Schmäh-Eklat an der Zweitliga-Spitze

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Die Fürther beim Aufstiegsjubel

Fürth - Ein Plakat in der Geschäftstelle der bereits aufgestiegenen SpVgg Greuther Fürth sorgt für Zündstoff vor dem Spitzenduell mit Fortuna Düsseldorf . Die Rheinländer sind sauer.

Die Kampfansage kam auf Glanzpapier und hatte einen eindeutigen Adressaten: „Eine Schwalbe garantiert noch lange nicht den Aufstieg. Gegen Dummlaller und lästige Umfaller. Willkommen in der Reklamationsabteilung“, stand auf dem Plakat in der Geschäftstelle der SpVgg Greuther Fürth, bebildert mit dem Logo von Fortuna Düsseldorf und einem stürzenden Jungstar Maximilian Beister. Die angebliche Fallsucht der Rheinländer, die bislang zu 14 Strafstößen geführt hat, war Anlass des derben Spotts.

Dass diese Schmähung ausgerechnet vor dem Duell zwischen den bereits als Aufsteigern feststehenden Fürthern und dem Tabellendritten aus dem Rheinland am Sonntag (13.30/Sky und Liga total! live) die Runde macht, passt ins Bild: Am vorletzten Spieltag dürfte es heiß her gehen. „Wenn die Fürther Feuer wollen, dann bekommen sie Feuer“, antwortete Fortunas Stürmer Ken Ilsö beim Talk der Rheinischen Post auf diese Provokation, die ihre Wirkung damit nicht verfehlte.

Auch bei Sportdirektor Wolf Werner stieß die Plakat-Aktion auf Unverständnis. „Die Fürther sind als Trittbrettfahrer auf den Frankfurter Zug aufgesprungen. Das Ganze gehört sich einfach nicht“, sagte Wolf. Die Retourkutsche könnte schmerzhaft für Fürth ausfallen, kann die Fortuna den Franken doch die Aufstiegsfeier im eigenen Stadion und anschließend auf dem Rathausbalkon versauen.

Fortuna-Coach Norbert Meier mahnte indes zur Konzentration auf das Wesentliche: „Wir haben es in der eigenen Hand und schauen nur auf uns.“ Düsseldorf geht mit 60 Punkten von der Pole Position in den Dreikampf um den Relegationsplatz, haben aber auch die schwerste Aufgabe. Der FC St. Pauli (59), muss zeitgleich bei Dynamo Dresden ran, der SC Paderborn (58) empfängt den FSV Frankfurt.

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Die Reaktionen aus Düsseldorf lassen die Fürther derweil kalt, auch wenn Fürths Trainer Mike Büskens als gebürtiger Düsseldorfer gespalten ist. „Jeder weiß, wie ich zu Fortuna stehe. Bisher habe ich in drei Duellen auch noch nie gegen sie gewonnen. Aber diesmal feiern wir nach dem Spiel unsere Aufstiegsparty, da wollen wir unbedingt einen Sieg landen. Ich hoffe, dass wird mir niemand übel nehmen. Zumal ich überzeugt bin, dass Fortuna am Ende trotzdem auf dem Relegationsplatz landet“, sagte der frühere Fortuna-Profi der Bild-Zeitung.

Büskens glaubt, dass Düsseldorfs Konkurrenz ebenfalls am Wochenende patzt. „St. Pauli wird in Dresden etwas liegen lassen, wie Fortuna und wir. Und seit Paderborn etwas zu verlieren hat, schwächeln sie auch.“ Dem widersprechen aber sowohl die Hamburger als auch die Westfalen. „Noch zwei Siege, dann stehen wir auf dem dritten Platz“, sagte Pauli-Trainer Andre Schubert selbstbewusst. Auch SCP-Coach Roger Schmidt ist guter Dinge. „Wir sind bestens vorbereitet für Sonntag“, betonte der Nachfolger von Schubert, der zum Saisonfinale mit seinem Team am Millerntor antritt.

Zwei ehemalige Düsseldorfer wollen am Sonntag aber gegen St. Pauli bzw. Paderborn ihrer früheren Mannschaft Schützenhilfe leisten. Dresdens Trainer Ralf Loose, der 1989 mit der Fortuna ins Oberhaus aufgestiegen war, kündigte den Kiez-Kickern einen heißen Tanz an: „Bisher haben wir zu Hause gegen jedes Top-Team gut ausgesehen. Wir wollen Fortuna auch gegen St. Pauli helfen.“ Und aufseiten des FSV Frankfurt spielt sogar noch ein gebürtiger Düsseldorfer: Marcel Gaus. „Ich würde am liebsten Fortuna auf Platz drei sehen. Dafür werde ich alles geben“, sagte er.

Ähnlich spannend wie das Rennen um Platz drei ist im Unterhaus auch der Kampf um den Klassenerhalt, in dem noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist. Rund ein halbes Dutzend Teams muss noch zittern. Endspielcharakter hat das Duell zwischen Schlusslicht Alemannia Aachen und dem Tabellen-14. Karlsruher SC: Bei einer Niederlage ist Aachen wohl weg vom Fenster, der KSC kann mit einem Sieg zumindest den direkten Abstieg vermeiden.

sid

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