"Schurke" Henry droht Arsenal-Fan Prügel an

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Thierry Henry wollte das Verhalten eines Fans nicht gefallen lassen.

München - Nur sechs Tage nach seinem umjubelten Comeback beim FC Arsenal erlebte Thierry Henry einen ganz persönlichen Albtraum: Nach dem 2:3 in Swansea geriet er mit einem mitgereisten Fan aneinander.

Thierry Henry zeigte mit finsterer Miene vor sich auf den Rasen. „Komm nur her!“, wollte das Idol des FC Arsenal einem aufgebrachten Fan offensichtlich bedeuten, „wir tragen das sofort aus, hier und jetzt, auf dem Platz!“ Der Stürmer, bei seiner Rückkehr zu den Gunners vor einer Woche im FA Cup gegen Leeds United noch Siegtorschütze und umjubelter Held, stand nach dem 2:3 bei Swansea City plötzlich als Bösewicht und Möchtegern-Schläger da.

Dabei hatte die Leihgabe der New York Red Bulls ursprünglich etwas ganz anderes im Sinn. Henry hatte seine Teamkollegen aufgefordert, sich nach der peinlichen Niederlage beim Aufsteiger bei den mitgereisten Anhängern für deren Unterstützung zu bedanken.

Als Henry vor der Gästetribüne stand, soll ihm ein aufgebrachter Fan aber entgegengebrüllt haben: „Wo war Euer Herz, Euer Charakter, Euer Einsatzwille?“ Henry, schockiert ob so viel Feindseligkeit, hat den Zuschauer Medienberichten zufolge daraufhin aufgefordert, sich hinter die Mannschaft zu stellen, „nicht negativ“ zu sein, während er mit einer Hand einen kläffenden Köter nachahmte. Dann gab ein Wort das andere, Henry forderte zum Faustkampf auf, schlich aber letztlich doch unangetastet in die Kabine.

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Prügel bekam der 34-Jährige dagegen von der Presse. „Aus dem Helden wird der Schurke“, schrieb die Daily Mail, die Sun kommentierte: „Henrys Traumrückkehr verwandelte sich in einen Albtraum.“ Im Internet erhielt die Gunners-Legende, die erstmals seit 11. Februar 2007 wieder in der Premier League für Arsenal am Ball war, aber auch Unterstützung von den Fans. „Henry hat recht“, schrieb einer: „Auch wenn's Dich innerlich auffrisst: Du solltest Dein Team unterstützen.“

Teammanager Arsene Wenger äußerte sich nicht zu Henry, stattdessen übte er massive Kritik am Schiedsrichter und an seiner Abwehr um Nationalspieler Per Mertesacker. Der frühere Bremer war zwar nicht direkt beteiligt an einem der Gegentore von Scott Sinclair (16., Foulelfmeter), Nathan Dyer (58.) und Danny Graham (70.). Doch insgesamt machten er und seine Kollegen einen alles andere als guten Eindruck. „Es ist unglaublich. Wir sind viel zu schnell in Panik geraten. Das ist uns schon gegen Fulham passiert. Es ist alarmierend, und es fällt mir schwer zu verstehen, was da abging“, sagte Wenger.

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Das Spiel sei auch durch „einige seltsame Entscheidungen“ verloren worden, ergänzte der Franzose. So sei der Elfmeter zum 1:0 der „Fantasie“ von Referee Michael Oliver entsprungen. Tatsächlich hatte Aaron Ramsey aber Dyer gefoult. Tore von Robin van Persie (5. ) und Theo Walcott (69.) reichten Arsenal daher nicht mehr - auch, weil Gylfi Sigurdsson, vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim an Swansea ausgeliehen, Graham das Tor zum 3:2 auflegte.

Arsenal liegt nach 21 Spielen vier Punkte hinter dem Vierten FC Chelsea und damit einem Platz in der Qualifikation zur Champions League zurück. Von zehn Auswärtsspielen verloren die Gunners sechs, 25 Gegentreffer auf fremdem Platz sind Negativrekord in der Premier League. „Wir müssen so schnell wie möglich aufwachen!“, forderte Wenger.

Am Sonntag kommt Manchester United nach London. Thierry Henry ist derzeit nur das kleinste Problem von Wenger

sid

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