Deutsche wünschen sich Fußball-EM

Umfrage: Nein zur Torlinien-Technik ist falsch

+
Die 36 Profiklubs haben die Einführung der Torlinien-Technik mehrheitlich abgelehnt.

Köln - Die Mehrheit der Deutschen hält die Ablehnung der Torlinien-Technologie für einen Fehler. Außerdem wünscht sich die Bevölkerung eher eine Fußball-EM in Deutschland als Olympische Spiele.

Unverständnis für die deutschen Fußball-Profiklubs und Hoffnung auf ein Sport-Großereignis in Deutschland: Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID) durch das Nürnberger Marktforschungsinstitut puls.

Die Ablehnung der Torlinientechnik im deutschen Profi-Fußball durch die 36 Bundes- und Zweitligisten hält eine große Merhheit für einen Fehler. 56 Prozent der Befragten bewerteten die Entscheidung als falsch. Nur 19 Prozent stützten den Beschluss der Vereine.

In der Debatte um Deutschlands Chancen auf Olympische Spiele nach der Ablehnung von Münchens Winter-Kandidatur für 2022 durch einen Volksentscheid befürwortet eine große Mehrheit grundsätzlich eine neue Bewerbung. In der SID-Umfrage sprachen sich 75 Prozent für einen weiteren Anlauf aus. Mehr noch als Olympische Spiele wünschen sich die Deutschen allerdings einen erneuten Zuschlag für die Ausrichtung einer Fußball-EM.

Am liebsten Sommerspiele in Berlin

Die bevorzugte Olympia-Variante der Deutschen sind offenbar Sommerspiele in Berlin. 48 Prozent würden die Bundeshauptstadt gerne zum zweiten Mal nach 1936 als Gastgeber olympischer Wettbewerbe sehen. 42 Jahre nach den bislang letzten Sommerspielen in Deutschland wäre der damalige Schauplatz München für nur 27 Prozent hinter Hamburg (32 Prozent) auch für die nächste Auflage der ideale Austragungsort. Für den Fall von Winterspielen jedoch nennen 42 Prozent die Isar-Metropole als Wunschkandidaten.

Vor die Entscheidung zwischen Olympischen Spielen und einer Fußball-EM gestellt, sprach sich die deutliche Mehrheit der Befragten für die Gastgeber-Rolle bei einer EM aus. 43 Prozent stimmten für eine Bewerbung um eine EM-Endrunde, während nur jeder Vierte Olympia bevorzugen würde. Deutschland war im Fußball Ausrichter des EM-Turniers 1988 sowie der WM-Endrunden 1974 und 2006.

Sportlotterie findet nur wenig Befürworter

Denkbar sind die sportlichen Großereignisse in Deutschland erst ab 2024. Olympische Sommerspiele sind ebenso bis einschließlich 2020 vergeben wie die Endrunden der Fußball-EM.

Bei allem Interesse an Topevents ist den meisten Deutschen anscheinend die Förderung von Spitzenathleten durch eine neue Sportlotterie keine zusätzlichen Ausgaben wert. 56 Prozent lehnten den Kauf von Losen der geplanten Deutschen Sportlotterie (DSL) zur Unterstützung einheimischer Topsportler ab. Nur 24 Prozent und damit nicht einmal jeder Vierte würden einen Beitrag zur Förderung des Spitzensports durch den Erwerb von Losen für die privat organisierte und noch nicht zugelassene Lotterie leisten wollen.

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare