Schumacher kritisiert Podolski: Kein Bock

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Toni Schumacher.

Köln - Toni Schumacher, Torwart-Idol des 1. FC Köln, hat heftige Kritik an Lukas Podolski geübt. Der Kult-Keeper wirft Poldi fehlende Konstanz vor. Aber auch an der Einstellung hapert's.

Mehr Konstanz in seinen Leistungen hatte Kölns Sportdirektor Volker Finke von Lukas Podolski schon vor zwei Wochen gefordert. Und der Nationalspieler nahm sich die Kritik augenscheinlich zu Herzen und antwortete mit einer Galavorstellung beim 2:0-Heimsieg gegen Hoffenheim, nachdem er bereits zuvor beim Derby in Leverkusen (4:1) geglänzt hatte. Gegen die Berliner Hertha wurde “Prinz Poldi“, der unter der Woche von der Presse bereits zum “König von Köln“ emporgehoben worden war, am Samstag wieder auf Normalmaß zurechtgestutzt.

Nach den zuletzt glänzend herausgespielten Erfolgen wurden die Kölner in der Hauptstadt beim 0:3 (0:3) unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. “Wir haben Podolski aus dem Spiel genommen und schnell nach vorne gespielt“, sagte Hertha-Trainer Markus Babbel und brachte sein taktisches Mittel gegen biedere Kölner damit auf den Punkt. Insbesondere die beiden defensiven Mittelfeldspieler Andreas Ottl und Peter Niemeyer achteten mit Argusaugen auf Podolski, und wenn der Nationalspieler mal auf die linke Seite auswich, nahm sich seiner Herthas Christoph Janker nicht weniger intensiv an. Podolski jedenfalls war schnell genervt, dass ihm stets jemand auf den Füßen stand.

Andrezinho völlig überfordert

Allerdings war der 26-Jährige im Spiel gegen Hertha nicht der maßgebliche Grund, weshalb die Kölner kaum ein Bein auf den Boden brachten. Zwar agierte Podolski recht uninspiriert und ließ es an Einsatz mangeln, doch war vor allem die defensive Vorstellung des Teams von Trainer Stale Solbakken zu keiner Zeit erstligareif. Der überragende Herthaner Änis Ben-Hatira stellte auf der linken Angriffsseite den überforderten Andrezinho vor unlösbare Aufgaben und war mit seinen zwei Torvorlagen neben dem zweifachen Torschützen Pierre-Michel Lasogga der Matchwinner.

Schumacher: “Wenn es 2:0 steht, hat er keinen Bock mehr“

Mangelnde Konstanz, fehlendes Aufbäumen, wenn es mal nicht so läuft - dieser Kritik sieht sich Podolski immer wieder ausgesetzt - spätestens, nachdem er sich bei Bayern München nicht durchsetzen konnte. Dabei ist es nicht so, dass der Stürmer skeptischer als andere betrachtet wird. Nur wird er sowohl im positiven wie im negativen Sinne überzogen bewertet. Vom König zum lauffaulen Versager - bei kaum einem anderen Bundesligaprofi scheint der Übergang fließender. Auch nach dem Spiel gegen starke Berliner richtete sich der Zeigefinger von vielen zuerst auf Podolski. “Lukas ist ein guter Fußballer, aber die Konstanz fehlt ihm einfach. Wenn es 2:0 für den Gegner steht, hat er keinen Bock mehr“, sagte zum Beispiel Kölns Torwart-Ikone Toni Schumacher bei “Liga total!“.

Der Stürmer, der im Kader für die EM-Qualifikationsspiele Deutschlands in der Türkei und gegen Belgien steht, wirkte trotz der Niederlage recht entspannt. “Das war ein Rückschlag, aber davon geht die Welt nicht unter“, sagte er und dürfte das sowohl auf den 1. FC Köln als auch auf seine eigene Person bezogen haben. Denn das nächste Spiel für Podolski wird kommen, und danach kann er schon wieder der König sein.

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