Novakovic weiter draußen - Podolski sauer

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Lukas Podolski

Köln - Stürmer Milivoje Novakovic vom 1. FC Köln hat sich mit seiner Kritik an seiner Streichung aus dem Kader für das vergangene Ligaspiel gegen Werder Bremen (1:1) einen Bärendienst erwiesen.

Köln beschwört den „Kloster-Geist“: Lukas Podolski war nach dem verschenkten Sieg gegen Werder Bremen sichtlich angefressen, der Rest des 1. FC Köln fühlt sich nach klärenden Gesprächen im ehemaligen Kloster Marienfeld dagegen endlich wieder auf dem richtigen Weg. „Der Kampf war sehr gut, aber das Ergebnis war schlecht“, sagte Trainer Stale Solbakken nach dem 1:1 (1:1) gegen ganz schwache Hanseaten: „Die drei Punkte müssen wir nun eben in Mainz holen.“

Geschäftsführer Claus Horstmann, der den Coach demonstrativ gestützt und die Spieler in die Pflicht genommen hatte, war froh, „dass die Mannschaft unser Vertrauen in den Trainer gerechtfertigt hat. Ich und alle sind hoffnungsfroh, dass es so positiv weitergeht.

Eine kämpferisch ordentliche Leistung gegen einen nicht minder verunsicherten Gegner reichte den meisten Kölnern, um weiter Aufbruchstimmung zu verbreiten. Dass aber das Ergebnis dafür nicht taugte, schien allein Podolski zu realisieren. „Der eine Punkt ist zu wenig“, sagte der Nationalspieler genau wie zahlreiche seiner Teamkollegen, doch nur „Prinz Poldi“ klang wirklich genervt, frustriert und besorgt. In der Tat hilft der Punkt dem FC im Abstiegskampf keinen Meter weiter.

Dass sein Sturmpartner am Dienstag beim FSV Mainz wieder Milivoje Novakovic heißen wird, erscheint nicht nur wegen des guten Auftritts von Novakovics Vertreter Mikael Ishak seit Sonntag praktisch ausgeschlossen. Denn nach einem kritischen Interview des Slowenen vor dem Spiel gegen Bremen strich Solbakken den Angreifer für das nächste Spiel ebenso aus dem Kader wie Slawomir Peszko, der nach Schlusspfiff offenbar zu einer Zechtour aufbrach und nach einem Streit mit einem Taxifahrer die Nacht zum Sonntag alkoholisiert in Polizeigewahrsam verbringen musste.

Vor allem aber an Novakovic („Ich lasse mich nicht zum Sündenbock machen und vorführen“), der lediglich im Falle eines verletzten Mitspielers noch für Mainz in Frage kommt, reibt Solbakken sich. „Ich habe neun Monate und sieben Tage hinter Nova gestanden, aber die letzten beiden Spiele waren seine schlechtesten“, sagte der Norweger: „Ich weiß, wenn du dich in dieser Stadt gegen Nova entscheidest, bringt das Unruhe. Aber ich wollte nicht der Welt irgendwas beweisen, ich habe nur geschaut, was für die Mannschaft das Beste ist.“

Dies ist offensichtlich zurzeit Ishak. Der 19 Jahre Schwede habe dem Team „Balance gegeben“, sagte Solbakken. Trotz schwindender Kräfte habe er ihn nicht ausgewechselt, „weil ich das Gefühl hatte, dass er den Unterschied machen kann“.

Auch die Spieler scheinen in der Mehrheit hinter der Entscheidung gegen den selten mannschaftsdienlich spielenden Novakovic zu stehen. „Es wurden Zeichen gesetzt. Und wenn man sieht, wie wir uns präsentiert haben, haben wir es richtig gemacht“, sagte Torhüter Michael Rensing, ohne Namen zu nennen. Die offenen Gespräche im spontanen Kurztrainingslager im Hotel Klosterpforte Marienfeld seien „bitter nötig“ gewesen: „Es mussten einige Dinge angesprochen und Missverständnisse geklärt werden. Und heute haben wir uns wieder als Einheit präsentiert.“

Während den Kölnern zumindest ihre Leistung Hoffnung machte, herrschte bei den Bremern fast ausnahmslos Ernüchterung. Nicht dieses Spiel sei ein Rückschlag, sagte Geschäftsführer Klaus Allofs, „die letzten Wochen insgesamt sind ein Rückschlag“. Auch die Führung durch Markus Rosenberg (24.) mit der einzigen nennenswerten Bremer Torchance des Spiels reichte nicht, nach dem Ausgleich von Ammar Jemal (39.) ist Werder nun seit vier Spielen ohne Sieg.

„Wir haben sehr viel Boden verloren und sind aus einer guten Position für die Europa League ins Hintertreffen geraten“, sagte Allofs: „Deshalb sind wir natürlich nicht zufrieden.“ Das Erreichen des Europacups wäre für die Hanseaten jedoch ungemein wichtig. Angesichts der Abgänge von Torhüter Tim Wiese sowie voraussichtlich auch Claudio Pizarro und Naldo steht ein großer Umbruch bevor. Und schon das aktuelle Werder präsentiert sich vor allem spielerisch erschreckend schwach. „Das Erreichen der Europa League würde ich als großen sportlichen Erfolg sehen“, meinte Allofs.

sid

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