DFB sieht keine neue Dimension von Gewalt

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Der DFB sieht trotz divereser Ausschreitungen in den letzten Wochen keine neue Form der Gewalt.

Frankfurt - Der DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große Lefert hält die jüngsten Autobahnattacken und Angriffe auf Fans von Fußball-Bundesligisten für keine neue Form von Gewalt.

Autobahnüberfälle und Fan-Angriffe haben auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgeschreckt: Ungeachtet der zunehmemden Übergriffe von Hooligans und gewaltbereiten Ultras auf „normale Fans“ auf den Hin- und Rückwegen von Bundesligaspielen sieht der DFB-Sicherheitsbeauftragten Hendrik Große Lefert allerdings keine neue Form der Gewalt.

„Ich würde nicht von einer neuen Dimension der Gewalt sprechen. Jagdszenen hat es auch schon vor 20 Jahren gegeben. Wir haben hier Einzelfälle, die in ihrer Art und Weise erschreckend sind. Deshalb tun wir gut daran, intensiv mit der Polizei zusammenzuarbeiten“, sagte Große Lefert am Dienstag dem Sport-Informations-Dienst (SID) und unterstrich, dass diese Ausschreitungen keine neue Erscheinung seien: „Die Sensibilität der Medien ist höher geworden und hat auch dazu geführt, dass man sich solchen Themen mehr widmet.“

Trotzdem tauchen im Zusammenhang mit gewaltbereiten Anhängern immer häufiger beängstigende Zahlen auf. So sollen aktuell 13.032 Menschen in Deutschland in der Datei „Gewalttäter Sport“ erfasst sein. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung unter Berufung auf die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Linkspartei-Abgeordneten Jan Korte. Zum größten Teil handelt es sich dabei um Fußballfans, von denen 2318 mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt sind.

Zuletzt hatten Angriffe auf Anhänger abseits der Stadien immer häufiger Schlagzeilen gemacht. Erst am vergangenen Wochenende waren Fans des FSV Mainz 05 nach der Rückkehr vom Auswärtsspiel beim FC Augsburg auf dem Parkplatz des heimischen Bruchwegstadions angegriffen worden. Die Polizei geht davon aus, dass Hooligans des 1. FC Kaiserslautern an der Attacke, bei der es aufseiten der Mainzer „zahlreiche Verletzte“ gegeben hat, beteiligt gewesen sind. An der Schlägerei sollen etwa 80 bis 100 Personen beteiligt gewesen sein.

Als Ausgangspunkt für diese Gewaltwelle gilt der Autobahnüberfall vom 4. März. Dabei hatten mehrere Fahrzeuge mit Kölner Hooligans versucht, einen Bus mit Gladbach-Fans auf der A3 auszubremsen. Auf dem Rastplatz Siegburg-Ost griffen dann vermummte Personen den Bus an, woraufhin der Fahrer die Flucht in Richtung Köln ergriff. Die Gladbach-Fans befanden sich auf der Rückreise vom Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg.

Doch Große Lefert sieht nicht alleine den DFB, sondern in erster Linie die staatlichen Behörden in der Pflicht: „Wenn so etwas außerhalb der Stadien passiert, haben wir nur einen begrenzten Einfluss. Wenn es dazu kommt, ist das Strafrecht ausschlaggebend. Dann sind auch wir der Überzeugung, dass solche Straftäter sanktioniert werden müssen.“ Zudem arbeite der DFB bei der Spielplanung bereits eng mit der Polizei zusammen, um „die Überschneidung von Reisewegen rivaliserender Fangruppen möglichst zu verhindern“.

Doch nicht nur außerhalb der Stadien stößt der DFB beim Kampf gegen die Gewalt an seine Grenzen. Zuletzt waren Anhänger des Zweitligisten Dynamo Dresden entgegen eines Urteils des DFB-Bundesgerichts bei der Partie bei Eintracht Frankfurt ins Stadion gelangt. Offenbar hatten die Anhänger der Gäste auf dem freien Markt Karten erworben und sich erst im Stadion als Dynamo-Fans geoutet. Nach der Partie war es zwischen Frankfurter und Dresdner Anhängern zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen.

„Im Stadion hat es keine Auseinandersetzungen gegeben. Dass es dann nach dem Spiel wieder zu Ausschreitungen gekommen ist, ist umso bedauerlicher, macht aber deutlich, dass das Urteil des Sportgerichts an dieser Stelle nicht unberechtigt war“, sagte Große Lefert.

sid

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