Silvia Neid bleibt Bundestrainerin!

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Silvia Neid bleibt dem DFB erhalten

Köln - Fünf Tage vor dem WM-Start hat der DFB die Schlüsselpersonalie in der Frauen-Nationalmannschaft langfristig geklärt. Silvia Neid bleibt Bundestrainerin!

Eigentlich wollte Silvia Neid noch einmal richtig den Kopf freibekommen, bevor es losgeht. Doch daraus wurde nichts. „Das Wetter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte die Bundestrainerin nach ihrer Ankunft in Berlin. Statt eine Neun-Loch-Runde auf dem heimischen Golfplatz spielen zu können, kreisten ihre Gedanken auch in den letzten freien Tagen vor der Frauenfußball-WM um die Mission Gold.

„Ich war entspannt zu Hause, aber mit den Gedanken bei den Spielerinnen, beim Gegner, bei den vergangenen Vorbereitungslehrgängen. Das Abschalten fällt mir sehr, sehr schwer“, sagte Neid bei der Pressekonferenz fünf Tage vor dem Eröffnungsspiel gegen Kanada am Sonntag (18.00 Uhr/ARD). Sie will jetzt die Anspannung hoch halten: „Ich hoffe, das wird in den nächsten Wochen so bleiben.“

Der Kader steht! So schön sind unsere WM-Träume

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Mit Akribie und Leidenschaft verfolgt Neid das große Ziel vom Titelgewinn im eigenen Land - und wird dafür vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) belohnt, bevor die Endrunde überhaupt begonnen hat: DFB-Präsident Theo Zwanziger verlängerte ihren bis 2013 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2016. „Das ist eine Wertschätzung für sie und ihre Arbeit“, sagte Zwanziger und verwies auf Neids Verdienste um den deutschen Frauenfußball: „Sie hat über ihr Auftreten, ihr Erscheinungsbild, Sympathie, Anerkennung und Respekt gewonnen.“

Neid ist die personifizierte Erfolgsgeschichte des deutschen Frauenfußballs: Schließlich war sie bei allen bisherigen sieben EM- und zwei WM-Erfolgen entweder als Spielerin, Co-Trainerin oder Cheftrainerin mit von der Partie. Bereits ihr Einstand war ein Ausrufezeichen: Beim ersten Frauen-Länderspiel am 10. November 1982 wurde die damals 18-Jährige nach 40 Minuten von Trainer Gero Bisanz eingewechselt - und steuerte prompt zwei Tore zum 5:1 gegen die Schweiz bei.

Nach dem Ende ihrer aktiven Karriere 1996 wagte die 111-malige Nationalspielerin den Sprung an die Seite von Tina Theune auf den Posten der Co-Trainerin. Rund zehn Jahre später übernahm sie selbst das Amt und führte die DFB-Auswahl 2007 in China zum zweiten WM-Titel.  

Beim EM-Triumph zwei Jahre darauf setzte sie ihre Erfolgsserie fort: In zwölf Endrundenspielen bei einer EM oder WM ging die von ihr trainierte Mannschaft nur einmal nicht als Sieger vom Platz. England trotzte den Deutschen in der WM-Vorrunde 2007 ein Unentschieden ab - den Titel sicherte sich das DFB-Team unter der Regie Neids, die in Walldürn geboren wurde, dennoch - ohne Gegentreffer.

Auch wenn der DFB nun bis 2016 mit ihr planen kann, auf ewig wird Neid nicht als Trainerin Erfolge im deutschen Frauenfußball garantieren. „Ich möchte mit 60 auch nicht mehr auf der Bank sitzen. Dann wäre der Unterschied zwischen der Trainerin und den Spielerinnen zu groß“, sagte die dem sid.

Angesichts des weltweit gestiegenen Niveaus im Frauenfußball steht Neid bei der Heim-WM vor ihrer größten Herausforderung als Bundestrainerin. „Im Moment kann man das so sagen. Es ist immer eine Herausforderung, ein Turnier zu spielen - gerade wenn man eine so erfolgreiche Mannschaft trainiert wie ich“, sagte Neid, die sich dem Druck aber nicht entzieht, im Gegenteil: „Die Erwartungshaltung ist ja immer sehr, sehr groß, und man macht sich selbst immer den größten Druck und möchte sowieso immer gewinnen.“

Dennoch will die 47-Jährige die Eindrücke der Heim-WM voll auskosten. „Für mich ist das etwas ganz Besonderes, genau wie für die Spielerinnen auch, dass wir im eigenen Land eine WM haben“, sagte Neid, „ich werde jeden Moment in den nächsten vier Wochen - ich hoffe, dass wir so lange dabei bleiben - genießen.“

sid

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