Fußball-Legende wohl sauer

Seeler will kein HSV-Ehrenpräsident sein

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Fußball-Legende Uwe Seeler Seeler will nicht mehr Ehrenpräsident des Hamburger SV werden.

Hamburg - Klub-Idol Uwe Seeler will nicht mehr Ehrenpräsident beim Hamburger SV werden. Das hat er nun auch offiziell bestätigt. Was der Grund ist:

Die atmosphärischen Störungen zwischen Uwe Seeler und „seinem“ HSV haben einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Das weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannte und beliebte Fußball-Idol, das nach eigenem Bekunden die HSV-Raute „ewig im Herzen tragen“ wird, lehnt es nun sogar ab, Ehrenpräsident des Hamburger SV zu werden. „Das stimmt. Es ist eine Entscheidung, die ich mal vor längerer Zeit getroffen habe. Und dabei bleibt es“, sagte der 76-Jährige am Mittwoch. Der Ex-Profi und -Präsident des HSV bestätigte damit einen „Sport Bild“-Bericht.

Der vom befreundeten Unternehmer Heinrich Höper gestellte Antrag auf Ernennung zum HSV-Chef ehrenhalber, über den auf der nächsten Mitgliederversammlung abgestimmt werden sollte, sei auf seinen Wunsch zurückgezogen worden, betonte Seeler. Gründe für diesen Entschluss will „Uns Uwe“, der seine komplette Karriere als Profi und von 1995 bis 1998 als Clubchef für den Traditionsclub tätig war, nicht nennen. Allerdings war schon seine Präsidentschaft vor 15 Jahren alles andere als seinen Verdiensten um den HSV angemessen zu Ende gegangen.

„Ich muss nicht Ehrenpräsident werden“, betonte der 72-malige Nationalspieler und Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft lediglich. „Das haben wir zu akzeptieren“, sagte Carl Edgar Jarchow der dpa. Zugleich legt der aktuelle HSV-Vorstandsvorsitzende „wert auf die Feststellung, dass Uwe Seeler das größte Aushängeschild des HSV war und ist“, ergänzte der FDP-Politiker. Das gelte unabhängig, ob Seeler HSV-Ehrenpräsident - dieses Ehrenamt gibt es in der aktuellen Club-Satzung übrigens noch nicht - sei oder nicht vor.

Anders als Seeler sprach Höper in der „Sport Bild“ zum Thema: „Er (Seeler) hat das Verhalten von Sportchef Frank Arnesen satt. Dessen Gedanken und Handlungsweisen sind für ihn nicht nachvollziehbar.“ Mit Arnesen war Seeler zuletzt im Februar wegen des Wechsels seines Enkels Levin Öztunali zu Bayer Leverkusen aneinandergeraten. Arnesen hatte im Bemühen, das HSV-Talent zu halten, mit der Aussage, „es liegt an Levin, ob er sich für Ausbildung und Familie oder fürs Geld entscheidet“, Druck ausgeübt - und Seeler damit verärgert. Denn der bodenständige Ur-HSVer, der während seiner erfolgreichen Karriere stets dem Lockruf des Geldes durch ausländische Vereine widerstanden hatte, wollte niemanden in seiner Familie dem Vorwurf der Geldgier ausgesetzt sehen. „Armselig“ nannte Seeler das Vorgehen des Dänen. Und: „Arnesen sollte sich gut überlegen, was er von sich gibt.“

In Sorge um den HSV, mit dem er sich weiter stark verbunden fühlt, hatte Seeler zuletzt wiederholt Kritik geübt. Nach der vergangenen Saison, als es fast bis zum Schluss gegen den Abstieg ging, merkte er an: „Ich meine vieles, wenn nicht alles, muss sich bei uns ändern. Zum Glück waren drei Clubs schlechter als wir.“ Nach dem Fehlstart in diese Bundesliga-Saison griff er erstmals offen Arnesen an: „Ich bin nachdenklich geworden, da ich überhaupt keinen Fortschritt sehe. Auch daran muss sich ein Sportchef messen lassen.“ Nach dem Weckruf ging es - allerdings dank der auch von Arnesen eingefädelten Transfers von van der Vaart & Co., aufwärts: Aktuell ist der HSV guter Sechster.

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dpa

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