Schumacher schießt gegen Solbakken und Finke

Köln - Beim 1. FC Köln laufen die Planungen für die kommende Zweitliga-Saison nach dem Abstieg am Samstag an. Vize-Präsident Toni Schumacher ledert gegen die ehemalgie sportliche Leitung.

Korb von Mike Büskens, deutliche Worte von Toni Schumacher in Richtung von Ex-Trainer Stale Solbakken und des einstigen Sportdirektors Volker Finke - beim 1. FC Köln haben die Aufräumarbeiten nach dem fünften Bundesliga-Abstieg begonnen. Personeller Vollzug konnte allerdings in puncto neuer Cheftrainer noch nicht verkündet werden.

Der tränenreiche Abstieg anno 2012 gepaart mit dem Verlust von Publikumsliebling Lukas Podolski (Wechsel zum FC Arsenal) und allen weiteren Skandalen sowie Skandälchen in dieser Saison geißelte Schumacher mit drastischen Worten: „Das ist die schlimmste Situation, die der 1. FC Köln jemals erlebt hat.“

Vize-Präsident Schumacher nutzte derweil eine Podiumsdiskussion am Montag zur Generalabrechnung mit den ehemaligen leitenden Angestellten Solbakken und Finke. „Ich habe mir sagen lassen, dass der Solbakken die jungen Leute nicht wollte. Wenn du einen Trainer hast, der die jungen Leute nicht hochholt, sondern lieber Kicker aus der zweiten schwedischen Liga, dann ist das traurig und passt nicht in unser Konzept. Dann darf ich den eigentlich nicht holen“, wetterte der ehemalige Nationaltorwart in Richtung des norwegischen Fußballlehrers, der vier Spieltage vor Saisonende entlassen wurde und das Nachwuchskonzept des Geißbock-Klubs offensichtlich weitgehend ignoriert hatte.

Aber auch Finke wurde vom „kölschen Tünn“ aufs Korn genommen. „Wer hat Solbakken mitgebracht? Volker Finke. Und wer hat als erstes Krach mit Solbakken bekommen? Das war der Finke.“ Das Verhältnis zwischen Sportdirektor und Chefcoach war in der abgelaufenen Saison ziemlich schnell zerrüttet. Der Klub entließ zunächst den ehemaligen Freiburger Erfolgstrainer und ließ Solbakken zunächst weiterarbeiten - aber ohne Erfolg.

Für den 58-jährigen Schumacher hat die Suche nach einem neuen Manager absoluten Vorrang und kündigte Vollzug in naher Zukunft an. „Wir können keinen Spieler einkaufen, keinen Trainer einsetzen, ohne das Okay vom Sportdirektor zu haben“, sagte Schumacher und deutete an, dass der neue Mann bereits jetzt in die wichtigen Entscheidungen eingebunden sei: „Alles, was wir jetzt vorhaben, mit Spielerkäufen und Spielerverkäufen, ist abgesprochen.“

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Fürths Aufstiegsheld Büskens kommt als Coach allerdings nicht infrage. „Ich stehe für das Trainer-Amt beim 1. FC Köln nicht zur Verfügung“, sagte der 44-Jährige der Bild. Büskens hatte bislang offen gelassen, ob er weiter bei den Franken arbeiten oder zu einem anderen Klub wechseln wird.

Kölns Interims-Trainer Frank Schaefer, der den fünften Abstieg in der Vereinsgeschichte des 1. FC Köln in den letzten vier Saisonspielen nicht mehr abwenden konnte, steht als Chefcoach nicht zur Verfügung. Er ist künftig als Bindeglied zwischen Jugendbereich und Lizenzspielerkader vorgesehen.

Der eigene Nachwuchs soll bei den Zukuntsplanungen eine zentrale Rolle spielen. Schumacher: „Wir wollen permanent, dass Spieler aus der U21 oder U19 bei der Lizenzmannschaft mittrainieren und nicht nur als Notstopfen angesehen werden.“ Der FC-Ikone schwebt ein „Stipendium“ für Nachwuchskicker vor: „Drei oder vier werden aus dem Jugendbereich ausgesucht. Diese trainieren permanent oben bei den Profis mit. Dies soll Anreiz sein, für die weiteren Jahrgänge nach dem Motto: Das können wir auch schaffen.“

Schumacher und der neue Vorstand mit Präsident Werner Spinner und Markus Ritterbach stehen für eine feste Klub-Philosophie. 22 U-Nationalspieler habe der Klub, „und oben kommt nur ein halber an, das ist eindeutig zu wenig“, wetterte „dä Tünn“.

SID

Rubriklistenbild: © dpa

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