Babbel geht - Hertha-Präsident spricht von Lüge

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Endlich herrscht Gewissheit. Markus Babbel wird Hertha BSC spätestens zum Saisonende verlassen.

Sinsheim/Berlin - Hertha-Coach Markus Babbel hat erstmals bekanntgegeben, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag in Berlin nicht zu verlängern.

Er habe schon Anfang November “aus Gründen, die ich nicht näher bringen will, entschieden, mich zu verändern“, sagte der Trainer am Samstag im TV-Sender Sky. Zugleich betonte er, seinen bis Juni laufenden Kontrakt gerne erfüllen zu wollen. “Aber das müssen die Verantwortlichen entscheiden. Schlussendlich beeinflussen werde ich das nicht können.“

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Mehreren Medien zufolge soll Babbel schon im Januar von Michael Skibbe abgelöst werden. Diese Berichte hatte Manager Michael Preetz vor dem Spiel bei 1899 Hoffenheim (1:1) dementiert.

Inzwischen haben sich die Verantwortlichen des Aufsteiger beim Theater um Trainer Markus Babbel gegenseitig der Lüge bezichtigt. Babbel erklärte, dass er dem Verein bereits im November mitgeteilt habe, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Manager Michael Preetz betonte dagegen, dass er von Babbel erst am vergangenen Dienstag darüber informiert worden sei.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer bezeichnete die Erklärung Babbels nach dem 1:1 (0:1) zum Hinrunden-Ende im Punktspiel bei 1899 Hoffenheim als „Baron-Münchhausen-Geschichte“.

Markus Babbels Aussagen bei Sky

Markus Babbel (Trainer Hertha BSC): Natürlich war es heute kein einfaches Spiel für die Jungs. Wir haben in der Mannschaftsbesprechung angesprochen, dass es heute für sie extrem schwer wird, da die Augen auf mich gerichtet sind. Dass das Thema gestern auf den Tisch kam, war für uns und unser Trainerteam extrem unglücklich, da es die Arbeit nicht erleichtert hat. Kompliment an die Truppe, dass sie es so abgestreift hat und dass sie in der Lage war, so eine Leistung zu zeigen.

…auf die Frage, wann er Manager Michael Preetz mitgeteilt habe, dass er seinen Vertrag nicht über Saisonende verlängern würde: Ich habe in meinen Augen rechtzeitig Bescheid gegeben. Das war Anfang November in der Länderspiel-Pause. Was ich nicht verstehe, ist das Drumherum. Ich bin ein Angestellter des Vereins. Ich habe mich daran gehalten, was mir vorgegeben worden ist: Dass wir Ruhe bewahren und still halten. Das hat so eine Dynamik angenommen, dass es unglaublich schwierig für die Truppe geworden ist und auch für mich. Und eigentlich unnötig, denn man hat rechtzeitig Bescheid gegeben. Ich denke, es ist dann auch kein Problem, dass man das kund tut. Aber wir haben es leider nicht so gut hinbekommen. Und deshalb hatten wir Zinnober.

…auf die Frage, was er Michael Preetz gesagt habe: Dass ich sehr gewillt bin, den Vertrag zu erfüllen, aber mich aus Gründen, die ich jetzt nicht näherbringen will, mich verändern will. Ich will es mit den Jungs zu Ende bringen, was wir angefangen haben. Es ist jetzt schade, und ich verstehe auch die Turbulenzen in Berlin nicht, wo das Problem liegt.

…über die Aussage von Manager Michael Preetz bei Sky, dass das Gespräch nicht stattgefunden habe: Jeder, der mich kennt, weiß: Wenn ich etwas sage, dass es dann auch so ist. Wenn jemand eine andere Meinung hat, dann hat er vielleicht nicht richtig zugehört.

…über seine Perspektive: Ich wäre sehr erfreut, wenn ich es bis zum Schluss, bis zum Vertragsende, mit der Mannschaft begleiten kann. Was darüber hinaus ist, sind Spekulationen, von denen ich nicht weiß, was dran ist. Das müssen schlussendlich die Verantwortlichen entscheiden. Man hat heute wieder gesehen, dass die Mannschaft gewillt ist, es bis zum Schluss mit uns durchzuziehen. Schlussendlich werde ich es nicht beeinflussen können.

Hertha-Manager Preetz' Aussagen im Wortlaut

Michael Preetz (Manager Hertha BSC): Wir werden in der Winterpause, spätestens bis zum Rückrundenauftakt am 21.Januar in Nürnberg, eine Entscheidung zu diesem Thema treffen. Dass jetzt spekuliert wird, ist so, das können wir nicht verhindern.

…über das Interesse an Michael Skibbe: Das kann ich nicht bestätigen. Vor drei oder vier Wochen hatten wir die Spekulation mit Mike Büskens von Greuther Fürth, dann hatten wir die Spekulation mit Franco Foda von Sturm Graz. Jetzt haben wir die Spekulation mit Michael Skibbe. Mein Statement dazu, und so halte ich es auch mit den ersten beiden: Wir werden es nicht kommentieren und wir werden es insofern auch nicht bestätigen. Wir werden die Winterpause abwarten.

Christian Lells Aussagen zur Trainerdiskussion

Christian Lell (Hertha BSC): Die Geschichte belastet logischerweise auch die Mannschaft, die kriegt das auch mit. Unmittelbar vor so einem wichtigen Spiel ist das auch in den Köpfen. Auch deswegen ein Riesenkompliment an die Mannschaft, wie sie das Thema abgehakt hat. Jetzt werden wir noch ein Spiel im Pokal bestreiten. Dann sollen sich die Verantwortlichen zusammensetzen und eine Lösung finden.

dpa/dapd

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