Unruhe bei Kroatien

Bilic rüffelt Olic: "Was soll das?"

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Slaven Bilic wundert sich über Ivica Olic

Warka/Posen - Verletzt oder doch fit? Ivica Olic hat vor dem zweiten EM-Spiel der kroatischen Nationalmannschaft für Unruhe im Team von Trainer Slaven Bilic gesorgt.

Zu ihrem letzten Auftritt vor der Abreise nach Posen kamen die Kroaten mit dem Fahrrad, Ivica Olic hatte die Fußballer vom Balkan aber schon zuvor aus dem Tritt gebracht. Der wegen einer Verletzung aus dem EM-Kader gestrichene Bundesligaprofi sorgte mit seinen Vorwürfen an die Adresse von Trainer Slaven Bilic für mächtig Ärger im Vorfeld des zweiten Endrunden-Spiels am Donnerstag gegen Italien (18.00 Uhr/ARD).

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„Ich bin gesund, ich habe keine Probleme. Wenn der Trainer ein bisschen auf mich gewartet hätte, hätte ich gegen Italien spielen können“, hatte der Stürmer einer kroatischen Zeitung zu Protokoll gegeben. Um der Nachricht von seiner angeblichen „Wunderheilung“ Nachdruck zu verleihen, gab der 32-Jährige sogar an, in den vergangenen Tagen in seinem Heimatort Davor mit Freunden gekickt zu haben.

Zurück blieben allerdings mehr Fragen als Antworten. Warum hat Olic, der Anfang Juni im Länderspiel in Norwegen (1:1) eine Oberschenkelverletzung erlitten hatte und deshalb vier bis sechs Wochen pausieren sollte, seine Vorwürfe ausgerechnet vor der vorentscheidenden Partie gegen Italien erhoben? Wird der Angreifer, der im Sommer vom FC Bayern zum Bundesliga-Rivalen VfL Wolfsburg wechselt, von falschem Ehrgeiz getrieben? Oder wurde er von Bilic ausgebootet?

Der Trainer, dessen Schützlinge mit einem Sieg gegen die Squadra Azzurra bereits den Viertelfinal-Einzug perfekt machen können, hatte keine Antwort parat. „Ich weiß nicht, was das soll. Nach der Diagnose war doch klar, dass er ganz sicher für die Gruppenphase ausfällt. Es tut mir doch selbst am meisten leid, dass er nicht bei der EM dabei ist“, sagte der frühere Bundesligaprofi, dessen Team im ersten EM-Spiel 3:1 gegen Irland gewonnen hatte.

Für Bilic, der nach der Endrunde den russischen Klub Lokomotive Moskau übernehmen wird, kam das Störfeuer aus der Heimat zur Unzeit. Schließlich war die Kritik der Medien nach der durchwachsenen Qualifikation durch den Sieg gegen die Iren endlich verstummt. Nun braucht Bilic, der seiner Startelf aus dem Irland-Spiel vertraut, gegen den viermaligen Weltmeister erneut ein gutes Ergebnis, um die Olic-Diskussion in den Hintergrund zu drängen. Die Chancen dafür stehen allerdings nicht schlecht.

Neben der guten Form der Mannschaft um Spielmacher Luka Modric und Torjäger Mario Mandzukic spricht auch die Historie für die Kroaten, die noch ein zweites Spiel bei einer WM- oder EM-Endrunde verloren haben. Zudem gab es in sechs Partien gegen Italien erst eine Niederlage. „Wir sollten es so machen wie vor zehn Jahren“, sagte Torwart Stipe Pletikosa, der an das 2:1 der Kroaten im zweiten Spiel der WM 2002 gegen Italien erinnerte. Auch Kapitän Dario Srna zeigte sich selbstbewusst. „Wenn wir die Leistung aus dem Irland-Spiel noch einmal zeigen, können wir es schaffen. Wir sollten diesen ersten Matchball verwandeln“, sagte der Außenverteidiger, der es nicht auf das letzte Spiel in der Gruppe C gegen Titelverteidiger und Weltmeister Spanien ankommen lassen will.

sid

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