Schmähungen gegen Neuer stören sportliche Dolce-Vita-Stimmung

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Manuel Neuer bleibt trotz Schmähungen ein paar "Fans" gelassen

Riva del Garda - Die Bayern-Bosse erregen sich über die Schmähungen gegen Neuzugang Manuel Neuer. Der Torhüter selbst geht damit gelassen um. Heynckes lobt die Trainingsarbeit.

Manuel Neuer nimmt es gelassen, die Mannschaft lässt sich nicht irritieren - trotzdem haben die erneuten Schmähungen gegen den Nationaltorhüter dem bis dahin so harmonisch verlaufenen Trainingslager Bayern München in Riva del Garda (Italien) eine bittere Beinote verpasst. Trotz der offiziellen Aussöhnung mit den Fangruppierungen bleibt die Sorge, dass einige unverbesserliche Vereinsanhänger weiter Probleme bereiten. “Sollte das der Fall sein, muss ihnen geholfen werden“, stellte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge am Freitag klar. Dolce-Vita-Stimmung herrscht nur noch in sportlicher Hinsicht.

Tobsuchtsanfall: Rummenigge droht mit Stadionverbot

Einen “Tobsuchtsanfall“ habe der 55-Jährige nach eigener Angabe bekommen, als er am Mittwochabend nach bisher nur freudigen Nachrichten vom Gardasee von den erneuten Anfeindungen gegen Neuer erfahren habe. “Wie alle im Verein war ich stocksauer und sehr enttäuscht.“ Im Falle der jüngsten Schmähungen einer kleinen, nicht registrierten Fangruppierung seien dem Verein die Hände gebunden. Sollten allerdings in Zukunft feindliche Plakate ausgerollt werden, wird in der heimischen Arena wohl mit Stadionverboten reagiert werden. “Diese Leute sind unerwünscht. Wer immer noch nicht kapiert hat, dass diese Aktionen unangebracht sind, dem ist nicht zu helfen. Dem muss geholfen werden“, kündigte Rummenigge an. “Unsere Geduld ist am Ende."

Lob für Neuers Gelassenheit: “Er geht beeindruckend damit um"

Nach dem Runden Tisch bei der offiziellen Saisoneröffnung am vergangenen Samstag sei Rummenigge sich sicher gewesen, dass die Problematik in puncto Neuer mit den Fans “final geklärt“ sei. Im Trainingsstadion in Arco wurden Neuers Paraden beklatscht, der ehemalige Schalker zeigte sich Anfang der Woche selbst überrascht über den herzlichen Empfang: “Mit so einem positiven Start habe ich nicht gerechnet“, gab er zu.

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Allerdings soll er sich auch von den neuen Protesten nicht beirren lassen. Zwar schwieg der Keeper zu den Vorfällen, Rummenigge und Kapitän Philipp Lahm lobten Neuer allerdings für seine Gelassenheit: “Er geht beeindruckend damit um. Er und wir wissen halt, dass jeder im Verein hinter ihm steht“, sagte Lahm. Diese geschätzten “ein Prozent“ der Fans, die gegen Neuer sind, könne Lahm zwar nicht verstehen. “Aber mindestens 99 Prozent sind für ihn.“

Zumindest in sportlicher Hinsicht herrscht Zufriedenheit

Trainer Jupp Heynckes wollte den unerwünschten Beigeschmack am vorletzten Trainingstag am Gardasee mit guten sportlichen Nachrichten vergessen machen. “Die Mannschaft arbeitet intensiv und umfangreich, zieht super mit, ist hellwach dabei“, lobte der 66-Jährige. Dass die Stimmung wieder gut, der Spaß zurück ist, war in keiner Trainingseinheit - nicht mal beim Fitnesszirkel unter tropischen Temperaturen am Freitagmorgen - zu übersehen.

“Ich denke, dass die Spieler zufrieden sind. Beklagt hat sich keiner“, sagte Heynckes. Auch die Neuzugänge Neuer, Nils Petersen und Rafinha haben sich “hervorragend integriert“, die Grundlage für eine erfolgreiche Saison sei damit gelegt. “Hinter jeder Trainingseinheit stand ein Ziel, das erfüllt wurde.“

Heynckes hat bei Boateng “die Ruhe weg“

Rummenigge sprach bei den Verhandlungen um den 22-Jährigen, der bereits vor mehreren Wochen seine Wechselabsicht kundgetan hatte, von einer “merkwürdigen Veranstaltung. Die melden sich einfach gar nicht“. In den kommenden Tagen wird nun beobachtet, ob Manchester von seinem “Mondpreis“ (rund 20 Millionen Euro) abrückt. “Sonst wird es einen Zeitpunkt geben, an dem wir alternativ denken müssen.“

Rummenigge über Transferpoker: “Merkwürdige Veranstaltung“

Rummenigge sprach bei den Verhandlungen um den 22-Jährigen, der bereits vor mehreren Wochen seine Wechselabsicht kundgetan hatte, von einer “merkwürdigen Veranstaltung. Die melden sich einfach gar nicht“. In den kommenden Tagen wird nun beobachtet, ob Manchester von seinem “Mondpreis“ (rund 20 Millionen Euro) abrückt. “Sonst wird es einen Zeitpunkt geben, an dem wir alternativ denken müssen.“

Wann genau diese “Deadline“ sein wird, wollte - genau wie im Fall des ebenso wechselwilligen Arturo Vidal von Bayer Leverkusen - niemand verraten. “Ich habe gute Spieler“, verteidigte sich Heynckes - und zumindest sportlich (fast) keine Sorgen mehr.

dapd

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