Sieg dank Traumtor von Stindl: Hannover 96 weiter auf Kurs

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Hanovers Lars Stindl (2.v. re.) feiert mit seinen Teamkollegen Christian Pander, Mohammed Abdellaoue, Didier Ya Konan and Manuel Schmiedebach nach seinem Traumtor zum 2:1 gegen Kopenhagen.

Kopenhagen - Hannover 96 bleibt in der Europa League unbesiegt und hat beste Chancen auf das Erreichen der K.-o.-Runde. Das entscheidende Siegtor zum 2:1 für die Niedersachsen erzielte Stindl - und es war ein Traumtor.

Dank einer starken Aufholjagd hat Fußball-Bundesligist Hannover 96 in der Europa League Kurs in Richtung Zwischenrunde eingeschlagen. Die Niedersachsen gewannen nach einem 0:1-Rückstand 2:1 beim FC Kopenhagen und distanzierten den dänischen Meister in der Tabelle der Gruppe B um vier Punkte. Damit benötigt die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka zum sicheren Weiterkommen nun nur noch einen Sieg aus den beiden noch ausstehenden Partien bei Standard Lüttich und gegen Worskla Poltawa. Dame N'Doye hatte die Platzherren in Führung gebracht (67.), doch Jan Schlaudraff (71.) und Lars Stindl (74.) drehten die Partie binnen weniger Minuten.

“Wir haben viel Selbstbewusstsein und den Glauben daran, auch einen Rückstand wieder hinzubiegen - das war heute das Entscheidende“, sagte Hannovers Manager Jörg Schmadtke. Zu Stindls Traumtor sagte er: “Er hatte in letzter Zeit unglaublich viel Pech und dann macht er ausgerechnet das schwerste Ding von allen rein.“

Vor 27.853 Zuschauern in Kopenhagens Parken entwickelte sich eine über weite Strecken ereignisarme erste Hälfte. Die Platzherren zeigten sich zwar deutlich schwungvoller als beim 2:2 im Hinspiel vor zwei Wochen, kamen aber kaum einmal gefährlich zum Abschluss. Die beste Möglichkeit wurde noch von einer unglücklichen Aktion von 96-Keeper Ron-Robert Zieler begünstigt. Deutschlands derzeitige Nummer Drei wehrte eine scharfe Hereingabe von Johnny Thomsen in die Mitte ab, doch der überraschte Cesar Santin konnte den Ball nicht unter Kontrolle bringen (31.).

96-Fans zünden Pyros im Gästeblock

Die Hannoveraner agierten lange abwartend - obwohl ihre rund 10.000 mitgereisten Fans die Partie phasenweise wie ein Heimspiel erschienen ließen. Allerdings fielen die Anhänger nicht nur positiv auf. Beim Einmarsch der Mannschaften und zum Ende des ersten Durchgangs wurde im 96-Block ungeachtet des Verbots und der derzeitigen öffentlichen Diskussion Pyro-Technik gezündet. Zieler, den der Nebel im seinem Strafraum sichtlich störte, drehte sich mit fragenden Gesten in Richtung der hinter ihm postierten Fans.

Sportlich versprühte der Bundesligasiebte vor der Pause nur wenig Feuer und brachte den Ball lediglich einmal gefährlich in Richtung des Kopenhagener Tores. Mohammed Abdellaoue entwischte seinem deutlich langsameren Gegenspieler Sölvi Ottesen und flankte nach innen, der heranstürmende Lars Stindl platzierte seinen Kopfstoß jedoch zu hoch (40.). Ansonsten häuften sich bei den Niedersachsen Ungenauigkeiten im Passspiel, das Lauern auf Konter blieb erfolglos.

Hannover mit Leistungssteigerung nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel war Hannover deutlich aktiver und hatte durch Stindl die bis dahin beste Möglichkeit des Spiels. Der 22-Meter-Freistoß des 23-Jährigen segelte aber knapp am FCK-Tor vorbei (54.). Auch in der Folgezeit waren die Gäste nun die bessere Mannschaft, wurden durch N'Doyes Treffer jedoch kalt erwischt. Der Stürmer kam nach einer Ecke völlig frei zum Abschluss und brachte sein Team aus gut zehn Metern in Führung. Hannover zeigte sich von dem Rückstand aber nicht geschockt und antwortete prompt. Schlaudraff ließ Kopenhagens Keeper Johan Wiland mit einem platzierten Flachschuss keine Chance. Nach dem Ausgleich brannten im 96-Block erneut Bengalos. Ungeachtet dessen drängte Hannover weiter und wurde belohnt. Nachdem Manuel Schmiedebach die Latte getroffen hatte (73.), zeigte sich Stindl kurz darauf zielsicherer.

dapd/dpa

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