Schweinsteiger: Erste DFB-Nominierung seit EM

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Jogi Löw (l.) und Bastian Schweinsteiger.

Frankfurt - Bundestrainer Joachim Löw nominiert am Freitag sein Aufgebot für die WM-Qualifikationsspiele in Irland und gegen Schweden. Erstmals seit der EM ist auch Bastian Schweinsteiger wieder dabei.

Am Dienstag streifte Joachim Löw noch einmal kurz die Vergangenheit. Doch nach einigen netten Worten für seinen einstigen Kapitän Michael Ballack richtete der Bundestrainer sofort den Blick nach vorne. Am Freitag wird der 52-Jährige das Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die wichtigen WM-Qualifikationsspiele am 12. Oktober (20.45 Uhr MESZ/ZDF) in Dublin gegen Irland und am 16. Oktober (20.45 Uhr/ARD) in Berlin gegen Schweden benennen.

Große Überraschungen sind nicht zu erwarten. Die wichtigste Nachricht wird sein, dass erstmals seit der EM Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger wieder dabei ist. Löw setzt große Hoffnungen in den Rückkehrer von Bayern München, auch wenn dieser zuletzt fehlenden Zusammenhalt in der DFB-Auswahl bei der EM beklagt hatte.

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

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„Ich freue mich wieder auf ihn. In der Form, die er jetzt wieder hat, ist er für jede Mannschaft ein großer Gewinn. Denn er ist eine große Persönlichkeit, die eine große Präsenz auf dem Platz ausstrahlt. Gerade in Momenten, in denen es unrund läuft, geht er immer in die Verantwortung“, sagte Löw unlängst im kicker.

Mit Schweinsteiger (28), der sowohl beim Länderspiel gegen Argentinien (1:3) als auch zum Start der WM-Qualifikation gegen die Färöer (3:0) und in Österreich (2:1) gefehlt hatte, soll es nach den jüngsten Enttäuschungen wieder aufwärts gehen. „Wir müssen uns in den nächsten Spielen wieder stabilisieren und wieder unsere Spielweise finden, die uns vorher stark gemacht hat“, forderte Löw. Die Nationalmannschaft müsse „in der Struktur, in der Organisation wieder viel seriöser und kompakter auftreten. Und von hinten heraus wieder zu einem guten Spielaufbau finden. Da werden wir die Hebel ansetzen.“

Die Mannschaft trifft sich am Montagabend in Frankfurt/Main, von dort aus geht es am Donnerstagvormittag nach Dublin weiter. Bei den wenigen Trainingseinheiten will Löw besonderes Augenmerk auf das offensive Pressing legen, das in Österreich überhaupt nicht geklappt hat.

Gegen die Iren und Schweden, die beiden vermeintlich stärksten Gruppengegner, muss Löw erneut auf den verletzten Torjäger Mario Gomez verzichten. Fehlen wird im Aufgebot aller Voraussicht nach auch Torwart Rene Adler, trotz dessen zuletzt starker Leistungen in der Bundesliga für den Hamburger SV.

Adler (27) hat sein letztes von bislang zehn Länderspielen am 17. November 2010 in Schweden (0:0) absolviert. Für die WM 2010 war er als Nummer eins vorgesehen gewesen, fiel in Südafrika aber verletzt aus. Seitdem ist Manuel Neuer Stammkeeper der DFB-Auswahl. Hinter dem Münchner baut Löw derzeit auf die jungen Ron-Robert Zieler (Hannover) und Marc-Andre ter Stegen (Gladbach), die wohl auch diesmal dem Kader angehören werden.

Trotz einer ganz schwachen Leistung in Österreich vertraut Löw auch weiterhin dem Dortmunder Marcel Schmelzer. Der Linksverteidiger habe „großes Potenzial, ist noch jung und sehr ehrgeizig“.

Erfreut hat Löw den guten Start von Lukas Podolski beim FC Arsenal zur Kenntnis genommen. Der Ex-Kölner habe „enorme Qualitäten. Jetzt wird er im Training mit vielen Weltklassespielern täglich gefordert, da wird er einen Schritt nach vorne machen.“

Er sei auch „nicht unglücklich darüber“, dass Podolski von Arsenals Teammanager Arsene Wenger gelegentlich als Mittelstürmer eingesetzt wird, sagte Löw: „Es tut auch uns sicherlich gut, wenn Lukas wieder ein Gefühl für die Mittelstürmer-Position entwickelt.“ Durch die Verletzung von Mario Gomez ist der DFB-Sturm derzeit nur dünn besetzt. Zuletzt hatte Löw Miroslav Klose als einzigen echten Stürmer nominiert.

sid

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