Schock-Studie: Europas Top-Klubs hoch verschuldet

München - Die europäischen Top-Klubs stecken tief in der Schuldenfalle. Laut Angaben der Europäischen Fußball-Union (UEFA) stiegen die Verluste im Jahr 2010 um 36 Prozent gegenüber 2009 auf 1,6 Milliarden Euro.

 Die höheren Verluste seien vor allem in den geringeren Transfereinnahmen begründet.

Die UEFA präsentierte die niederschmetternden Zahlen nach einer zweitägigen Sitzung des Exekutivkomitees mit DFB-Präsident Theo Zwanziger als Mitglied im schweizerischen Nyon. Laut Andrea Traverso, Chef für Lizenzierung und Financial Fair Play beim europäischen Kontinentalverband, schrieben 56 Prozent der Erstliga-Klubs rote Zahlen. „Wir müssen diesen Trend sehr schnell umkehren“, sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino.

Hätte das neue Lizenzierungssystem bereits jetzt gegriffen, „hätten 13 Klubs den Test nicht bestanden“, sagte Infantino. Die UEFA hat sich mit dem Financial Fair Play zum Ziel gesetzt, dass Vereine, die mehr als fünf Millionen Euro Umsatz machen, nicht mehr Geld ausgeben dürfen, als sie einnehmen.

Die Bilanzen werden erstmals 2013 geprüft. Um Übergangszeiten zu gewährleisten, dürfen 2013 bis 2015 in beiden Jahren noch 45 Millionen Miese geschrieben werden, danach bis 2018 30 Millionen. Ab dann gilt: Mehr als fünf Millionen Ausgaben über den Einnahmen sind nicht erlaubt.

Laut des UEFA-Reports beliefen sich die Ausgaben der Klubs für Spielertransfers in 2010 auf 3,3 Milliarden Euro. Der Anteil der Spielergehälter am Budget betrug 64 Prozent und sei damit stabil geblieben. Die Bilanzen der Klubs seien zudem in 52 Prozent der Fälle schwächer ausgefallen als ein Jahr zuvor. Dies wurde auch damit begründet, dass die Klubbesitzer nicht mehr uneingeschränkt für die Verluste geradestehen wollten.

sid

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare