Vier Monate vor WM-Beginn

Schweinsteiger: "Schritt für Schritt besser"

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Bastian Schweinsteiger ist fest überzeugt, dass er vor der WM rechtzeitig gesund wird und in Form kommt.

Stuttgart/München - Bastian Schweinsteiger ist weiterhin angeschlagen. Vier Monate vor WM-Beginn hofft der Mittelfeldstar von Bayern München auf eine baldige Rückkehr.

Erst war es das Sprunggelenk, jetzt ist es eine hartnäckige Entzündung der Patellasehne: Für Bastian Schweinsteiger steht die WM-Saison bisher unter keinem allzu guten Stern. Viereinhalb Monate vor Beginn des Turniers in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) kämpft der 29 Jahre alte Mittelfeldstar von Rekordmeister Bayern München wieder einmal um den Anschluss.

Auch beim Südderby am Mittwochabend in Stuttgart war Schweinsteiger erneut zum Zuschauen verdammt. „Das ist ein Problem für uns und für ihn. Wir brauchen ihn und auch die Nationalmannschaft. Er ist eine große Persönlichkeit“, sagte Bayern-Trainer Pep Guardiola und berichtete am Dienstag immerhin von „Fortschritten. Er ist schmerzfrei. Es wird Schritt für Schritt besser“.

Löw macht sich keine Sorgen

Der Triple-Sieger brauche seinen Strategen „in den nächsten Wochen, um unsere Ziele zu erreichen. Es wäre schön, wenn die Probleme bald gelöst würden“, sagte auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei Sport Bild Plus. Für Schweinsteiger wäre es „auch hinsichtlich der WM wichtig, dass er nun bald wieder spielen kann“.

Noch ist genügend Zeit bis Brasilien. Deshalb macht sich auch Joachim Löw (noch) keine allzu großen Sorgen um den Gesundheitszustand des 100-maligen Nationalspielers. Nach einem Treffen in München mit Schweinsteiger berichtete der Bundestrainer von einer „kleineren Blessur“. Mit dem zuvor operierten Sprunggelenk sei jedoch „alles in Ordnung. Er steigert jetzt seinen Rhythmus und wird demnächst auch wieder mit der Mannschaft trainieren.“ Er habe ein „sehr gutes Gefühl bei Bastian“.

Schweinsteiger: "Ich bin im Plan"

Auch Schweinsteiger äußerte sich am Wochenende bei einem Sponsorentermin in Kitzbühel durchaus optimistisch. „Ich hatte im Trainingslager in Doha ein wenig Probleme mit dem Knie. Nach den letzten Tagen fühlt es sich aber wieder besser an. Ich bin im Plan und hoffe, dass ich bald wieder mit der Mannschaft trainieren kann“, sagte er.

Um die WM-Teilnahme habe er noch „keinen Augenblick“ Angst gehabt, hatte er bereits vor wenigen Wochen betont. Ohnehin sei die WM „noch eine Zeit lang hin. In erster Linie konzentriere ich mich mit Bayern München darauf, die Titel zu verteidigen, und diese Aufgaben zur Zufriedenheit zu erfüllen“.

Dass an seiner Person immer wieder auch Kritik aufkommt, nimmt Schweinsteiger inzwischen gelassen zur Kenntnis. „Ich weiß, welche Qualitäten ich habe, wenn ich hundertprozentig fit bin“, unterstrich der 29-Jährige - und erhält Unterstützung von seinem Kumpel Philipp Lahm: „Ich bin fest überzeugt, dass er zu alter Stärke findet. Er ist sehr wertvoll für uns.“

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Doch hundert Prozent fit war Schweinsteiger schon lange nicht mehr. Im vergangenen Jahr wurde er zweimal am Sprunggelenk operiert. Zuvor waren es ein Schlüsselbeinbruch und ein Außenbandriss im Sprunggelenk, zudem eine Wadenblessur, die ihn behindert hatten.

So war er weder im Champions-League-Finale 2012 noch bei der folgenden EM komplett fit. Auch im Triple-Jahr biss sich Schweinsteiger durch. Er habe immer wieder unter Schmerzen gespielt, bekannte er kurz vor der November-OP. Seine letzte verletzungsfreie Spielzeit erlebte er 2010/11.

Beruhigend für Schweinsteiger ist, dass ihn sowohl Löw als auch Guardiola („Ihn zu trainieren, ist ein Traum für mich“) trotz allem als feste Größe sehen. In Bestform gebe es kaum einen stärkeren Spieler in der Mittelfeldzentrale wie ihn, betont Löw immer wieder.

Deshalb kann sich Schweinsteiger die Zeit nehmen, die er braucht, bis er die Chefrolle wieder an sich reißt: „Ich habe eine gewisse Ruhe in mir, ich weiß, wie es abläuft.“

sid

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