"Ich will den maximalen Erfolg"

Schweinsteiger holt Ballack ein

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Bastian Schweinsteiger (l.) mit Lukas Podolski

Astana - Über Kasachstan nach Brasilien lautet die Reiseplanung von Bastian Schweinsteiger. In Astana macht der Bayern-Star sein 98. Länderspiel und zieht mit Ex-„Capitano“ Ballack gleich.

Bastian Schweinsteiger hat als Fußballer schon viele Länder auf der Erdkugel bereist, bei seinem 98. Länderspiel aber betritt der 28 Jahre alte Nationalspieler Neuland. „Ich freue mich auf Kasachstan, ich war noch nie dort“, sagte der Vize-Kapitän vor der Dienstreise am Donnerstag nach Astana.

Viel Zeit wird der Bayern-Profi aber nicht haben, um sich nach der Ankunft in der Hauptstadt des flächenmäßig neuntgrößten Staates der Welt in den wenigen Stunden bis zum Anpfiff des WM-Qualifikationsspiels am Freitag um Mitternacht Ortszeit umzusehen. Immerhin lassen sich aus dem Fünf-Sterne-Hotel Rixos President, in dem das DFB-Team logiert, auch einige eindrucksvolle Blicke auf die futuristischen Prachtbauten der protzigen Retortenstadt werfen.

Wichtiger als Sightseeing ist aber auch für Schweinsteiger, dass er mit der Nationalelf Kurs hält auf sein nächstes Fernreiseziel, das er im Sommer 2014 anvisiert: Brasilien. „Ich will nur, dass wir uns erstmal für die WM qualifizieren“, sagte er vor der Partie gegen den Weltranglisten-139. Kasachstan.

Beim 3:0-Premierensieg der DFB-Auswahl in der überdachten Astana Arena im Oktober 2010 hatte er wegen einer Fußverletzung gefehlt. Die Ausfälle des Mittelfeld-Strategen des FC Bayern München haben sich überhaupt gehäuft, gerade bei Testspielen. Seit der EM im letzten Sommer war Schweinsteiger nur in zwei von sieben Länderspielen dabei; bei den Qualifikationspartien in Irland (6:1) sowie dem legendären 4:4-Unentschieden gegen Schweden im Oktober 2012.

Fitness und Gesundheit bezeichnet er darum als „sehr wichtig“. Auch vor der Kunstrasen-Prüfung in Astana musste er wegen muskulärer Probleme anfangs mit dem Training aussetzen. Rechtzeitig zum Spiel konnte er aber seine Einsatzfähigkeit vermelden: „Alles okay!“

Das hörte auch Joachim Löw gerne, der die Bedeutung der Rückkehr seines Leitwolfes ausdrücklich hervorhob, auch wenn der Dortmunder Ilkay Gündogan im Februar beim 2:1-Testspielsieg in Frankreich einen guten Stellvertreter auf Schweinsteigers Position abgeben konnte. „Bastian hat jetzt zuletzt in München gezeigt, dass er wieder eine sehr gute Form hatte. Er ist ein Führungsspieler, und darum sind meine Erwartungen an ihn auch immer sehr hoch angesiedelt, das ist klar“, erklärte Löw.

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Schweinsteiger hat dem 22 Jahre jungen Gündogan, der erst fünf Länderspiele bestritten hat, besonders seine Erfahrung voraus. Seit der EM 2004 war er bei allen großen Turnieren dabei, hat „viele Schlachten geschlagen“, wie Löw bemerkte. Schweinsteiger wird in Kürze beim FC Bayern seinen schon sechsten Meistertitel feiern. Nur mit dem internationalen Triumph wollte es noch nicht klappen. „Ich will den maximalen Erfolg erreichen“, sagte der Münchner zu dieser ungestillten Sehnsucht mit dem Club und der Nationalelf.

„Ich bin jetzt nicht nervös“, versicherte er: „Wenn ich keinen Titel holen würde, werde ich auch nicht früher sterben.“ Es gibt auch andere Leistungen, die ihn mit Stolz erfüllen können. „Jetzt steht irgendwann das 100. Länderspiel an, darauf freue ich mich“, betonte Schweinsteiger, der 2004 im Alter von 19 debütiert hatte.

In Kasachstan zieht er mit dem 98. Länderspiel mit Michael Ballack gleich, mit dem er lange in der Nationalelf und auch beim FC Bayern zusammenspielte. Dem früheren „Capitano“ blieb der internationale Titel bis zum bitteren Ende seiner Karriere versagt - und noch dazu auch der Einzug in den elitären „Club der Hunderter“. Zumindest die 100 Länderspiele müsste Schweinsteiger locker schaffen.

dpa

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