nicht eröffnen. Wir wollen mit Ruhe in die Weihnachtstage einziehen“, sagte der 60-Jährige unlängst.

Es ist die Diktion, der sich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sport-Vorstand Matthias Sammer, aber auch Heynckes selbst seit Wochen anschließen. „Von mir hören sie zu meiner Zukunft gar nichts. Gedulden sie sich bis Mitte, Ende März“, sagte der 67-Jährige erst am Donnerstag vor dem Spiel gegen seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach wieder - zum wiederholten Male.

Dass dennoch über die Personalie viel diskutiert und noch mehr spekuliert wird, können die Verantwortlichen des deutschen Fußball-Rekordmeisters nicht verhindern. Noch ist völlig offen, ob sich Heynckes noch einmal dem Dauerstress und dem Erfolgsdruck in München aussetzen und seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern wird.

Dennoch gibt es schon seit Wochen Gerüchte über mögliche Nachfolger. Zumindest Mirko Slomka scheidet schon einmal aus, da der seinen Vertrag bei Hannover 96 erst verlängert hat. Dagegen halten sich in München seit Monaten hartnäckig Gerüchte um Pep Guardiola, den erfolgreichen Ex-Trainer des großen FC Barcelona.

Der 41-Jährige nimmt sich momentan eine Auszeit vom Fußball, die er in New York verbringt. Auch Guardiola will sich im Frühjahr erklären, wie, und vor allem wo es mit ihm weitergeht. In England wollen die Zeitungen bereits erfahren haben, dass der FC Bayern schon erste Sondierungsgespräche geführt und durchaus Chancen auf eine Verpflichtung des Spaniers habe. Aber auch Manchester City, der FC Chelsea und Paris St. Germain sollen im Rennen um Guardiola sein.

Bis März werden die Bayern deshalb damit leben müssen, dass das Thema heiß bleibt. Immerhin scheint eine Vertragsverlängerung von Heynckes nicht am Verhältnis zu Sammer zu scheitern. Noch vor Wochen hieß es, dass beide auf Dauer nicht miteinander arbeiten könnten. Doch längst haben sich der Trainer und sein Sport-Vorstand arrangiert.

Heynckes sprach am Donnerstag erneut von einem „vertrauensvollen Miteinander. Wir sind zwei ehemalige Topspieler, die vom Anspruchsniveau ähnlich ticken. Ich bin sehr zufrieden, ich denke, er auch.“ Sammer ließ zuletzt auch keine Gelegenheit aus, seinen erfahrenen Coach in höchsten Tönen zu loben.

Auch aus der Mannschaft kamen in den letzten Wochen immer wieder Stimmen, die sich für einen Verbleib von Heynckes aussprachen. Der 67 Jahre alte Trainer führe die Mannschaft „sehr gut, er redet viel mit uns. Wenn er kritisiert, kommt das trotzdem immer positiv rüber. Nie negativ im Befehlston. Wir haben viel Respekt für ihn, er hat viel Respekt für uns“, lobte etwa Superstar Franck Ribery.

Heynckes lasse ihm „viele Freiheiten, ich kann deshalb unbeschwert spielen. Ich mag Heynckes, er kann total auf mich zählen“, betonte der Franzose. Auch Toni Kroos hofft, „dass Jupp Heynckes unser Trainer bleibt“. Man sehe, „wieviel Sachverstand er hat. Und das Zwischenmanschliche stimmt sowieso“, sagte Torjäger Mario Gomez, woraus am Donnerstag das Fachmagazin kicker schloss: „Heynckes. Wer sonst?“

Dies ist wirklich die Frage momentan - wer sonst? Guardiola wäre natürlich der Idealfall in München, doch Hoeneß hatte als möglichen Hinderungsgrund schon einmal die Sprachbarriere ins Feld geführt. Der deutsche Trainermarkt gibt ansonsten nicht soviel her.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp (Vertrag bis 2016) oder auch Bundestrainer Joachim Löw (2014) scheiden aus. Und ob die Bayern ein Experiment mit einem jungen, aufstrebenden Trainer wie etwa dem Mainzer Thomas Tuchel wagen, ist fraglich. Arsene Wenger vom FC Arsenal könnte bald auf dem Markt sein - und der spricht sogar deutsch.

SID

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